Der Kampf vor der Freundschaft
Wir hatten in der Kneipe einen kleinen Streit, waren schon leicht angetrunken, und sind dann rausgegangen, um das auszumachen. Er hat mich fast K.O. geschlagen, aber ich habe ihn in einen Würgegriff genommen und so war die Sache erledigt. Als wir zurück an die Theke gingen, waren wir Freunde. Er bat mich, ihm den Griff beizubringen, und ich fragte, wo er Boxen gelernt hat. Seitdem trainieren wir zusammen und unsere Freundschaft ist richtig stark geworden.
Oberflächlich
Wir sind einfach gestrickt, uns reicht wenig. Einer meiner besten Freunde ist Tücsi. Als meine Frau vor unserer Hochzeit die Einladungen zeigte, fragte ich sie, wer dieser Tűzombori Bertalan sei. Sie konnte kaum glauben, dass ich das nicht wusste, schließlich war er einer meiner Trauzeugen. Es stellte sich heraus, dass Tücsi sein Spitzname ist – ich wusste 15 Jahre lang nicht mal seinen richtigen Nachnamen. Wie gesagt: Wir sind einfache Seelen.
Jägerunfälle
Wir kommen leicht miteinander aus. Wahrscheinlich, weil Männer früher gemeinsam gejagt haben. Wer nicht ins Team passte und mit niemandem klarkam, wurde schnell zum „Jägerunfall“. Logisch, denn in so einer Gruppe darf es keine Schwachstelle geben, wenn man ein Mammut erlegen will. Deshalb gibt es bei uns keine Grolls – selbst wenn wir mal sauer sind, arbeiten wir trotzdem gut zusammen.

Das Spiel
Mit Freunden haben wir ein Champions-League-Spiel in einer Bar geschaut. Alle außer mir haben für die gegnerische Mannschaft gefiebert. Am Tresen saß ein Typ, der auch jubelte, als mein Team ein Tor schoss. Ich ging zu ihm rüber, und wir haben zusammen gejubelt. So begann meine tiefste Freundschaft.
Vergessen
Meiner Beobachtung nach muss bei Frauenfreundschaften fast alles stimmen, damit sie halten. Bei uns reicht wenig, und selbst wenn wir uns mal streiten, ist das schnell vergessen. Frauen behalten alles im Kopf, auch alte Verletzungen. Wir „Ur-Männer“ schlafen eine Nacht drüber, und am nächsten Tag ist alles vergessen – die Freundschaft läuft weiter, als wäre nichts gewesen.
Das Grün
Meine Frau erzählt heute noch lachend, wie ich mit einem meiner besten Freunde – direkt vor ihren Augen – auf einem Konzert zusammenfand, weil wir beide grüne T-Shirts trugen. Wir sahen uns an, zeigten auf die Shirts, lachten, stießen an – und sind seit fast zehn Jahren Freunde.

Offen
Wir beurteilen unsere Männerfreunde nicht so streng nach dem Aussehen wie Frauen sich gegenseitig. Wir merken oft nicht mal, wenn ein Kumpel sich die Haare schneiden lässt oder einen Bart wachsen lässt – das interessiert uns einfach nicht so sehr. Und wir tragen keinen Groll heimlich mit uns herum, wir legen alles offen auf den Tisch. Gibt es einen Konflikt, sprechen wir sofort darüber und klären das. (Und natürlich rufen wir nie einen anderen Kumpel an, um über jemanden zu reden – das ist eine typische Frauen-Eigenschaft.) Wenn wir jemanden nicht mögen, dann offen und ehrlich, nicht hinter dem Rücken.
Gemeinsame Punkte
Meine Freundin stellte mich nach zwei Monaten ihrer Schwester und deren Mann vor. Wir stellten uns vor, und der Typ fragte, ob ich ein Bier möchte. Ich sagte ja. Dann fragte ich, ob er angelt. Tut er. Mehr brauchten wir nicht – sofort waren wir Freunde.
Benzin
Ich wartete bei der Werkstatt auf mein Motorrad und kam mit einem Typen ins Gespräch, der ein ähnliches Motorrad hatte. Eine halbe Stunde redeten wir über Autos und Motorräder – und das war’s: Von da an waren wir beste Freunde. Zwei Jahre später war er mein Trauzeuge.
Das Kino
Wir kamen aus dem Kino, meine Freundin wischte sich noch gerührt die Tränen weg, und ich murmelte leise: „Der Film war schrecklich.“ „Finde ich auch...“, brummte jemand neben mir. Wir sahen uns an, besprachen, warum der Film schlecht war, während unsere Freundinnen ins Gespräch kamen. „Ich heiße übrigens Tomi“, stellte sich der Typ vor. Tomi ist seitdem einer meiner besten Kumpel, wir treffen uns jede Woche.











