Bien Logo

Tun Väter nur so, oder wachen sie wirklich nicht auf, wenn Babys weinen?

Szabó Erzsébet3 Min. Lesezeit
Teilen:
Tun Väter nur so, oder wachen sie wirklich nicht auf, wenn Babys weinen? — Familie
In diesem Artikel

Ich erinnere mich noch lebhaft an die erste Nacht zu Hause. Als meine Tochter das erste Mal weinte, sprangen ihr Vater und ich wie von einer Bombe erschreckt aus dem Bett.

Mit der Zeit wurden die nächtlichen Fütterungen immer normaler. Oft schliefen meine Tochter und ich zusammen im stillen Halbdunkel ein, während mein Partner friedlich neben uns schlief. Je älter meine Tochter wurde, desto seltener wachte er auf, während ich bei jedem Geräusch oder Seufzer sofort hellwach war. Erst jetzt, wo sie fast zehn Jahre alt ist, lerne ich langsam wieder, richtig tief zu schlafen.

Hören Väter wirklich nicht, wenn Babys weinen?

Oder werden sie einfach nur bequem in der nächtlichen Ruhe? Die Diskussion ist fast so alt wie das Elternsein selbst. Doch eine aktuelle Studie bringt mehr Klarheit.

Die Studie von Vermillet, Skewes und Parsons (2025), veröffentlicht im Emotion-Journal, zeigt, dass Männer tatsächlich etwas seltener bei leisen Geräuschen aufwachen als Frauen – aber der Unterschied ist minimal.

Bei leisen, flüsterähnlichen Schreien wachen Frauen 14 % häufiger auf. Sobald das Weinen lauter wird – wie bei einem echten Baby – gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Männern und Frauen.

Biologisch gesehen hören Männer nachts also nicht schlechter. Der kleine Unterschied erklärt nicht, warum Mütter dreimal so oft mit ihren Babys aufwachen.

Ungleiche Verteilung der „Nachtschicht“

Nahaufnahme von Eltern, die ihren neugeborenen weinenden Sohn trösten.

In der Studie wachten nur in 23 % der Fälle Mütter und Väter gleich oft auf, und nur in 1 % der Fälle wachte der Vater häufiger auf. Das zeigt, dass gesellschaftliche Muster viel stärker bestimmen, wer nachts aufsteht, als biologische Faktoren.

Selbst in Ländern wie Dänemark, wo beide Elternteile 24 Wochen Elternzeit bekommen und Gleichberechtigung stark gelebt wird, tragen Mütter meist die Hauptlast der nächtlichen Betreuung.

Stillen spielt dabei eine große Rolle, warum Mütter nachts mit den Babys aufstehen. Auch hormonelle Veränderungen beeinflussen, wie wach frischgebackene Eltern sind.

Studien zeigen, dass Oxytocin und Prolaktin, die beim Stillen freigesetzt werden, Mütter empfindlicher für die Geräusche ihres Babys machen – als wäre ihr Gehirn rund um die Uhr auf Empfang.

Psychologen sagen, dass das Gehirn von Frauen im Laufe der Jahre fast konditioniert wird: Sie reagieren so oft auf kleine Geräusche, dass sie schließlich bei jedem Pieps aufwachen. Das Gehirn von Männern hingegen bleibt trotz des Weinens öfter im Ruhemodus.

Und ist das unfair?

Vielleicht ist es einfach eine natürliche Folge davon, wie Fürsorge in der Familie verteilt wird. Doch wir wissen – und die Studie bestätigt es –, dass wenn Väter mehr nachts mithelfen, das nicht nur das Leben der Mütter erleichtert, sondern auch den Babys zugutekommt.

In Familien, in denen Väter öfter nachts aufstehen, schlafen Babys besser, wachen seltener auf, und Väter bauen eine stärkere Bindung zu ihren Kindern auf. Mütter berichten außerdem von weniger Schlafproblemen und mehr Zufriedenheit – nicht nur mit ihrem Schlaf, sondern auch mit ihrer Partnerschaft.

Passende Artikel

"Ich wusste, dass er die Kinder nicht rechtzeitig füttert" – Bist du ein Kontrollfreak oder ist dein Partner einfach unzuverlässig? — Familie

"Ich wusste, dass er die Kinder nicht rechtzeitig füttert" – Bist du ein Kontrollfreak oder ist dein Partner einfach unzuverlässig?

Vielleicht bist nicht du die Kontrollsüchtige, sondern dein Partner schlicht nachlässig. Kennst du das Gefühl, immer die "Hysterische" zu sein, obwohl du nur willst, dass alles funktioniert?

Szőke Angéla
„Sie benahm sich, als wäre sie seine Partnerin" – Wenn die Schwägerin die Ehe zerstört — Familie

„Sie benahm sich, als wäre sie seine Partnerin" – Wenn die Schwägerin die Ehe zerstört

Drei Frauen erzählen, wie die Schwester ihres Mannes zur größten Belastung ihrer Ehe wurde – und was sie daraus gelernt haben.

Schuster Borka
„Meine Schwiegermutter rastete aus, weil mein Mann ihr nicht mehr gehorcht" – wenn ein Mann endlich Grenzen setzt — Familie

„Meine Schwiegermutter rastete aus, weil mein Mann ihr nicht mehr gehorcht" – wenn ein Mann endlich Grenzen setzt

In einer gesunden Ehe steht die Ehefrau an erster Stelle – doch schaffen Männer das wirklich? Unsere Leser erzählen, wann ihr Mann endlich für sie einstand.

Szőke Angéla
„Ich wollte nur ein Wochenende mit meinen Freundinnen wegfahren" – warum diese Frau sich nicht scheiden lassen, sondern nur ihr Leben zurückwill — Familie

„Ich wollte nur ein Wochenende mit meinen Freundinnen wegfahren" – warum diese Frau sich nicht scheiden lassen, sondern nur ihr Leben zurückwill

Viele Scheidungen ließen sich vermeiden, wenn Männer das begreifen würden. Eine Frau erzählt, warum sie sich selbst verloren hat – und was sie zurückfordert.

Szőke Angéla
Großeltern sind kein Gratis-Babysitter – auch sie dürfen Nein zur Ferienbetreuung sagen — Familie

Großeltern sind kein Gratis-Babysitter – auch sie dürfen Nein zur Ferienbetreuung sagen

In den Sommerferien werden Großeltern oft zur Rettung. Doch dürfen sie eigentlich Nein sagen? Warum ihre Grenzen genauso zählen wie unsere eigenen.

Szabó Erzsébet
So erziehst du ein selbstbewusstes Kind: Sätze, die du öfter sagen solltest — Familie

So erziehst du ein selbstbewusstes Kind: Sätze, die du öfter sagen solltest

Selbstbewusstsein entsteht nicht durch ein einziges großes Gespräch, sondern durch kleine Sätze, die sich mit der Zeit in die innere Stimme deines Kindes einschreiben.

Kende Kíra