Hast du schon einmal plötzlich innegehalten, ein kalter Schauer lief dir über den Rücken, weil du dir sicher warst, dass du genau das, was du gerade erlebst, schon einmal erlebt hast – nur eben in einem Traum? Als hätte dein Unterbewusstsein die Szene vorab abgespielt und jetzt holt dich der Traum ein. Ein bisschen gruselig, oder?
Dieses Gefühl, wenn die Grenze zwischen Realität und Traum verschwimmt und du nicht sicher bist, ob du wach bist oder noch träumst, ist viel häufiger, als du denkst. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: déjà rêvé – also „schon geträumt“. Klingt romantisch, ist aber ziemlich unheimlich, wenn du es erlebst. Schauen wir uns an, was genau dahintersteckt, warum es passiert und wann du es ernst nehmen solltest.
Wie fühlt sich déjà rêvé an?
Déjà rêvé ähnelt dem déjà vu, weil es ein starkes Gefühl von Vertrautheit auslöst, aber die Ursache ist anders. Beim déjà vu hast du das Gefühl, etwas schon einmal erlebt zu haben, obwohl du weißt, dass das nicht stimmt. Beim déjà rêvé hingegen hast du das Gefühl, von der Situation schon einmal geträumt zu haben.
Wie zeigt es sich?
- Auf einer Party wirst du jemandem vorgestellt, den du noch nie gesehen hast, aber du bist dir sicher, dass ihr euch schon einmal begegnet seid – und zwar in einem Traum.
- Eine Freundin lädt dich zum Essen in ein Restaurant ein, von dem du gerade zum ersten Mal hörst, und trotzdem hast du das Gefühl, dieses Gespräch schon einmal geführt zu haben.
- Du spazierst im Traum durch eine Kleinstadt, in der du noch nie warst, und hast gleichzeitig das Gefühl, diesen Ort schon zu kennen.

Die drei Arten von déjà rêvé
Forscher unterscheiden drei Arten von déjà rêvé-Erlebnissen:
- Episch: Du erinnerst dich genau an den Traum, aus dem das Erlebnis stammt.
- Gefühl der Vertrautheit: Du weißt nicht, an welchen Traum es dich erinnert, bist dir aber sicher, dass es mit einem Traum verbunden ist.
- „Traumzustand“: Die intensivste und beängstigendste Form, bei der der Moment so unwirklich vertraut wirkt, dass du das Gefühl hast, noch zu träumen.
Was löst es aus?
Experten sagen, dass déjà rêvé am häufigsten in jüngeren Jahren auftritt, aber auch bei Erwachsenen nicht selten ist. Es kann durch Erschöpfung ausgelöst werden und manchmal mit Epilepsie in Verbindung stehen. Studien zeigen, dass bei bestimmten Anfällen Hirnregionen aktiviert werden, die für Träume und Erinnerungen zuständig sind – das kann das Gefühl „aus dem Traum bekannt“ erzeugen. Wichtig ist: In den meisten Fällen ist déjà rêvé völlig harmlos und kein Anzeichen für eine Krankheit.
Déjà rêvé vs. Déjà vu – wo liegt der Unterschied?
Die beiden Phänomene werden oft verwechselt, sind aber unterschiedlich. Beim déjà rêvé hast du das Gefühl, von der Situation schon geträumt zu haben, beim déjà vu hingegen erinnerst du dich, den Moment schon erlebt zu haben. Beide beruhen auf ähnlichen Gehirnprozessen und fast jeder erlebt sie mindestens einmal im Leben.
Muss man sich Sorgen machen?
Meistens: nein. Déjà rêvé ist ein seltsames, fast mystisches Erlebnis, aber nicht gefährlich. Studien zeigen, dass 97 % der Menschen es mindestens einmal erlebt haben – wir teilen also alle diesen besonderen, traumähnlichen Moment. Wenn du jedoch Verwirrung, Kopfschmerzen oder Sehstörungen bemerkst, solltest du einen Arzt aufsuchen, denn das können Anzeichen für neurologische Probleme sein.
Wie sollte man damit umgehen?
Wenn es nur gelegentlich passiert, genieße es. Schreib es in ein Traumtagebuch, wenn du beobachten möchtest, welche Träume in der Realität wiederkehren. Wenn du in Therapie bist, kann das ein spannendes Thema sein – denn unsere Träume senden oft Botschaften aus dem Unterbewusstsein. Oder lass dich einfach staunen, wie unser Gehirn auf so besondere Weise Traum und Wirklichkeit vermischt.











