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"Ich fühle mich schuldig, wenn ich mich ausruhe, denn das verbrennt keine Kalorien" – Geschichten von Frauen, die der Wunsch abzunehmen zerstört

Angela Fischer4 Min. Lesezeit
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"Ich fühle mich schuldig, wenn ich mich ausruhe, denn das verbrennt keine Kalorien" – Geschichten von Frauen, die der Wunsch abzunehmen zerstört — Gesundheit
In diesem Artikel

Schlankheit über alles, denn eine Frau gilt doch nur als schön, wenn sie schlank ist, oder?

Trends

Schon im frühen Teenageralter haben meine Freundinnen und ich immer neue Diäten ausprobiert. Teenagermagazine waren voll davon, Ideen gab es also genug. Ich erinnere mich, dass wir einmal sogar eine verrückte Eier-Diät ausprobierten: eine ganze Woche lang aßen wir nur gekochte Eier. Am Ende musste ich mich übergeben, eine Freundin hatte ständig Blähungen, und eine andere nahm zu. Heute muss ich darüber schmunzeln, auch wenn es traurig ist, dass wir uns mit 12 schon so sehr damit beschäftigt haben.

Schuld und Sühne

Wenn ich das Abendessen auslasse, bin ich stolz auf mich. Esse ich abends einen Keks, plagt mich Schuldgefühl. Gehe ich nach der Arbeit trainieren, lobe ich mich selbst. Bin ich müde und ruhe mich aus, quält mich das schlechte Gewissen. Laufe ich am Wochenende, mag ich mich an diesem Tag. Gehe ich stattdessen ins Kino, fühle ich mich schuldig. Ich muss sehr streng mit mir sein und viel verzichten, um mich gut zu fühlen – und das ist nicht gesund.

Privileg

Wir können diskutieren und protestieren, doch die Fakten sind hart: Schlanksein bringt Vorteile in allen Lebensbereichen. Du gefällst Männern eher und hast bei der Partnerwahl mehr Auswahl. Findest du einen besseren Partner, erben deine Kinder bessere Gene. Aber nicht nur dort ist es ein Vorteil, nicht übergewichtig zu sein. Menschen sind freundlicher zu dir als zu übergewichtigen Frauen, und am Arbeitsplatz hast du bessere Chancen auf Beförderung als „die Dicken“. Solange das so bleibt – und das wird es – hält die „Diätkultur“ Frauen als Geiseln gefangen.

Gesellschaftlicher Druck

Wir schimpfen über Naschkatzen, ermutigen aber Diätende und feiern, wenn jemand abgenommen hat. Das ist die wahre toxische Diätkultur.

Liebe Worte

Wenn ich etwas abnehme, lobt mich die Verkäuferin, die Kollegen, Verwandte, mein Partner und sogar meine Kinder. „Mama, du siehst toll aus!“ Danke, mein Schatz, auch wenn ich nicht wegen einer Diät abgenommen habe, sondern weil ich krank war. Aber Lob ist Lob und tut immer gut.

Gut und schlecht

Leider teile ich Lebensmittel in meinem Kopf in gut und schlecht ein. Salat ist gut, Schokolade schlecht. Mineralwasser gut, Cola schlecht. Hähnchenbrust gut, Nockerln schlecht. So zu leben ist schrecklich, aber ich kann nicht damit aufhören.

Figur

Ich war nie wirklich übergewichtig, eher dünn, und doch habe ich mein ganzes Leben lang Diäten gemacht. Ich setzte mir immer ein Ziel und ruhte nicht, bis ich es erreicht hatte. Neulich sah ich mein Spiegelbild in einem Schaufenster und dachte sofort, ich könnte noch etwas abnehmen, um noch schlanker zu sein. Seitdem frage ich mich, ob ich jemals so schlank sein werde, dass ich mit mir zufrieden bin. Die Antwort ist wahrscheinlich nein, niemals.

Gemeinsam

Die Diätkultur macht vor niemandem Halt, setzt alle Frauen unter Druck – selbst die knochendürren Models, die es besonders trifft.

Im Bann der Zahlen

Ich lud mir eine Kalorienzähler-App herunter, die zugleich Segen und Fluch war. Tatsächlich nahm ich ab, aber irgendwann bestand mein Leben nur noch aus Kalorienzählen. Ich musste täglich mein Kalorienlimit einhalten, und jeder spontane Keks, den mir ein Kollege anbot, der Kaffee in der Überstunde oder der kleine Zuckerwürfel zwischendurch führten zu ernsthaften Rechnereien. So sehr, dass meine Freunde mir sagten, das sei ungesund. Das Kalorienzählen ist leider bis heute eine Art „Sucht“, von der ich nicht loskomme.

Schaufenster

Ich weiß, dass Fitness-Influencer ihre Fotos manipulieren, trotzdem folge ich ihnen auf Instagram. Es ist einfach schön, sie anzusehen – sei es als Motivation oder ästhetisches Erlebnis. Obwohl ich weiß, dass ich es nicht sollte, weil ich mich dadurch im Spiegel schlechter fühle.

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