Es geht nicht darum, dass ich den Stil der GenZ nicht mag – manche sind richtig kreativ und mutig, und ich unterstütze voll und ganz, wie diese freie Generation gerade dabei ist, die Welt zu verändern. Aber ich bin an dem Punkt angekommen, an dem manche Trends einfach nicht mehr zu mir passen, gezwungen wirken oder bei mir nur Albtraum-Flashbacks an die 2000er auslösen. Diese Wellen überlasse ich lieber den Jüngeren – lasst sie damit spielen!
Der Mittelscheitel – nein, danke

Manche sagen, man erkennt am Scheitel, ob jemand jung ist – Mittelscheitel oder noch seitlich gekämmt. Ich bin nicht komplett hinterher, weiß, dass mein Seitenscheitel out ist, und habe es einmal mit Mittelscheitel versucht. Einmal. Dann schaute ich in den Spiegel und dachte: Kein Weg, dass ich so rausgehe. Für uns Millennials ist der Seitenscheitel nicht nur Gewohnheit, sondern Identität. Wenn mir das weggenommen wird – was bleibt dann? Skinny Jeans? (Ja, aber dazu später mehr.)
Oversized, baggy Klamotten – ich fühle mich darin wie in einem Altkleidercontainer

Ich sehe die coolen GenZ-Jugendlichen selbstbewusst durch die Stadt laufen, als kämen sie direkt aus einer Modestrecke: riesige Pullover, weite Jeans, Oversize-Jacken. Ich habe es auch probiert. Im Spiegel schaute mich ein leicht frierender Kartoffelsack an. Bei mir vermitteln weite Klamotten keine coole Stimmung, sondern eher „Ich habe im Büroklima gefroren“. Vielleicht liegt das Geheimnis im selbstbewussten Tragen – aber das fehlt mir wohl.
Low-Rise-Hosen – hatten wir schon, danke, reicht

Erinnert ihr euch, als Britney und Christina Aguilera die Hüfthosen populär machten? Wir Millennials haben das schon einmal überlebt – Stretchgürtel, ständiges Hochziehen und die Angst, beim Hinsetzen mehr zu zeigen, als man wollte. Die GenZ bringt den Schnitt jetzt wieder zurück, und das ist ihr gutes Recht. Ich bleibe lieber bei meinen bequemen, hochgeschnittenen Hosen, die nicht nur meine Seele, sondern auch meine Seiten stützen. Und in denen nicht jeder sieht, welche Unterwäsche ich trage – nicht aus Prüderie, sondern weil ich bei Unterwäsche auf Komfort setze und das nicht unbedingt öffentlich machen will.
Soap Brows – wenn die Schwerkraft auch das Make-up beeinflusst

Die aufgestellten, nach oben gekämmten Augenbrauen („Soap Brows“) wirkten zuerst spannend. Dann probierte ich es aus und sah aus, als hätte mich das Leben sehr überrascht. Vielleicht funktioniert das bei den Gesichtszügen der GenZ feiner, aber mir fiel nur ein Wort ein: Rumcajs. Meine schön geformten, natürlich geschwungenen Brauen sind vertraut, bequem – und bringen niemanden auf die Palme.
Es geht nicht darum, dass die GenZ keinen Stil hat – ganz im Gegenteil! Nur mir steht eben etwas anderes besser als ihnen. Und das ist völlig okay. So wie sie selbstbewusst Baggy-Jeans tragen, ziehe ich mit genauso viel Selbstbewusstsein meine Skinny Jeans an. Denn wenn mich die Mode eines gelehrt hat, dann: Der wichtigste Trend, dem man folgen sollte, ist Authentizität.











