Welcher Baum hat den kleineren ökologischen Fußabdruck?
Bevor wir die Frage beantworten, eines vorweg: Aus Umweltsicht ist es am besten, gar keinen Baum zu haben. Wenn du also den grünsten Weg suchst, ist das die Lösung. Aber wir verstehen, dass ein Baum zum Fest einfach dazugehört. Viele denken, wenn sie sonst auf die Umwelt achten, können sie sich diesen kleinen Luxus erlauben – vor allem, wenn sie eine umweltfreundlichere Option wählen.
Aber welcher ist das?
Künstliche Tannen halten viele Jahre und wirken deshalb wie eine nachhaltige Lösung – doch die Antwort ist nicht so einfach.
Betrachtet man den ökologischen Fußabdruck, schneidet der echte Tannenbaum meist besser ab. Wichtig ist allerdings, woher er stammt und was danach mit ihm passiert. Beim echten Baum ist vor allem der Transport der größte Umweltfaktor. Deshalb lohnt es sich, einen lokalen Händler zu wählen.
Der Carbon Trust schätzt, dass ein zwei Meter hoher, wurzelloser Baum, der nach dem Fest auf der Müllhalde landet, etwa 16 kg CO₂ verursacht. Ein gleich großer Baum mit Wurzeln, der nach den Feiertagen weiterverwertet wird – etwa verbrannt, eingepflanzt oder gehäckselt – hat nur 4 kg CO₂, also viermal weniger.

Was zeichnet die künstliche Tanne aus?
Ein zwei Meter hoher künstlicher Baum verursacht dagegen etwa 40 kg CO₂. Das heißt, du müsstest ihn mindestens 10 Jahre lang nutzen, um mit einem lokal gekauften und sorgfältig entsorgten echten Baum gleichzuziehen. Erst danach gleicht sich der ökologische Fußabdruck aus, und die folgenden Jahre bringen Vorteile für die künstliche Tanne. Doch die meisten künstlichen Bäume halten so lange nicht.
Der Carbon Trust empfiehlt: Wenn du unbedingt einen Baum möchtest, dann wähle einen echten von einem lokalen oder möglichst nahen Produzenten. Sorge dafür, dass der Baum recycelt wird, etwa durch Rückgabe an die richtige Stelle. Wenn du auf eine künstliche Tanne bestehst, dann investiere in ein hochwertiges Modell, das du viele Jahre nutzen kannst.
Und wie sieht es mit der Abholzung aus?
Es klingt logisch, dass das Fällen von Bäumen nicht umweltfreundlich ist – doch bei Weihnachtsbäumen ist die Lage anders.
Diese Bäume stammen aus speziellen Plantagen, die extra für diesen Zweck angelegt wurden. Es werden also keine natürlichen Wälder abgeholzt. Da Händler wissen, dass es auch nächstes Jahr eine Nachfrage gibt, werden gefällte Bäume sofort ersetzt.
Ein zwei Meter hoher Baum braucht ungefähr 10 Jahre, um diese Größe zu erreichen – das bedeutet, der gepflanzte Baum hat 10 Jahre lang die Luft gefiltert.
Ohne den Markt für echte Weihnachtsbäume würden diese Plantagen wahrscheinlich nicht existieren. Stattdessen stünden dort vielleicht Parkhäuser oder Lagerhallen.
Was tun, wenn du schon eine künstliche Tanne hast?
Die goldene Regel beim Umweltschutz lautet: Wenn du sie schon gekauft hast, nutze sie so lange wie möglich, statt sie wegzuwerfen. Wenn du also schon eine künstliche Tanne hast, tust du der Umwelt den größten Gefallen, wenn du sie weiterverwendest. Die Produktion hat die Umweltbelastung bereits verursacht – das ändert sich nicht, wenn du sie entsorgst. Solange du den Baum nutzt, vermeidest du die Umweltbelastung durch den Kauf eines neuen Baumes, egal ob echt oder künstlich.











