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Juckende Ohren, Gelenkschmerzen – 8 Perimenopause-Symptome, die du kennen solltest

Diana Hoffmann5 Min. Lesezeit
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Juckende Ohren, Gelenkschmerzen – 8 Perimenopause-Symptome, die du kennen solltest — Gesundheit

Hitzewallungen, Reizbarkeit, Scheidentrockenheit – das verbinden wir meist mit der Menopause. Doch der Weg dorthin ist selten so klar. Die Symptome der Perimenopause schleichen sich oft unbemerkt in dein Leben: Gehirnnebel, trockene Augen, juckende Ohren, Gelenkschmerzen, Ängste… und weil sie nicht laut „hormonelle Veränderung!“ schreien, bringen viele Frauen sie nicht mit dieser Lebensphase in Verbindung.

Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause, in der der Östrogenspiegel sinkt oder unvorhersehbar schwankt, bevor er endgültig abfällt. Das kann 4–10 Jahre vor der letzten Periode beginnen. Eine lange Zeit, die dir erlaubt, diese Phase nicht nur mit zusammengebissenen Zähnen durchzustehen. Eine der größten Herausforderungen ist, dass viele Frauen gar nicht genau wissen, wann sie in diese Phase eingetreten sind.

„Die Perimenopause hat keine so klare Definition wie die Menopause selbst“, erklärt Dr. Karen Adams, Leiterin des Menopause- und Healthy Aging-Programms bei Stanford Medicine, im Interview mit SELF.

Da es keinen spezifischen Test gibt, diagnostizieren Ärzt:innen meist anhand der Symptome – was die Perimenopause leicht mit anderen Problemen verwechselt werden lässt.

Warum verursacht sie überhaupt so viele ungewöhnliche Symptome?

Alles hängt mit Östrogen zusammen. Dieses Hormon hat Rezeptoren im Gehirn, in der Haut, im Herzen, in den Knochen – praktisch überall. Wenn die Eierstöcke weniger produzieren, reagiert unser ganzer Körper darauf, erklärt Dr. Fatima Naqvi, Gynäkologin und Leiterin der Frauengesundheit beim Atlantic Health System in New Jersey. Deshalb treten in der Perimenopause so viele unterschiedliche Symptome auf – und zwar ganz individuell: Bei manchen kaum spürbar, bei anderen sehr belastend.

„Jede Frau erlebt Perimenopause und Menopause ganz einzigartig“, betont Dr. Adams. Schauen wir uns an, welche Zeichen darauf hindeuten, dass du in dieser Phase bist.

1. Gehirnnebel

Du findest einfach nicht das richtige Wort, obwohl es dir auf der Zunge liegt? Du vergisst, warum du in die Küche gegangen bist? Gedächtnisprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten überraschen viele Frauen. Dr. Adams berichtet, dass einige Patientinnen sogar Angst vor beginnender Demenz haben – doch Studien zeigen, dass bis zu 60 % der Frauen in dieser Zeit kognitive Veränderungen erleben. Östrogen beeinflusst Botenstoffe, die Gedächtnis, Stimmung und Schlaf steuern. Schwankende Hormonspiegel können Vergesslichkeit, Verwirrung und zerstreutes Denken verursachen. Wenn du Hitzewallungen hast, verstärkt sich der Gehirnnebel oft – auch wegen Schlafproblemen.

Frau am Schreibtisch

2. Schlafprobleme

Fast die Hälfte der Frauen in der Perimenopause hat Probleme mit dem Schlaf. Das kann Einschlafschwierigkeiten bedeuten oder ein frühes Erwachen – zum Beispiel gegen 3 Uhr nachts, begleitet von Angst oder ungewöhnlicher Wachheit.

„Viele schlafen problemlos ein, wachen aber mitten in der Nacht plötzlich auf“, erklärt Dr. Karen Horst, Psychiaterin.

Melatoninmangel, erhöhter Stress und die Wirkung von Östrogen auf die Temperaturregulierung – die Hormonveränderungen können Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen auslösen.

Frau streckt Hand unter einer dicken Decke hervor

3. Ängste und Stimmungsschwankungen

Reizbarkeit, Ungeduld, Überempfindlichkeit – viele Frauen schreiben das einfach ihrem stressigen Alltag zu. Kein Wunder: Die 40er sind oft vollgepackt mit Arbeit, Kindern, älteren Eltern, Deadlines, Klimakrise, Politik… „Wir schwimmen in einer dauerhaften Kortisolsuppe“, sagt Dr. Adams. Doch die Schwankungen im Östrogenspiegel können Ängste verstärken und sogar Stimmungsschwankungen auslösen.

Porträt einer erschöpften, gestressten Frau

4. Gelenk- und Muskelschmerzen

Schmerzen in den Beinen am Morgen? Muskelverspannungen nach dem Training? Du bist nicht allein.

Studien zeigen, dass über 70 % der Frauen in der Perimenopause Beschwerden im Bewegungsapparat haben.

Östrogen beeinflusst Kollagen und Gelenke. Sinkt der Spiegel, können Entzündungen, Steifheit und Schmerzen auftreten – deshalb ist beispielsweise das sogenannte Frozen Shoulder-Syndrom in dieser Zeit häufiger.

Frau hält sich den Knöchel

5. Trockene Haare, Haut und Augen

„Eigentlich trocknet alles aus“, sagt Dr. Adams. Haut, Haare, Augen, Mund, Scheide – all das hängt vom Östrogen ab. Besonders überraschend ist oft die trockene Augenoberfläche, denn die weiblichen Geschlechtshormone helfen, den schützenden Tränenfilm zu bilden. Kein Wunder, dass Frauen über 50 fast doppelt so häufig unter trockenen Augen leiden wie Männer.

Frau cremt ihr Schlüsselbein ein

6. Juckende Ohren

Ja, wirklich. Die Haut im Gehörgang ist dünn und empfindlich und trocknet durch den Östrogenabfall leicht aus.

„Der Östrogenwechsel kann auch den pH-Wert der Haut beeinflussen, was den Juckreiz verstärken kann“, erklärt Dr. Sameena Rahman.

Expert:innen raten dringend von Wattestäbchen ab – ein paar Tropfen Oliven- oder Mineralöl können aber helfen.

Frau kratzt sich am Ohr

7. Herzklopfen

Östrogen hilft, den Herzrhythmus und Cholesterinspiegel zu regulieren. Hormonelle Schwankungen können Herzklopfen auslösen – auch bei gesunden Frauen. „Viele denken, sie hätten einen Herzinfarkt oder Panikattacke“, sagt Dr. Adams. Das ist meist nicht gefährlich, aber eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll.

Frau in eine Decke gehüllt

8. Schmerzen beim Sex

Die Scheide ist sehr östrogenabhängig. Sinkt das Hormon, wird sie trockener und weniger elastisch, was Schmerzen, kleine Verletzungen und sogar häufigere Harnwegsinfekte verursachen kann. Eine lokale Östrogenbehandlung ist oft eine sehr wirksame Lösung.

Weibliches Geschlechtsorgan in Blumenform gefaltet

Was kannst du tun?

Wenn du in deinen 40ern bist und das Gefühl hast, „irgendetwas stimmt nicht“, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, empfiehlt Dr. Naqvi. Wichtig ist zu wissen, dass nicht jede Gynäkologin mit Menopause vertraut ist, deshalb lohnt sich etwas Recherche, um die richtige Fachperson zu finden. Nach der Untersuchung kann eine Hormonersatztherapie infrage kommen, die heute – entgegen früherer Ängste – als sicher gilt, wenn sie vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von 10 Jahren nach Beginn der Menopause gestartet wird.

Auch dein Lebensstil spielt eine große Rolle:

  • Rauchstopp
  • regelmäßige Bewegung
  • gezielte Behandlung einzelner Symptome (Schlaf, trockene Augen, Ängste)

„Die Perimenopause ist nichts, wovor man Angst haben muss“, betont Dr. Adams. „Sie ist vielmehr eine Chance, dich selbst, deine Gesundheit und deine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen.“

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