Es fängt harmlos an: Die Handtücher riechen nach dem Waschen nicht mehr nach nichts, sondern nach Keller. Man nimmt ein anderes Waschmittel, dann mehr davon, dann Weichspüler – und macht es damit meistens schlimmer. Denn der Geruch kommt nicht aus der Wäsche, sondern aus der Maschine. Und die zu reinigen ist keine Tagesaufgabe, sondern eine gute Stunde, in der man nebenbei die Küche aufräumen kann.
Woher der Geruch überhaupt kommt
In fast jeder Maschine bildet sich mit der Zeit ein Biofilm: eine schmierige Schicht aus Waschmittel- und Weichspülerresten, Faserresten, Hautfett und Feuchtigkeit. Sie sitzt dort, wo es dunkel und dauerhaft klamm ist – in der Gummidichtung der Tür, in der Waschmittelschublade, in Schläuchen und Winkeln, die man nie sieht. Begünstigt wird das durch drei Gewohnheiten, die fast alle haben: dauerhaft niedrige Waschtemperaturen, zu viel Waschmittel und eine Maschinentür, die nach dem Waschgang sofort zugeht.
Das ist kein Zeichen von Schlamperei, sondern die logische Folge davon, wie wir heute waschen. Und es lässt sich zurückdrehen.
Die vier Stellen, die kaum jemand putzt
Erstens die Türmanschette. Zieh das Gummi vorsichtig nach außen und fahr mit einem feuchten Tuch die Falte entlang, rundherum. Was da zum Vorschein kommt – Haare, dunkle Ablagerungen, manchmal eine Haarnadel – ist häufig die Hauptgeruchsquelle. Danach trocken nachwischen.
Zweitens die Waschmittelschublade. Sie lässt sich bei den meisten Geräten ganz herausnehmen (oft mit einem kleinen Hebel oder Druckpunkt in der Mitte). Weich einweichen, mit einer alten Zahnbürste die Ecken und den Weichspülereinsatz schrubben, und auch den Schacht dahinter mit einem Tuch oder einer Flaschenbürste auswischen.
Drittens das Flusensieb unten hinter der kleinen Klappe. Handtuch und flache Schale bereitlegen, denn es kommt Wasser. Sieb herausdrehen, ausspülen, Gummiringe abwischen, wieder fest einsetzen. Wer das noch nie gemacht hat, sollte sich auf einen unappetitlichen Moment einstellen.
Viertens das Sieb im Zulaufschlauch. Dafür den Wasserhahn zudrehen, den Schlauch lösen und das kleine Metallsieb reinigen – das gehört zwar eher zur Wartung als zur Geruchsbekämpfung, verlängert aber das Leben der Maschine.
Der Leerlauf, der den Rest erledigt
Jetzt kommt das eigentliche Reinigungsprogramm: die leere Maschine bei der höchsten Temperatur laufen lassen, also in der Regel Kochwäsche bei 90 Grad, ohne Wäsche darin. Dazu gehört ein Vollwaschmittel als Pulver, denn es enthält bleichende Bestandteile, die den Biofilm angreifen – Flüssigwaschmittel und Colorwaschmittel können das nicht. Falls dein Gerät ein eigenes Trommelreinigungsprogramm hat, nimm dieses.
Von Essig als Dauerlösung würde ich abraten: Er greift auf Dauer Gummidichtungen an. Zitronensäure ist ein gutes Entkalkungsmittel, sollte aber nicht in sehr heißem Wasser eingesetzt werden, weil sich sonst schwer lösliche Rückstände bilden können. Wer in einer Region mit hartem Wasser lebt, fährt am besten damit, das Waschmittel korrekt nach Wasserhärte zu dosieren – dann braucht es meist gar keinen zusätzlichen Entkalker.
Wie oft sollte man die Waschmaschine reinigen?
Für einen normalen Haushalt reicht der heiße Leerlauf etwa alle ein bis zwei Monate, die Türdichtung und die Schublade dürfen gern häufiger dran, weil das nur wenige Minuten dauert. Wer viel Sportkleidung, Arbeitskleidung oder Windeln wäscht oder fast ausschließlich bei 30 Grad wäscht, sollte eher an das kürzere Intervall denken. Ein guter Anhaltspunkt ist die Nase: Sobald die Trommel beim Öffnen müffelt, ist es Zeit.
Hilft Essig in der Waschmaschine wirklich?
Essig löst Kalk und wirkt gegen Gerüche, deshalb hält sich der Tipp so hartnäckig – regelmäßig eingesetzt kann er allerdings Dichtungen und Gummiteile porös machen. Als gelegentliche Notlösung ist er vertretbar, als Routine nicht. Deutlich wirksamer und schonender ist die Kombination aus einem hohen Leerlauf mit Pulverwaschmittel, richtig dosiertem Waschmittel im Alltag und einer Tür, die nach jedem Waschgang offen bleibt, damit die Trommel trocknen kann.
Und noch eine unspektakuläre Gewohnheit: Wäsche nicht stundenlang feucht in der Trommel liegen lassen. Genau dort beginnt der Kreislauf wieder von vorn.











