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Einsamer Riese im All: Astronomen entdecken besonderen Wanderplaneten

Nyul Debóra4 Min. Lesezeit
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Einsamer Riese im All: Astronomen entdecken besonderen Wanderplaneten — Nachrichten
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Das Universum ist nicht nur ein endloses Schauspiel aus Sternen und Galaxien, sondern auch die Heimat einsamer Wanderer. Himmelskörper, die sich von ihrem Mutterstern gelöst haben und ziellos durch die kosmische Dunkelheit treiben. Astronomen haben nun so einen besonderen „Weltraum-Verbannten“ entdeckt: einen Wanderplaneten, dessen Masse mit der des Saturn vergleichbar ist und der mit bisher nie dagewesener Präzision beobachtet werden konnte – berichtet Newsweek.

Diese Entdeckung ist spannend, weil sie nicht nur selten ist, sondern ein neues Fenster öffnet, um die Geburt und manchmal dramatische Schicksale von Planeten besser zu verstehen.

Was macht einen Planeten zum „Wanderer“?

Die meisten Planeten denken wir als stabile Teile eines Systems: Sie kreisen um einen Stern auf festen, vorhersehbaren Bahnen. Die Erde, unser Sonnensystem und viele ferne Exoplaneten gehören dazu. Doch das Universum ist viel chaotischer, als wir lange dachten.

Wanderplaneten – auch frei schwebende Planeten genannt – gehören keinem Stern an. Sie erhalten kein Licht, keine Wärme, keine Orientierung. Wahrscheinlich hatten sie einst ein „Zuhause“, wurden aber durch gravitative Störungen, nahe Planeten oder instabile Sternpartner aus ihrem System herausgerissen und ziehen seitdem einsam durch die Galaxie.

Sternenhimmel und roter Planet

Wie entdeckt man etwas, das nicht leuchtet?

Diese Himmelskörper sind fast unsichtbar, deshalb greifen Astronomen auf eine äußerst raffinierte Methode zurück: die Gravitationsmikrolinse.

Wenn ein Wanderplanet genau zwischen einem fernen Stern und dem Beobachter steht, verstärkt seine Gravitation das Licht des dahinterliegenden Sterns – wie eine kosmische Lupe. Dieses Phänomen dauert oft nur Stunden oder Tage und kann leicht verpasst werden. Zudem lieferte die Methode bisher nur wenige Informationen über den Planeten selbst: Seine Masse und Entfernung waren kaum genau zu bestimmen.

Zwei Perspektiven, eine historische Entdeckung

Doch diesmal gab es einen Wendepunkt. Das internationale Forscherteam unter der Leitung von Astronom Dong Subo beobachtete dasselbe Mikrolinsen-Ereignis gleichzeitig von der Erde und aus dem All. Die Daten der irdischen Teleskope wurden mit den Messungen des Weltraumteleskops Gaia verglichen, das über eine Million Kilometer von unserem Planeten entfernt kreist.

Diese doppelte Beobachtung ermöglichte es den Forschern, aus winzigen Zeitunterschieden im Eintreffen des Lichts die physikalischen Eigenschaften des Planeten zu berechnen. Es war, als würde aus einem Schatten endlich die volle Gestalt sichtbar.

Ein Saturn-großer Verstoßener in der Milchstraße

Die Daten zeigen, dass der entdeckte Wanderplanet etwa 22 Prozent der Masse des Jupiter hat und somit ungefähr in die Kategorie Saturn fällt. Das ist besonders spannend, denn Planeten dieser Größe entstehen höchstwahrscheinlich nicht eigenständig wie Sterne, sondern als Teil von Planetensystemen.

Der Planet befindet sich derzeit etwa 3000 Parsec vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Das bedeutet, er hat wahrscheinlich eine sehr lange und einsame Reise hinter sich oder befindet sich noch mittendrin.

Was können wir von einer verstoßenen Welt lernen?

Die Erforschung von Wanderplaneten hilft zu verstehen, wie zerbrechlich Planetensysteme sein können. Schon eine einzige gravitative Störung reicht, damit ein Planet für immer seinen Platz verliert. Die aktuelle Entdeckung deutet darauf hin, dass viel mehr solcher Planeten existieren, als wir bisher dachten – wir hatten nur nicht die Mittel, sie zu beobachten.

Da bisher weder Masse noch Entfernung genau bestimmt werden konnten, basierte unser Bild von ihnen größtenteils auf Theorien. Diese neue Methode liefert nun echte Daten für die Forschung.

Die Entdeckungen der Zukunft sind schon unterwegs

Astronomen sind sich sicher: Das ist erst der Anfang. Das für 2027 geplante Weltraumteleskop Nancy Grace Roman der NASA wird speziell für die Beobachtung von Mikrolinsen-Phänomenen ausgelegt sein. Damit wird die Zahl der bekannten Wanderplaneten voraussichtlich stark steigen. Es könnte also sein, dass die Milchstraße voller unsichtbarer, einsamer Welten ist – und wir sind der Entdeckung näher als je zuvor.

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