Worauf solltest du bei Reaktionen achten?
Ein deutliches Zeichen, dass man dich als anstrengend empfindet, ist, wenn andere seltener den Kontakt zu dir suchen. Das zeigt sich zum Beispiel so:
- Sie rufen seltener an oder schreiben dir, sagen Treffen öfter ab
- Ihr verbringt insgesamt weniger Zeit miteinander als früher
- Im schlimmsten Fall brechen sie den Kontakt ganz ab
Ein weiteres häufiges Zeichen ist, dass andere in deiner Gegenwart gestresst wirken. Das kann sich so äußern:
- passiv-aggressives Verhalten
- häufigere Konflikte
- durch die häufigeren Streits sinkt auch die gemeinsame Zeit
Emotionale Distanz kann ebenfalls ein Zeichen sein, dass du anderen Energie entziehst. Das zeigt sich so:
- Sie teilen weniger persönliche Informationen mit dir
- Sie öffnen sich nicht mehr so wie früher
- Sie laden dich nicht mehr zu wichtigen Familien- oder Freundesveranstaltungen ein
- Sie teilen ihre Erfolge und Probleme nicht mehr mit dir
Außerdem können Erschöpfung nach Gesprächen, sinkendes Selbstwertgefühl (zum Beispiel, wenn du ständig kritisierst) sowie Mitleid und Schuldgefühle auftreten – diese Zeichen sind für dich meist unsichtbar, du kannst sie nur durch gezielte Fragen besser verstehen.

Woran erkennst du, wenn jemand anderen Energie raubt?
Dr. Alexandra Stratyner, Psychologin bei Stratyner + Associates, erklärt in ihrem Artikel, wie du an vier Hauptzeichen anstrengende Menschen erkennst – und was du tun kannst, wenn du selbst so jemand bist.
Negativität
Das erste Zeichen ist, wenn jemand ständig negativ ist. „Es ist anstrengend, mit jemandem zusammen zu sein, der ständig klagt oder alles kritisiert“, sagt Dr. Stratyner. „Negativität schafft eine Atmosphäre, in der es schwerfällt, die gemeinsame Zeit zu genießen.“ Wenn dir auffällt, dass jemand immer nur das Schlechte sieht, ist das ein Warnsignal. Natürlich ist es normal, ab und zu negativ zu sein. Aber wenn jemand viel klagt und das deine Stimmung beeinflusst, hast du es mit einem Energieräuber zu tun. Das gilt auch, wenn du das bei dir selbst bemerkst, wenn du mit Freunden oder Familie sprichst.
Mangelnde Gegenseitigkeit
Ein weiteres Zeichen ist, wenn die Person Gefühle oder Taten nicht erwidert. „Wenn du ständig Unterstützung gibst, ihre Probleme anhörst oder immer den ersten Schritt machst, merkst du vielleicht, dass sie selten Interesse an deinem Leben, deinen Herausforderungen oder Erfolgen zeigt“, erklärt Dr. Stratyner. „Wenn sie doch mal interessiert ist, dreht sich das Gespräch schnell wieder um ihre Probleme.“
Übertriebene Dramatik
Übertriebene dramatische Reaktionen können ebenfalls ein Hinweis sein, dass du anderen Energie raubst. „Wenn jemand dazu neigt, einfache Situationen aufzubauschen, verursacht das unnötigen Stress im Umfeld“, sagt die Expertin. Solche Menschen machen aus einer Mücke einen Elefanten und können damit ihr Umfeld nerven. „Du hast vielleicht das Gefühl, auf Eierschalen zu laufen und deine Worte sorgfältig zu wählen, um niemanden zu verärgern“, erklärt Dr. Stratyner. Manche Menschen sind von Natur aus dramatisch – das ist dann eher ein Charakterzug.
Sie freuen sich nicht über den Erfolg anderer
Dr. Stratyner nennt als viertes Hauptzeichen, wenn jemand nicht in der Lage ist, sich für den Erfolg anderer zu freuen. „Es ist anstrengend, wenn jemand deine Erfolge kaum anerkennt“, teilt die Expertin mit. Ehrlich gesagt: Wenn jemand sich nicht für deine Erfolge freut, ist es Zeit, weniger Zeit und Energie in diese Person zu investieren. „Mit der Zeit wirst du vielleicht weniger gute Nachrichten mit ihr teilen. In gesunden Beziehungen feiern wir gegenseitig unsere Erfolge – das stärkt und verbindet.“ Fehlt dieses Element, egal ob die Person anstrengend ist oder nicht, solltest du überlegen, ob du sie in deinem Leben brauchst.

Niemand hört gern auf seine Fehler hingewiesen, aber…
Wenn eine anstrengende Person in deinem Leben ist, hilft es ihr nicht, wenn du schweigst. Wenn dich jemand als anstrengend bezeichnet hat, erklärt die Expertin, was du tun kannst, um eure Beziehung zu verbessern und dich weiterzuentwickeln:
- Nimm dir Zeit für Selbstreflexion: „Versuche besser zu verstehen, wie sich andere in deinem Umfeld fühlen“, rät Dr. Stratyner. Bewusstes Nachfragen bei Freunden und Familie kann dir helfen, deine Fehler in Beziehungen zu erkennen. Frag dich selbst: Beschwere ich mich oft? Kann ich mich über die Erfolge meiner Liebsten freuen?
- Bitte um ehrliches Feedback: Dr. Stratyner empfiehlt, Familienmitglieder oder Freunde um ehrliche Rückmeldungen zu deinem Verhalten zu bitten. Das gibt wertvolle Einblicke, wie deine Anwesenheit und Kommunikation auf andere wirken.
- Entscheide dich für Veränderung: Wenn du verstehst, wie dein Verhalten deine Beziehungen beeinflusst, kannst du den ersten Schritt zur Verbesserung machen. Selbstreflexion und Feedback helfen dir, deine Beziehungen positiv zu gestalten. Ehrliche Absicht und Engagement für Entwicklung sind nicht nur für dein Umfeld, sondern auch für dich selbst vorteilhaft.











