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„Komm Morzsi zu Mama!“ – Darum sehen viele ihr Haustier als ihr Kind an

Isabella Schmidt2 Min. Lesezeit
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„Komm Morzsi zu Mama!“ – Darum sehen viele ihr Haustier als ihr Kind an — Familie
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Viele von uns empfinden unsere Haustiere als eine Art Ersatzkind in unserem Leben. Doch was steckt psychologisch hinter diesem Phänomen? Studien zeigen, dass unsere Beziehung zu Haustieren oft elterliche Instinkte erfüllt, denn wir schenken ihnen Fürsorge, Aufmerksamkeit und Liebe – ganz ähnlich wie einem Kind.

Die Psychologie der Bindung

Die Bindungstheorie besagt, dass Menschen ein grundlegendes Bedürfnis nach engen zwischenmenschlichen Beziehungen haben, das oft durch Liebe und Zuneigung erfüllt wird. John Bowlby und Mary Ainsworth zeigen in ihren bekannten Studien, wie Menschen Bindungen eingehen – und wie ähnlich das auch bei unseren Beziehungen zu Tieren ist.

Eine im Animal Cognition veröffentlichte Studie fand heraus, dass Hundebesitzer besonders starke emotionale und fürsorgliche Bindungen zu ihren Vierbeinern aufbauen.

Die Studie zeigt, dass Hunde oft Verhaltensweisen zeigen, die Fürsorge auslösen – ähnlich wie menschliche Babys – und so die elterlichen Instinkte ihrer Besitzer aktivieren.

Das Beispiel kinderloser Paare

Für viele kinderlose Paare ist die Pflege und Erziehung ihres Haustiers ein Ausgleich für die fehlende Elternrolle. Studien zeigen auch, dass Menschen, die keine Kinder haben oder wollen, oft gesellschaftlichen Druck spüren. Die Fürsorge für Haustiere kann hier eine wertschätzende und emotionale Belohnung bieten.

Eine Studie der University of Tennessee fand heraus, dass kinderlose Frauen und Männer oft eine besonders starke Bindung zu ihren Haustieren aufbauen und deren Anwesenheit ähnlich wie die eines Kindes wahrnehmen.

Die Pflege des Tieres bringt ihnen Struktur im Alltag und emotionale Bereicherung.

Emotionale Unterstützung und Stressabbau

Die Beziehung zu Haustieren erfüllt nicht nur elterliche Instinkte, sondern ist auch ein wertvolles Mittel zur Förderung der mentalen Gesundheit. Studien belegen, dass Tiere Stress und Angst reduzieren und gleichzeitig die Ausschüttung von Glückshormonen wie Oxytocin steigern.

Ein Experiment der University of Miami zeigte, dass der Oxytocinspiegel der Besitzer während der Zeit mit ihrem Haustier deutlich ansteigt – ein Beleg für die stressmindernde Wirkung. Außerdem motivieren Haustiere oft zu mehr Bewegung, etwa bei Spaziergängen oder Spielen, was Körper und Geist guttut.

Gemeinschaft und soziale Beziehungen

Viele berichten, dass sie durch ihre Haustiere neue soziale Kontakte knüpfen. Tierliebhaber-Communities, Online-Foren oder Hundespaziergänge schaffen wertvolle Begegnungen und ein unterstützendes Umfeld.

Eine Studie der Queen Mary University London zeigt, dass Hundebesitzer eher neue Freundschaften schließen, besonders mit anderen Tierbesitzern. Das stärkt nicht nur das soziale Netzwerk, sondern auch das emotionale Wohlbefinden.

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