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Für diesen Film fliegen Fans um die halbe Welt – Nolans „Odyssee" macht Kino zum Reiseziel

Nyul Debóra5 Min. Lesezeit
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Für diesen Film fliegen Fans um die halbe Welt – Nolans „Odyssee" macht Kino zum Reiseziel — Freizeit
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Ein Kinostart, der ganze Reisen auslöst? Das gibt es selten. Doch Christopher Nolans neuer Film „Odyssee" hat genau das geschafft. Manche Fans nehmen Tausende Flugkilometer auf sich – nur um den Film in exakt jenem Format zu sehen, in dem der oscarprämierte Regisseur ihn ursprünglich geträumt hat.

Rund um die Verfilmung von Homers Epos haben sich außergewöhnliche Reisen entwickelt: Zuschauer aus der Türkei, aus Singapur, Malaysia, Deutschland und den USA fliegen nach Australien, um eines der seltensten Kinoerlebnisse der Welt hautnah zu erleben.

In den deutschen Kinos ist die „Odyssee" seit dem 16. Juli zu sehen.

Keine gewöhnliche Vorstellung, sondern ein seltenes Kulturerlebnis

Christopher Nolan ist seit Jahren ein leidenschaftlicher Verfechter klassischer Filmtechnik – besonders des sogenannten IMAX-1570-Formats. Es zählt zu den hochauflösendsten Projektionsverfahren überhaupt: Das System arbeitet mit 70-Millimeter-Film und einem außergewöhnlich großen Bildformat und liefert eine Detailtiefe, die sich digital nicht exakt reproduzieren lässt.

Das Besondere an der „Odyssee": Es ist der erste abendfüllende Spielfilm, der vollständig mit IMAX-1570-Kameras gedreht wurde. Die Technik ist allerdings eine echte Herausforderung. Die Kameras sind extrem schwer und laut, der Filmstreifen muss ständig gewechselt werden. Während der Dreharbeiten entwickelten Nolan und sein Team eigene Lösungen, damit sich neben der rund 180 Kilogramm (etwa 397 Pfund) schweren Kamera auch die Dialoge in guter Qualität aufnehmen ließen.

Nur eine Handvoll Kinos weltweit kann den Film so zeigen

Der Preis für dieses besondere Format: Es ist heute nur noch an sehr wenigen Orten verfügbar. Weil die digitale Projektion sich durchgesetzt hat, können weltweit lediglich 41 Kinos IMAX-1570-Film abspielen.

Eines davon ist das IMAX-Kino in Melbourne – der einzige Ort auf der Südhalbkugel, an dem die „Odyssee" in diesem Format läuft. Die riesige Filmrolle ist mehr als 17 Kilometer (rund 10,5 Meilen) lang und wiegt etwa 240 Kilogramm (rund 529 Pfund).

Kinoleiter Jeremy Fee berichtet, dass immer mehr Menschen ihren Urlaub so planen, dass ein solches Erlebnis hineinpasst. Laut einem Bericht des Guardian organisieren viele Besucher ihre ganze Reise rund um eine Vorstellung der „Odyssee" im IMAX-1570-Format.

Warum fliegt jemand für einen Film um die halbe Welt?

Christian Wächter und seine Frau Romy Demeter reisen aus Deutschland nach Melbourne, um den Film gleich zweimal in diesem Format zu sehen. Für sie steht außer Frage, dass sich der lange Flug lohnt.

Sie vergleichen es mit einer Reise zu einer Weltmeisterschaft, einem Tennisturnier oder einem Formel-1-Rennen. Es geht nicht nur um ein Ticket für ein Ereignis, sondern darum, Teil eines einmaligen, unwiederholbaren Erlebnisses zu sein.

Nicht jeder versteht diese Begeisterung sofort – Wächter erzählt, dass sein Vater und seine Großmutter die Idee eher mit Staunen aufgenommen haben. Für die jüngere, filmbegeisterte Generation aber wird es immer wichtiger, wie ein Film entsteht und wie er auf die Leinwand kommt.

Wenn Kino wieder zum Ereignis wird

Dan Drobik, ein Techniker des IMAX in Melbourne, vergleicht den 1570-Film mit Schallplatten: Zwar erzählen digitale Technik und analoger Film dieselbe Geschichte, doch die Filmprojektion habe seiner Meinung nach einen natürlicheren Charakter.

Die Vorführungen sind technisch weit aufwendiger als die digitalen Varianten. Der Projektor muss durchgehend überwacht werden, und die Fachleute sind während der gesamten Vorstellung anwesend. Genau diese Seltenheit macht das Erlebnis so besonders: Die Zuschauer sehen nicht nur einen Film, sie werden Teil einer Kinotradition, die es heute nur noch an wenigen Orten gibt.

Dank Christopher Nolan ist die Kinoleinwand wieder ein Erlebnis

Nach dem Erfolg früherer Nolan-Filme wie Oppenheimer ist das Interesse an großformatigen Kinoformaten wieder gestiegen. In den vergangenen Jahren hat auch die Zahl der Kinos zugenommen, die 1570-Vorführungen zeigen können – und immer mehr Filmemacher kehren zum Drehen auf Film zurück.

Doch es geht dabei nicht nur um technische Details. Eine Besonderheit von Nolans Filmen ist, dass der Regisseur die Größe der Leinwand, das Bildverhältnis und die Bildqualität als Teil des Erzählens versteht.

Viele denken deshalb: Wenn ein Filmemacher so bewusst entscheidet, wie sein Werk entsteht, dann gehört zum vollständigen Erlebnis auch, dass der Zuschauer ihm im selben Format begegnet.

Die „Odyssee" ist so nicht nur ein neuer Kinostart geworden, sondern auch eine Erinnerung daran, dass Kino mehr sein kann als reine Unterhaltung: eine Reise, ein gemeinschaftliches Erlebnis und ein seltener Moment, für den es sich lohnt, sogar bis ans andere Ende der Welt aufzubrechen.

Was ist das IMAX-1570-Format genau?

Es ist eines der hochauflösendsten Kinoformate überhaupt und nutzt 70-Millimeter-Film mit besonders großem Bildformat. Dadurch entsteht eine Detailtiefe, die sich digital nicht exakt reproduzieren lässt.

Warum reisen Fans für die „Odyssee" bis nach Australien?

Weltweit können nur 41 Kinos IMAX-1570-Film abspielen. Das Kino in Melbourne ist der einzige Ort auf der Südhalbkugel, an dem der Film in diesem Format läuft – deshalb planen viele Fans ihre gesamte Reise darum herum.

Was macht die „Odyssee" technisch so besonders?

Es ist der erste abendfüllende Spielfilm, der vollständig mit IMAX-1570-Kameras gedreht wurde. Die Kameras wiegen rund 180 Kilogramm und stellten das Team bei den Dreharbeiten vor große Herausforderungen.

Ab wann läuft die „Odyssee" in den Kinos?

In den deutschen Kinos ist der Film seit dem 16. Juli zu sehen.

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