Im Gesundheitswesen zu arbeiten ist auf vielen Ebenen herausfordernd. Darum lohnt es sich, auf die Ratschläge erfahrener Kolleg:innen zu hören.
Das wichtigste Team
Ich arbeite in mehreren Krankenhäusern und verstehe mich überall gut mit den Sicherheitskräften. Meiner Meinung nach werden sie oft unterschätzt. Es lohnt sich, mit ihnen gut auszukommen, denn sie können in vielen Situationen helfen. Manchmal war ich so erschöpft, dass ich schlafen musste. Dann habe ich sie gebeten, mich zu wecken, falls ein Notfall eintrifft. Sie haben mich nie verraten. Freundet euch auch mit dem Hausmeister und den Reinigungskräften an – sie sind unverzichtbare Helfer im Krankenhaus! Was auch immer gebraucht wird, sie besorgen es; wenn es Probleme gibt, helfen sie weiter und – nicht zuletzt – bekommt man von ihnen die besten Geschichten mit.
Maßgeschneidert
Ich bin 153 cm groß und kürze die Ärmel und Hosenbeine meiner Einweg-OP-Kleidung mit einem Tacker auf meine Größe.

Der sichere Ort
Kissen, Thermometer, Infusionsständer usw.: Wenn ich etwas verstecken möchte, bringe ich es immer in ein Patientenzimmer und bitte einen Patienten, darauf aufzupassen. Am besten den unfreundlichsten – dort sucht niemand, nicht mal die erfahrensten Kolleg:innen.
Die Box
Benutze niemals das oberste Taschentuch aus der Box, das herausragt. Wirf es weg und nimm das nächste. Ich habe mal gesehen, wie eine Kollegin sich die Nase geputzt hat, das benutzte Taschentuch aber in der Box liegen ließ. Das oberste Taschentuch ist immer schmutziger und staubiger – besser entsorgen.
Leichenschauhaus
Als Medizinstudentin hatte ich nie eine ruhige Mittagspause, bis ich herausfand, dass es am besten ist, im Leichenschauhaus zu essen. Dort herrscht immer Ruhe und Stille, und man gewöhnt sich schnell an den Geruch. Wenn ich den Pathologen treffe, scherzt er immer: „Ich sehe, du stirbst wieder für ein bisschen Ruhe!“
Orte
Wisse immer, wo Feuerlöscher stehen und an welchen abgelegenen Stellen im Krankenhaus Toiletten sind. Mein Lieblingsort ist eine Toilette im sechsten Stock, von der kaum jemand weiß. Offiziell ist sie für Menschen mit Behinderung, aber da zwei Treppen davor sind, benutzt sie niemand. Dort erledige ich meine Geschäfte ungestört. Ein weiterer Tipp: Wenn es eine Krankenhauskapelle gibt, ist das ein toller Ort zum Ausruhen.

Weihnachten
Als junge Ärztin habe ich kein Geld im Überfluss, aber zu Weihnachten schenke ich allen in der Küche etwas. Sie wissen, dass ich immer in Eile bin, deshalb muss ich nie anstehen, auch wenn ich meine Geldbörse nicht dabei habe. Sie lassen mich später bezahlen und kennen meine Lieblingsgerichte, die sie für mich zurücklegen, damit sie nicht ausgehen, bevor ich komme. Diese kleinen Gesten sind Gold wert an verrückten Tagen – also fast immer. Dasselbe gilt für die Cafeteria-Mitarbeiter:innen, die mich schon oft mit einem guten Kaffee gerettet haben.
Viele kleine Pausen zählen
Ich mache jede Stunde eine Mini-Pause. Das bedeutet, dass ich alle 60 Minuten kurz sitzen bleibe – meistens auf der Toilette – und die Augen schließe. So entspanne ich meine Beine, meinen Körper und meinen Geist. Es klingt wenig, aber bei einer 12-Stunden-Schicht summiert sich das auf eine ganze Stunde Pause. Mein Mann ist Chirurg und setzt sich bei jeder Toilettenpause hin, um seine Beine zu entlasten.
Abkühlung
Auf der Geburtsstation habe ich gelernt, dass mit Wasser gefüllte Kondome im Gefrierfach helfen, den frisch gebackenen Müttern die schmerzenden, geschwollenen „unteren Bereiche“ zu lindern.
Duft
An einem heißen Tag hilft Händedesinfektionsmittel, wenn du schwitzt und keinen Deodorant dabei hast. Außerdem sprühe ich vor jeder Schicht zu Hause Parfum auf beide Schultern. So kann ich bei „Braunem Alarm“ – also bei Durchfall – oder bei einem unangenehmen Infekt einfach an meiner Schulter riechen, damit der Geruch nicht in meiner Nase bleibt. Wenn der Raum sehr unangenehm riecht, reibe ich etwas Händedesinfektionsmittel unter die Nase und ziehe meine Maske darüber – das hilft enorm.











