Bei uns fiel es an einem Sommertag auf: Die Handtücher kamen aus der Maschine, rochen frisch gewaschen – und zwei Stunden später auf dem Wäscheständer irgendwie nach feuchtem Keller. Kein Waschmittel der Welt hilft dagegen, wenn das Problem in der Maschine sitzt. Die gute Nachricht: Eine Waschmaschine zu reinigen ist keine große Aktion. Es sind vier Stellen, ein Leerlauf und danach eine Handvoll Gewohnheiten, die verhindern, dass es wiederkommt.
Warum es überhaupt riecht
Moderne Waschgänge sind sparsam: wenig Wasser, niedrige Temperaturen, kurze Programme. Das ist gut für den Stromverbrauch, aber Waschmittelreste, Faserflusen und Hautfette werden dabei nicht mehr vollständig ausgespült. In den feuchten Winkeln der Maschine entsteht ein Film, in dem sich Bakterien und Schimmelpilze wohlfühlen – das ist der typische muffige Geruch. Flüssigwaschmittel und Weichspüler verstärken den Effekt, weil sie kaum Bleichkomponenten enthalten, und eine dauerhaft geschlossene Tür sorgt dafür, dass nichts trocknet.
Die vier Stellen, die du wirklich anfassen musst
Erstens die Türmanschette. Zieh die Gummidichtung vorsichtig nach außen und wisch mit einem feuchten Tuch die Falte darunter aus. Hier sammeln sich Haare, Papiertaschentuchreste und Wasser – und hier sitzt bei den meisten Maschinen der Geruch. Bei dunklen Punkten hilft ein Tuch mit etwas Spülmittel und mechanisches Reiben; danach trocken nachwischen.
Zweitens das Flusensieb beziehungsweise die Ablaufpumpe unten hinter der kleinen Klappe. Handtuch und flache Schale bereitstellen, denn es kommt Wasser. Sieb herausdrehen, unter fließendem Wasser ausspülen, den Schacht mit dem Finger austasten. Was du dort findest, erklärt oft Jahre schlechter Gerüche.
Drittens die Waschmittelschublade. Meist lässt sie sich komplett herausziehen und kann im Spülbecken einweichen. Die Kammern und besonders den Einsatz für Weichspüler mit einer alten Zahnbürste schrubben, auch die Öffnung im Gerät selbst auswischen.
Viertens die Trommel und die Zulaufsiebe. Die Trommel bekommst du beim Leerlauf sauber, die kleinen Siebe an den Wasserschläuchen betreffen eher den Wasserdruck als den Geruch – die schaue ich einmal im Jahr an, wenn die Maschine ohnehin abgeschraubt wird.
Der Leerlauf, der den Unterschied macht
Danach kommt ein Waschgang ohne Wäsche, so heiß wie das Programmangebot es zulässt, also 90 Grad oder Kochwäsche. Dazu gehört ein Mittel, das den Biofilm angreift: Vollwaschmittel in Pulverform mit Bleichanteil ist der unspektakuläre Klassiker und funktioniert gut. Alternativ gibt es spezielle Maschinenreiniger. Wichtig ist die Temperatur – bei 40 Grad passiert schlicht zu wenig.
Mit Essig würde ich zurückhaltend sein: Er wirkt zwar gegen Kalk, kann aber Gummidichtungen und Metallteile bei häufigem Einsatz angreifen. Wer entkalken möchte, nimmt lieber Zitronensäure nach Packungsanleitung, und zwar nicht bei jedem Waschgang, sondern gelegentlich. Und noch ein Hinweis: Reinigungsmittel nie kombinieren, ein Mittel pro Durchgang.
Die Gewohnheiten, die es dauerhaft verhindern
Nach dem Waschen Tür und Waschmittelfach offen stehen lassen, bis alles trocken ist. Die Gummidichtung nach der letzten Ladung des Tages kurz mit einem Tuch ausstreichen – zehn Sekunden, die viel bringen. Waschmittel dosieren wie angegeben, nicht großzügiger; Überdosierung ist eine der häufigsten Ursachen für Ablagerungen. Einmal pro Woche oder alle zwei Wochen ein Programm mit mindestens 60 Grad einplanen, etwa für Handtücher, Bettwäsche oder Küchentextilien. Und nasse Wäsche nicht stundenlang in der Trommel liegen lassen, gerade im Sommer nicht.
Wie oft sollte man die Waschmaschine reinigen?
Die Türdichtung und das Waschmittelfach vertragen eine kurze Kontrolle alle zwei bis drei Wochen, das Flusensieb etwa vierteljährlich – bei Haustieren im Haushalt öfter. Den heißen Leerlauf mit Reiniger plane ich zwei bis vier Mal im Jahr ein, häufiger, wenn überwiegend kalt und mit Flüssigwaschmittel gewaschen wird.
Was hilft gegen schwarze Punkte an der Gummidichtung?
Frische Ablagerungen lassen sich meist mit Spülmittel, einem Tuch und etwas Geduld abreiben, danach gut trocken wischen und die Tür offen lassen. Sitzt der Bewuchs tief im Gummi und kommt nach jeder Reinigung zurück, ist die Manschette oft dauerhaft geschädigt – dann lohnt sich die Frage beim Kundendienst, ob ein Austausch der Dichtung möglich ist.











