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„Kannst du kochen?" – Warum diese Frage beim Dating ein ernstes Warnsignal ist

Szőke Angéla5 Min. Lesezeit
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„Kannst du kochen?" – Warum diese Frage beim Dating ein ernstes Warnsignal ist — Beziehung
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Die Frage klingt harmlos. Aber sie ist es nicht.

Michelin-Sterne auf Papptellern

Ich bin 35, zweimal geschieden und habe einen Großteil meines Lebens am Herd verbracht. Und ich sage dir eines: Diese Frage hat nichts mit deinen Kochkünsten zu tun. Sie hat damit zu tun, ob du bereit bist, die Rolle zu übernehmen, die er sich für dich bereits ausgedacht hat.

Wer beim ersten Kennenlernen fragt, ob du kochen kannst, sucht keine gleichberechtigte Partnerin – sondern eine Köchin, Haushälterin, Sekretärin und Therapeutin in einer Person. Und wenn du Glück hast, prahlt er gelegentlich vor seinen Freunden mit dir. Das war meine „Belohnung" für Jahre am Herd. Nichts weiter. Er erwartet Michelin-Sterne-Küche – und stellt sich selbst mit einem Pappbecher an.

Ein Rat, der zählt

Als Scheidungsanwältin habe ich unzählige Frauen vertreten, die jeden Tag gewissenhaft gekocht haben. Die die Lieblingsgerichte ihres Mannes fehlerfrei zubereitet haben. Die an jeden Geburtstag, jeden Jahrestag gedacht haben und ihre Kinder mit vollem Herzen großgezogen haben.

Frauen, die sich täglich für ihre Familie aufgerieben haben – nur um schließlich für eine Frau verlassen zu werden, die noch nie einen Backofen eingeschaltet hat.

Die Lektion: Eine Beziehung hängt nicht davon ab, ob du Pasta von Hand machen kannst. Diese Fähigkeit wird dich nicht vor einem Partner retten, der dich niemals als gleichwertigen Menschen gesehen hat.

Kochen als Codewort

Diese Frage ist ein Lackmustest – aber nicht für deine Kochkünste. Er testet, ob du bereit bist, dich in das Leben einzufügen, das er sich für sich vorgestellt hat. Nicht einmal vorgestellt – eher: erwartet.

Dieser Mann wird kein gemeinsames Leben mit dir aufbauen, das euch beiden Freude macht. Er wird dich in eine Schublade stecken, die er in seinem Kopf für die „ideale Freundin" reserviert hat.

Was wirklich dahintersteckt

Wenn ein Mann fragt, ob du kochen kannst, fragt er eigentlich nicht nach dem Kochen. Ich bekomme inzwischen fast einen Schock, wenn ich diese Frage höre – und sage deshalb immer: Nein, ich kann nicht kochen. Obwohl ich es kann. Und sogar gerne tue.

Einmal wurde ich auf einer Party „ertappt": Ein Mann hörte, wie ich mit Freundinnen über das Geheimnis der perfekten Lasagne sprach – und fragte mich leicht vorwurfsvoll, warum ich ihm gesagt hätte, ich könne nicht kochen, wenn das offensichtlich gelogen sei.

Meine Antwort: Vielleicht fühle ich mich in der Küche wohl – aber für ihn war meine Antwort ohnehin irrelevant, denn ich habe nicht die Absicht, für IHN zu kochen.

Die eigentliche Frage dahinter

Er fragt nicht, weil er eine Leidenschaft für Kochkunst hat. Er fragt auch nicht, weil er sich Gedanken macht, wie zukünftige Kinder ernährt werden. Er fragt, weil er wissen will, ob du für ihn da sein wirst. Ob du Opfer bringen wirst. Ob du sein Leben bequemer machst, indem du die endlose Aufgabe der Haushaltsversorgung auf dich nimmst.

Bist du bereit, dich kleiner zu machen, damit es ihm leichter fällt? Denn viele Männer sehnen sich nach dem Komfort, den eine Ehefrau bietet – geben aber kaum etwas dafür zurück. Eine Partnerschaft erfordert Arbeit, aber er will nicht an der Beziehung arbeiten. Die Frau soll schuften – er schaut zu.

Ich weiß, das sind harte Worte. Aber ich habe dieses Muster so oft gesehen, dass ich mich verpflichtet fühle, andere Frauen zu warnen.

Und was ist mit ihm?

Das Ironische daran: Der Mann, der dir diese Frage stellt, kann meistens nicht einmal einen Nagel in die Wand schlagen. Er weiß nicht, warum das Auto nicht anspringt. Er könnte kein Haus bauen und repariert auch keine Waschmaschine. Er hat dir noch nie wirklich Sicherheit gegeben – und würde wahrscheinlich auch kein einziges Buch nennen können, das er seit dem Schulabschluss gelesen hat.

Er will dich nicht ernsthaft für euren gemeinsamen Alltag einsetzen – aber du sollst trotzdem für ihn in der Küche stehen, als wäre das Jahr 1955. Einen solchen Mann interessiert deine Persönlichkeit nicht, sondern deine Haushaltsleistung und deine Bereitschaft, sie in seinen Dienst zu stellen. Er wird der Partner sein, der Applaus erwartet, weil er einmal pro Woche die Spülmaschine ausräumt.

Kannst du kochen? – Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Frage „Kannst du kochen?" beim Dating ein Warnsignal?

Weil sie selten aus echtem Interesse an gemeinsamen Mahlzeiten gestellt wird. Sie testet oft, ob eine Frau bereit ist, traditionelle Versorgungsrollen zu übernehmen – ohne dass Gegenseitigkeit erwartet wird.

Ist es nicht normal, beim Kennenlernen über Kochen zu reden?

Über Essgewohnheiten oder Lieblingsrestaurants zu sprechen ist völlig normal. Problematisch wird es, wenn die Frage gezielt darauf abzielt, ob du bereit bist, ihn zu versorgen – nicht, ob ihr beide gerne kocht.

Was soll ich antworten, wenn ein Mann mich das fragt?

Das bleibt dir überlassen. Entscheidend ist, wie du dich dabei fühlst – und ob du das Gefühl hast, dass er eine gleichberechtigte Partnerin sucht oder jemanden, der seine Erwartungen erfüllt.

Bedeutet das, dass alle Männer, die das fragen, problematische Partner sind?

Nicht zwingend – aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Kontext und Ton der Frage, sowie sein Verhalten insgesamt, geben mehr Aufschluss als die Frage allein.

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