Es gibt zwei Arten von Menschen, wenn es ums Stuhlgang geht: Der erste Typ ist zeitgebunden. Sie erledigen ihre Geschäfte immer zur gleichen Zeit, wie eine Schweizer Uhr. Es kann nach dem Aufwachen oder nach dem Abendessen sein – wichtig ist nur, dass es genau dann passiert.
Der andere Typ legt viel mehr Wert auf den Ort. Für sie ist nicht wichtig, wann, sondern wo. Und mal ehrlich, die meisten von ihnen sind meistens zu Hause. Die gemeinsame Bürotoilette, das makellose Badezimmer eines Freundes oder eine kleine Restaurantkabine kommen nicht in Frage.
Ich war neugierig, ob an dieser Theorie etwas Wissenschaftliches dran ist, also habe ich Experten befragt. Wie sich herausstellte, ist das Kacken eine viel persönlichere Angelegenheit, als man denkt – sagt Dr. Benjamin Levy, Gastroenterologe und klinischer Dozent an der Universität Chicago.
Vielleicht weißt du jetzt schon genau, zu welchem Typ du gehörst. Natürlich kann es auch sein, dass du dich mit beiden identifizieren kannst – zum Beispiel gehst du nur zu Hause und nur nach dem Frühstück. Oder vielleicht trifft keiner von beiden auf dich zu und du funktionierst völlig chaotisch: Wenn es 16 Uhr ist und du gerade in einem Laden bist, musst du trotzdem gehen.
1. Für die, denen die Zeit wichtiger ist
Wenn du in diese Kategorie gehörst, hast du wahrscheinlich ein gut eingeübtes Zeitfenster – morgens nach dem Aufwachen oder nach dem Mittagessen. Dein Körper ist darauf eingestellt, und sonst gibt es normalerweise keinen "Reiz".
„Das ist übrigens völlig normal, denn unser Verdauungssystem arbeitet wirklich gerne nach Routine“
Zum Beispiel schaltet der Dickdarm im Schlaf in den "Ruhemodus", aber sobald du aufwachst, beginnt die Bewegung, und der morgendliche Kaffee unterstützt das Ganze nur.
Das Problem ist nur, wenn du dieses Zeitfenster verpasst, kann es leicht "hängen bleiben" – denn nicht nur dein Körper, sondern auch dein Gehirn gewöhnt sich an diese Gewohnheit, sodass es schwer ist, sich von außen darauf einzustellen.
Was kannst du tun, wenn du mit der Zeit durcheinanderkommst?
- Trinke etwas Warmes mit Koffein. Kaffee unterstützt die Muskelbewegung im Darm, aber auch einfach warmes Wasser oder Tee können die Verdauung anregen.
- Iss ballaststoffreiche Lebensmittel: Pflaumen, Kiwi, Banane, Mandeln – diese helfen, dass es leichter geht.
- Trinke viel Wasser: Der Stuhl braucht Wasser, sonst trocknet er aus, wird hart und ist schwerer auszuscheiden.
- Bewege dich etwas: Ein Spaziergang, lockeres Yoga oder leichtes Joggen regen ebenfalls die Darmbewegung an.

2. Für die, denen der Ort wichtiger ist
Du kannst nur dann entspannt aufs Klo gehen, wenn alles perfekt ist: Du bist zu Hause, allein, alles ist sauber und niemand hört, was passiert. In der Toilette eines Einkaufszentrums kannst du sicher nicht entspannt deine Geschäfte erledigen.
„Das basiert oft auf psychologischen Gründen. Viele haben Angst, gehört zu werden, oder dass andere wissen, was sie drinnen machen. Für andere ist Sauberkeit die Hauptangst: Sie fühlen sich an fremden Orten nicht sicher, und ihr Körper blockiert einfach.“
Wie lässt du den Stress los?
- Höre Musik. Mit Kopfhörern ist es leichter, die Außenwelt auszublenden, und es entspannt zusätzlich.
- Wähle die Toilette klug. Wenn du im Büro bist, geh in eine andere Etage oder wähle die entfernteste Kabine.
- Hab ein "Notfallpaket" dabei. Desinfektionstücher, Toilettensitzauflage, Duftspray – das kann sehr helfen, damit du dich wohler fühlst.
Jeder geht anders aufs Klo – und das ist völlig normal. Deine Gewohnheit ist nicht peinlich und du musst dich deswegen nicht unwohl fühlen. Und auch wenn die Diskussion Ort vs. Zeit auf den ersten Blick lustig erscheint, könnten genau diese lockeren Gespräche helfen, endlich normaler über unseren Körper und seine natürlichen Prozesse zu sprechen.











