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Kaum zu glauben, wie wenig: So viel sprechen Eltern jährlich mit ihren Kindern

Elisabeth Müller3 Min. Lesezeit
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Kaum zu glauben, wie wenig: So viel sprechen Eltern jährlich mit ihren Kindern — Familie
In diesem Artikel

Ich meine nicht die Anweisungen, schnellen Absprachen oder das typische "Wie war die Schule?" "Gut."-Gespräch, sondern die Momente, in denen du wirklich zuhörst und dein Kind auch dir…

Ich weiß, wie schwer es ist, im Alltag wirklich Zeit miteinander zu verbringen, wenn alles so schnell vorbeirauscht und die To-dos sich stapeln. Trotzdem hat mich eine neue Studie sehr überrascht. Laut der Talker Research-Umfrage verbringen Eltern jährlich (!) gerade einmal 67 Stunden mit echter Kommunikation, wenn es um ihre Kinder geht. Das sind im Schnitt etwa 11 Minuten pro Tag.

Das ist doch schockierend, oder? Vor allem, wenn man bedenkt, wie viel Zeit wir vor Bildschirmen verbringen, wie viele Stunden wir bei der Arbeit sitzen, wie viel Zeit Haushalt, Einkaufen oder das leere Starren auf die abendliche Serie rauben.

Glaubst du, bei euch läuft es anders?

Vielleicht tatsächlich, doch laut der Studie überschätzen wir die gemeinsame Zeit oft, weil wir auch Gespräche mitzählen, die eigentlich Konflikte regeln. Die Forschung zeigt, dass die Eltern-Kind-Gespräche meist keine lockeren Unterhaltungen sind, sondern Disziplinierung und Verhandlungen. Ein häufiger Streitpunkt ist das Essen, besonders das Thema Gemüse.

Viele Eltern kennen die Situation: Das Kind sieht den Brokkoli (oder genau das Gericht, das es selbst bestellt hat – eigene Erfahrung) und schon beginnt der Kampf.

Doch nicht nur beim Essen wird die Stimmung zu einer Verhandlung. Eltern schließen durchschnittlich fünf Kompromisse pro Woche mit ihrem Kind bei alltäglichen Fragen. Und wenn man genau hinschaut, wirken diese Gespräche eher wie „Business-Meetings“ als tiefe emotionale Verbindungen – von denen es offenbar viel zu wenige gibt.

Eltern und Kinder im Gespräch
Source: pexels.com

Warum ist gemeinsame Zeit so wichtig?

Kinder- und besonders die Teenagerzeit sind voller Unsicherheiten, Fragen und Herausforderungen. Wenn ein Kind sich daran gewöhnt, mit seinen Eltern nicht wirklich über tiefere Dinge sprechen zu können, weiß es später oft nicht, wie es um Hilfe bitten soll, wenn es sie wirklich braucht.

Auch für Eltern ist es unglaublich schwer, wieder eine Verbindung zum Kind aufzubauen, besonders wenn man zu spät reagiert. Natürlich sollte man es trotzdem versuchen, aber es ist viel leichter, wenn man von Anfang an einen sicheren Raum schafft, in dem offen gesprochen werden kann. So wirken auch schwierige Zeiten weniger belastend.

Wie schaffst du mehr Gelegenheiten zum Reden?

  • Findet ein gemeinsames tägliches Ritual! – Das kann das abendliche Vorlesen sein, das gemeinsame Frühstück oder ein kurzer Spaziergang, bei dem ihr nur aufeinander achtet.
  • Schalte die Geräte aus! – Einer der größten Kommunikationsblockaden ist das Handy und die Medien. Wenn du mit deinem Kind reden willst, leg dein Handy weg – und bitte es, das gleiche zu tun.
  • Frag nicht nur, erzähl auch! – Kinder öffnen sich mehr, wenn sie sehen, dass du als Elternteil auch persönliche Dinge teilst. Davon lernen sie viel!
  • Achte auf kleine Momente! – Es geht nicht nur darum, sich „ernsthaft zu unterhalten“. Eine schnelle Umarmung, ein nettes Wort oder gemeinsames Lachen zeigen deinem Kind, dass es auf dich zählen kann.

Wichtig ist also nicht, jede Minute zu zählen und die gemeinsame Zeit um jeden Preis zu erhöhen, um sagen zu können, ihr verbringt mehr Zeit zusammen als andere. Es kommt auf die Qualität der Zeit an – darauf, wie präsent wir im Leben unserer Kinder sind.

Es ist noch nicht zu spät, Dinge neu zu denken, denn ein paar bewusste Minuten täglich können einen riesigen Unterschied machen. Trotz Stress, Müdigkeit und endlosen Aufgaben scheint oft keine Zeit zum „einfach so“ Reden zu sein. Doch es geht nicht darum, stundenlang am Tisch zu sitzen, sondern dass das Kind spürt: Wir hören zu und was es sagt, ist uns wichtig.

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