Eine Studie der Northwestern University und der University of Illinois aus dem Jahr 2011 zeigt, dass fast 50 % der Frauen ihre größten Reuegefühle in romantischen Beziehungen haben. Befragt wurden 370 Erwachsene unterschiedlichen Alters, und viele Frauen blicken zurück und fühlen, dass ihre Entscheidungen in der Liebe nicht immer richtig waren.
Was genau bedeutet diese Reue?
Der Studie zufolge haben 44 % der Frauen in Beziehungsfragen Entscheidungen getroffen, die sie sehr bereuen. Überraschend ist, dass dieser Anteil bei Frauen deutlich höher ist als bei Männern, von denen nur 19 % Ähnliches angaben. Woran liegt dieser Unterschied? Vielleicht an gesellschaftlichen Erwartungen, emotionaler Tiefe oder der größeren Bedeutung, die Frauen romantischen Beziehungen beimessen?
Für manche ist der größte Schmerz die Reue über eine Beziehung, die „nie wirklich funktioniert hat“. Deshalb beschäftigt uns oft noch Jahre oder Jahrzehnte später der Gedanke: „Was wäre, wenn…“
Verpasste Chancen und vergessene Lieben hinterlassen oft tiefere Spuren als Beziehungen, die zwar bestanden, aber nicht funktioniert haben. Denn bei Letzteren haben wir das Gefühl, es zumindest versucht zu haben und uns eine Chance gegeben zu haben.
Warum bereuen Frauen verpasste Chancen stärker?
Es scheint, als würden Frauen sich intensiver mit Beziehungsfragen auseinandersetzen und öfter darüber nachdenken, wie sie das gemeinsame Glück anders hätten gestalten können.
Die Studie zeigt auch, dass Singles – egal ob Männer oder Frauen – mehr über vergangene Beziehungen grübeln als diejenigen, die inzwischen wieder eine feste Bindung eingegangen sind.
Das überrascht nicht, aber die gute Nachricht ist: Wer sein Glück neu gefunden hat, hängt viel weniger an alten, nicht verwirklichten Beziehungen.
Romantische Reue lässt sich laut Experten in zwei große Gruppen einteilen: Die einen bereuen, etwas nicht getan zu haben, die anderen bereuen die Schritte, die sie gegangen sind. Doch es stimmt auch, dass wir verpasste Chancen seltener bereuen: Wer das Gefühl hat, nicht genug für die Beziehung getan zu haben, trägt diese Last oft länger mit sich herum als diejenigen, die ihre aktiven Entscheidungen bedauern.
Die verpasste Chance auf Liebe
Psychologen raten dazu, Selbstvorwürfe und Traurigkeit loszulassen, denn solche verpassten Lieben hätten selten die Hoffnungen erfüllt. Die Wahrscheinlichkeit, mit der Person, mit der es nicht geklappt hat, wirklich glücklich zu werden, ist gering. Oft ist es sogar so, dass eine dauerhafte Beziehung mit dieser Person nie möglich gewesen wäre. Mit der Zeit neigen wir dazu, die schönen Momente und positiven Erinnerungen hervorzuheben und nach unserem aktuellen Gefühl zu verklären.
Experten empfehlen, diese Fantasie loszulassen und sich darauf zu konzentrieren, was man aus der Situation lernen kann. So entwickeln wir neue Verhaltensmuster und Bewältigungsstrategien, die uns in zukünftigen (oder aktuellen) Beziehungen helfen.
Reue gehört zum Menschsein dazu, aber sie muss nicht unser Leben bestimmen. Jede Beziehung, ob gut oder schlecht, formt uns, lehrt uns und bringt uns näher zu dem Partner, der wirklich zu uns passt. Die Frage ist: Ziehst du deine Lehren und gehst weiter (oder überlegst, was du jetzt für Veränderungen tun kannst) – oder haderst du noch jahrelang?











