Der frühe Herbst ist für mich immer ein besonderer Übergang: Der Sommer ist nicht mehr heiß, aber der echte, regnerische Herbst hat noch nicht zugeschlagen. Diese Zeit gibt uns die Chance, uns zurückzuziehen und gleichzeitig die Sommerenergie noch zu spüren.
In der Mode fühle ich mich gerade jetzt am freiesten – endlich kann ich mit Lagen, Farben und Texturen spielen, ohne zu schwitzen oder zu frieren, wenn ich das Haus verlasse.
Ich liebe den romantisch-leichten Sommerstil, doch mit dem Einzug des Herbstes verändert sich auch etwas in mir. Das Ende des Sommers empfinde ich nicht als Verlust, sondern als einen neuen Abschnitt. Das liegt sicher daran, dass ich mich in den letzten Jahren immer mehr auf den natürlichen Zyklus eingestellt habe: Als Frau und im weiteren Sinne versuche ich, im Einklang mit der Natur und dem Leben zu fließen.
Vielleicht deshalb bekomme ich um die Sonnenwenden herum immer neuen Schwung – so wird der Herbst für mich kein grauer Pflichttermin, sondern ein spannender Übergang voller Schönheit.
Auf dem Markt entdecke ich gleichzeitig die saftigen Nachklänge des Sommers und die ersten herbstlichen Geschenke.
Ich liebe, dass jetzt die Weinsaison beginnt, wir im Wald überall auf Pilze stoßen und die Wanderungen nicht mehr von drückender Hitze und Mücken begleitet werden.

Jedes Jahr gönnen wir uns eine kurze Nachsaison-Reise zu zweit, die für mich einen besonderen, schönen Abschluss des Sommers darstellt – eine Art Feier. Erst wenn wir zurück sind, lasse ich mich richtig auf die Herbststimmung ein: Dann gestalte ich Terrasse und Zuhause herbstlich um und beginne mit der Umstellung meiner Garderobe.
Lagen, in denen ich mich wohlfühle
Das Beste an der frühen Herbstmode ist, dass ich endlich mit Lagen spielen kann. An einem Tag starte ich noch in Sandalen und einer locker fallenden Bluse über der Schulter, am nächsten Tag freue ich mich, in einen weichen Pullover oder einen langen Poncho zu schlüpfen.
Die Temperaturschwankungen tagsüber sind jetzt nicht störend, sondern inspirierend – als würde die Natur mich einladen, zu variieren und zu experimentieren. Obwohl Skinny-Jeans angeblich out sind, habe ich mein Lieblingsherbstoutfit noch: Skinny, Poncho und grobstollige Stiefel.
Farben und Texturen, die mich umarmen
Wie die Blätter der Bäume ihre Farbe wechseln, verändert sich auch meine Garderobe. Die lebendigen Sommerfarben weichen nach und nach tieferen, erdigen Tönen. Da ich bei einer Farbberatung gelernt habe, dass mir kräftige Farben besonders stehen, scheue ich mich nicht vor markanten Kombinationen.
Kirschrot, Dunkellila, Smaragdgrün und leuchtendes Gelb – diese Farben verbinden mich nicht nur mit der Natur, sie schenken mir auch Ruhe und ein Gefühl von Sicherheit.
Besonders freue ich mich auch über die Vielfalt der Herbsttexturen: weiche Pullover, wasserabweisende Übergangsjacken und natürlich die gehäkelten Schals, die ich von meiner Schwiegermutter bekommen habe und sehr schätze.
Ein einfacher Trick, den ich im Herbst immer anwende: Wähle ich dunklere Kleidung, peppe ich das Outfit mit einem farbenfrohen Schal oder einer Tasche auf – so wirkt mein Look nie düster.

Komfort und Stil
Oft höre ich, dass Mode und Komfort sich ausschließen, doch gerade im Herbst sehe ich das ganz anders. Oversize-Mäntel, Stricksets, Ponchos und weite Hosen zeigen, dass man keine Kompromisse eingehen muss.
Es scheint, als erlaubten die Designer jetzt, sich gemütlich einzukuscheln und trotzdem gut auszusehen. Ich wähle gerne mutige Accessoires, sei es ein markanter Hut, eine besondere Tasche oder bunte Gummistiefel.
Klassische Stücke kombiniere ich oft mit neuen Trends, so starte ich fast jeden Tag mit einem anderen Gefühl aus dem Haus. Ein Lieblingslook von mir ist zum Beispiel ein Sommerkleid mit herbstlichen Accessoires: ein geblümtes Maxikleid mit Lederjacke und Stiefeletten. Das ist zugleich romantisch und praktisch – genau wie die Jahreszeit selbst.











