Es gab eine Zeit, da hat mich das Skincare-Universum voll erwischt. Morgen- und Abendroutinen, Schichtfolgen, Säuren, Toner, Essenzen, Ampullen. Irgendwann habe ich sogar notiert, welche Wirkstoffe ich nicht mischen darf und an welchen Tagen ich was verwenden sollte. Theoretisch fand ich das super. Praktisch wurde mir schnell klar: Eine 20-Schritte-Routine ist für mein Leben nicht lange durchzuhalten.
Zum einen zeitlich, zum anderen finanziell. Und ehrlich gesagt auch mental nicht. Als Freelancer habe ich schon genug Systeme im Kopf für meine Arbeit, ich wollte nicht auch noch nach einer Excel-Tabelle im Bad leben. Außerdem ist Hautpflege für mich keine Beschäftigung, sondern Selbstfürsorge – und wenn es zu kompliziert wird, geht der Spaß verloren.
So blieb am Ende eine klare Basis: eine gute Feuchtigkeitscreme, ein verlässlicher Tages-Sonnenschutz – und vier Seren, die konstant in meinem Regal stehen.
Keine Luxusmarken, kein Influencer-Hype, sondern einfache, Drogerie-Produkte aus dem niedrigen bis mittleren Preissegment. Und sie haben sich für mich super bewährt.
Vitamin C
Vitamin C verwende ich fast jeden Morgen. Nach der Reinigung ein paar Tropfen auf das Gesicht, dann Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz. Fertig. Ich mag es, weil mein Hautbild dadurch sichtbar ebenmäßiger wirkt. Kein Zaubertrick, kein Filter-Effekt, aber ein feiner, gesunder Glow. Es sieht aus, als wäre ich ausgeruhter, als ich tatsächlich bin.
Vitamin C ist ein Antioxidans, das hilft, die Haut vor Umwelteinflüssen zu schützen, und langfristig auch Pigmentflecken verblassen lassen kann. Für mich ist vor allem der „Glow-Faktor“ der Grund, warum es ein Must-have ist. Und weil ich das Gefühl mag, morgens schon etwas Gutes für meine Haut getan zu haben.

Hyaluronsäure
Hyaluronsäure ist mein sicherer Anker. Manchmal nutze ich sie täglich, manchmal nur, wenn ich merke, dass meine Haut spannt und trocken ist. Dieses Serum macht mein Gesicht sofort angenehmer und komfortabler. Nicht spektakulär, nicht dramatisch, aber spürbar. Hyaluronsäure bindet Wasser und hilft, die Haut praller und besser durchfeuchtet zu machen – natürlich nur, wenn ich sie danach mit einer Creme einschließe.
Ich mag, dass es ein „sicherer“ Wirkstoff ist. Kein großes Nachdenken, kein Kalender nötig. Wenn meine Haut Durst hat, bekommt sie einfach etwas extra Feuchtigkeit.
Retinol
Mit Retinol gehe ich vorsichtig um. Zweimal bis dreimal pro Woche nutze ich es, abends, und achte darauf, es nicht mit anderen starken Wirkstoffen zu kombinieren. Von den vieren war Retinol der einzige Wirkstoff, vor dem ich anfangs wirklich Respekt hatte. So viele Geschichten über Irritationen, Abschuppungen und „Retinol-Purging“ habe ich gelesen, dass ich es langsam und schrittweise eingeführt habe. Aber es hat sich gelohnt.
Retinol unterstützt langfristig die Kollagenproduktion und kann feine Fältchen und unebene Hautstruktur verbessern. Es wirkt nicht über Nacht, sondern über Monate. Vielleicht genau deshalb mag ich es: Es lehrt Geduld und hat etwas Erwachsenes an sich. Abends aufgetragen, weiß ich, dass die Wirkung nicht sofort, sondern später sichtbar wird.

Niacinamid
Niacinamid nutze ich alle paar Tage, je nachdem, wie sich meine Haut anfühlt. Wenn sie etwas fettiger ist, wenn kleine rote Stellen auftauchen oder das Hautbild unruhiger wirkt, greife ich zu diesem Serum. Ich nenne es meinen „Ordner“ im Kopf. Es hilft, die Talgproduktion zu regulieren, beruhigt die Haut und sorgt langfristig für ein gleichmäßigeres Gesamtbild. Kein lauter Wirkstoff, sondern einer, der still und zuverlässig arbeitet.
Ich mag es, weil es berechenbar ist. Es reizt nicht, macht keine Dramen, sondern tut einfach still seinen Job.
Ich habe keine 20-Schritte-Routine, aber meine Lieblingsseren benutze ich täglich oder mehrmals pro Woche. Ich schichte nicht fünf oder sechs Wirkstoffe übereinander und folge keinem strikten Peeling-Plan. Aber ich habe ein System, das in mein Leben passt – zeitlich, finanziell und mental.











