Wahr oder falsch?
Das Lügenparadoxon stellt Philosophen vor eine knifflige Aufgabe: "Dieser Satz ist eine Lüge." Wenn der Satz wahr ist, ist die Aussage falsch. Doch wenn die Aussage falsch ist, muss sie wahr sein – und damit sagt der Satz korrekt, dass er falsch ist.
Wo sind die Außerirdischen?
Das Fermi-Paradoxon: 1950 aß der italienisch-amerikanische Physiker Enrico Fermi mit Kollegen – darunter auch unser Edward Teller – und diskutierte die Wahrscheinlichkeit außerirdischen Lebens. Da platzte ihm die berühmte Frage heraus: „Wo sind sie denn?“ Er meinte damit, dass es unter Milliarden von Planeten sicher einige geben muss, die Leben ermöglichen. Doch bisher fehlt uns jeglicher handfeste Beweis für Außerirdische.
Wie lange bleibt etwas sich selbst?
Das Paradoxon von Thesus’ Schiff fragt: Wenn wir ein Schiff nach und nach reparieren und irgendwann jedes einzelne Teil ausgetauscht haben – ist es dann noch dasselbe Schiff?
Opa
Das Großvater-Paradoxon ist ein klassisches Zeitreise-Dilemma: Wenn ich in der Zeit zurückreise und meinen Großvater töte – noch bevor mein Vater gezeugt wurde – werde ich dann überhaupt existieren? Und wenn nicht, wer hat dann meinen Großvater getötet?
Sandkörner und Haufen
Das Haufen-Paradoxon (auch Sorites-Paradoxon genannt) besagt: Wenn wir von einem Sandhaufen ein Sandkorn wegnehmen, bleibt es trotzdem ein Haufen. Das gilt auch, wenn wir zwei oder hundert Körner entfernen. Aber wann hört es auf, ein Haufen zu sein – wenn fast alle Körner weg sind und nur noch wenige übrig?

Sterne, Sterne
Das Olbers-Paradoxon (auch photometrisches Paradoxon) stellt die quälende Frage: Warum ist der Nachthimmel dunkel, obwohl es unendlich viele Sterne gibt? Eigentlich müsste der Himmel durchgehend hell sein.
Das Gute und das Böse
Das Epikur-Paradoxon besagt, dass die Existenz des Bösen (Satan, Teufel) im Widerspruch zu einem allmächtigen, fürsorglichen Gott steht.
Allmächtig
Bleiben wir beim Thema: Das Paradoxon der Allmacht besagt, dass Gott nicht allmächtig sein kann. Denn wenn er es wäre, könnte er einen so schweren Stein erschaffen, dass niemand ihn heben kann – nicht einmal er selbst. Wenn er das nicht kann, wie wäre er dann allmächtig?
Die Catch-22 Falle
Joseph Hellers berühmtes Buch „Catch-22“ beschreibt ein Paradoxon, das wir oft gehört, aber selten verstanden haben. Im Roman will der amerikanische Pilot Yossarian im Zweiten Weltkrieg entlassen werden, weil er Angst um sein Leben hat. Er bittet seinen Freund, den Militärarzt, ihn als verrückt zu erklären, damit er nicht mehr fliegen muss. Der Arzt kann ihn aber nur entlassen, wenn Yossarian selbst darum bittet. Ein echter Verrückter würde das aber nicht tun – das ist die Catch-22 Falle.
Das unendliche Hotel mit immer freien Zimmern
Das Hilbert’sche Grand-Hotel-Paradoxon besagt: Ein Hotel mit unendlich vielen Zimmern kann auch dann noch Gäste aufnehmen, wenn es voll ist – sogar unendlich viele. Man bittet einfach alle Gäste, in das Zimmer mit der doppelten Nummer umzuziehen, so bleiben alle ungeraden Zimmer frei.
Eröffnungsbild: Igor Nikushin/istockphoto.com











