Bien Logo

So viel Plastik könnte in deinem Gehirn sein – Kann es dein Denken beeinflussen?

Szabó Erzsébet3 Min. Lesezeit
Teilen:
So viel Plastik könnte in deinem Gehirn sein – Kann es dein Denken beeinflussen? — Gesundheit
In diesem Artikel

Was, wenn ich dir sage, dass diese Mikroplastikpartikel tatsächlich in dein Gehirn gelangen können? Neue Forschungen zeigen, dass die Lage viel ernster ist als gedacht: In den letzten 8 Jahren ist die Menge an Plastik im menschlichen Gehirn um 50 % gestiegen. Und bei Menschen mit Demenz wurde sogar zehnmal mehr Plastik gefunden als in gesunden Gehirnen. Bedeutet das, dass Mikroplastik unser Denken beeinflussen kann?

Wie gelangt Plastik überhaupt in unser Gehirn?

Forscher der Universität New Mexico untersuchten postmortale Gehirngewebeproben und fanden Erstaunliches: Die Konzentration von Mikroplastik im Gehirn war 12-mal höher als in Leber oder Niere. Woher kommt all dieses Plastik? Leider aus unserem Alltag: aus Flaschenwasser, Plastikverpackungen und synthetischer Kleidung. Diese winzigen Teilchen zwischen wenigen Nanometern und 5 Millimetern sammeln sich im Laufe der Jahre einfach in unserem Körper an.

Besonders beunruhigend ist, dass die ganz kleinen Mikroplastikpartikel die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, die unser Gehirn eigentlich vor Schadstoffen schützen soll. Die Forscher identifizierten Plastiksplitter im Gehirngewebe, die kaum 200 Nanometer groß sind – etwa doppelt so groß wie ein Virus. Diese winzigen Partikel können sich ungehindert in den Hirngeweben einnisten.

Mikroműanyagok az agyban

Beeinflusst es dein Denken?

Die gute Nachricht: Es gibt bisher keine eindeutigen Beweise, dass Mikroplastik direkt Demenz oder andere neurologische Erkrankungen verursacht. Die schlechte Nachricht: Forscher finden es mehr als besorgniserregend, dass sich Plastik genau dort ansammelt, wo wichtige Gehirnfunktionen stattfinden.

Die Wissenschaftler interessierten sich nicht nur für chemische Effekte, sondern auch dafür, ob Plastikpartikel physisch in die Gehirnfunktion eingreifen können. Sie vermuten, dass Folgendes möglich ist:

  • Sie blockieren die Durchblutung in den Kapillaren, was die Sauerstoffversorgung des Gehirns verschlechtert.
  • Sie stören die Verbindungen zwischen Nervenzellen, was Denken, Gedächtnis und Reaktionszeit verlangsamen kann.
  • Sie fördern die Ablagerung schädlicher Proteine, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden.

„Dieses Plastik könnte buchstäblich in deinem Gehirn sein und seine Funktion beeinflussen – das darf man nicht ignorieren“

– sagt Matthew Campen, Leiter der Studie.

Was kannst du tun?

Mikroplastik ist überall: in der Luft, in unserem Essen und Trinkwasser. Komplett vermeiden ist fast unmöglich, aber du kannst deine Belastung reduzieren, indem du Folgendes beachtest:

  • Vermeide Plastikverpackungen, vor allem bei heißen Speisen und Getränken, denn Hitze setzt noch mehr Mikroplastik frei.
  • Trinke weniger Flaschenwasser – Studien zeigen, dass Leitungswasser oft weniger Mikroplastik enthält als abgefülltes Wasser.
  • Wähle Kleidung aus natürlichen Materialien, denn synthetische Stoffe geben beim Waschen viele Mikroplastikfasern ins Wasser und beim Tragen in die Luft ab – die du dann einatmen kannst.
  • Achte auf die Herkunft deiner Lebensmittel! In der Massentierhaltung können Mikroplastikpartikel ins Futter und so in unsere Nahrung gelangen.

Selbst wenn wir die Plastikproduktion sofort stoppen würden, würde das vorhandene Plastik noch Jahrzehnte zersetzen und dabei Mikroplastik in Umwelt und Nahrungskette freisetzen. Campen nennt das eine Zeitbombe, deren Folgen wir noch nicht vollständig überblicken, aber klar ist: Das Problem ist ernst.

Die Frage ist nicht mehr, ob Mikroplastik ins Gehirn gelangt – sondern wie es uns beeinflusst. Wird es unser Denken, unsere Stimmung und unser Gedächtnis verändern? Das werden wir hoffentlich bald herausfinden.

Passende Artikel

Diese Medikamente machen dich bei Hitze schneller krank – nimmst du eines davon? — Gesundheit

Diese Medikamente machen dich bei Hitze schneller krank – nimmst du eines davon?

Manche Medikamente stören die Temperaturregulation des Körpers und erhöhen bei Hitze das Risiko für Schwindel, Kreislaufprobleme und Hitzschlag. Was du wissen musst.

Szabó Erzsébet
8 sommerliche Lebensmittel, die dich bei Hitze ganz nebenbei mit Flüssigkeit versorgen — Gesundheit

8 sommerliche Lebensmittel, die dich bei Hitze ganz nebenbei mit Flüssigkeit versorgen

Nicht immer klappt es, an heißen Tagen genug zu trinken. Diese 8 saisonalen Genüsse schmecken herrlich und hydratieren dich fast unbemerkt mit.

Szabó Erzsébet
Was die Zahlen wirklich sagen: Wann beginnt die Menopause tatsächlich? — Gesundheit

Was die Zahlen wirklich sagen: Wann beginnt die Menopause tatsächlich?

Die meisten Frauen glauben, die Wechseljahre beginnen viel früher als sie wirklich tun. Was Forscher der Ohio State University herausgefunden haben, überrascht viele.

Szabó Erzsébet
4 harmlose Sitzhaltungen im Büro, die deinem Rücken und Kopf heimlich schaden — Gesundheit

4 harmlose Sitzhaltungen im Büro, die deinem Rücken und Kopf heimlich schaden

Stundenlanges Sitzen im Büro fühlt sich harmlos an – doch vier Haltungen belasten Nacken und Wirbelsäule und können chronische Kopfschmerzen auslösen.

Farkas Izabella
Warum wir Schluckauf und Gänsehaut bekommen – uralte Reflexe stecken dahinter — Gesundheit

Warum wir Schluckauf und Gänsehaut bekommen – uralte Reflexe stecken dahinter

Schluckauf und Gänsehaut wirken wie kleine Fehler des Körpers. Doch dahinter stecken uralte Reflexe, die einst über Leben und Tod entschieden.

Farkas Izabella
Nicht 10.000 Schritte am Tag? Eine neue Studie verrät die wirklich entscheidende Zahl — Gesundheit

Nicht 10.000 Schritte am Tag? Eine neue Studie verrät die wirklich entscheidende Zahl

Eine aktuelle Studie zeigt: Schon rund 8.500 Schritte pro Tag können beim Abnehmen helfen – und das Gewicht langfristig halten. Die 10.000 sind ein Mythos.

Nyul Debóra