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5 Tipps von Lehrern, die sie gerne allen Eltern mit auf den Weg geben würden

Elisabeth Müller5 Min. Lesezeit
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5 Tipps von Lehrern, die sie gerne allen Eltern mit auf den Weg geben würden — Familie
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Als Pädagogin weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Lehrer oft Gedanken und Ideen für sich behalten müssen, um den beruflichen Umgangsformen und ihrem Arbeitsplatz gerecht zu werden. Doch das Internet bietet die Möglichkeit, wohlmeinende Ratschläge und Einsichten zu teilen – wenn nicht anderswo, dann auf dem bekannten „Erwachsenenforum“ Reddit.

„Lies deinem Kind abends eine Geschichte vor!“

Schon 2012 habe ich meine Abschlussarbeit zur Lesesozialisation geschrieben und damals war klar, wie drastisch sich der Rückgang der Lesezeit und die Digitalisierung auf das Leben junger Generationen auswirken. Kein Wunder also, dass einer der wichtigsten Tipps von Lehrern ist, Kindern vorzulesen. Studien zeigen außerdem, wie wichtig es ist, dass Kinder ihre Eltern – besonders die Mutter – beim Lesen sehen.

Leider unterschätzen viele Eltern die Bedeutung des Lesens zu Hause, dabei ist es eine der wichtigsten Aktivitäten für die Entwicklung und den schulischen Erfolg ihres Kindes. Lesen fördert nicht nur die kognitiven Fähigkeiten, sondern hilft auch, die Welt zu verstehen, Empathie und emotionale Intelligenz zu entwickeln. Wenn du abends vorliest, unterhältst du dein Kind nicht nur, sondern legst auch den Grundstein für seine spätere Lernfreude.

Dennoch erleben Lehrer heute oft, dass die Lesekompetenz der Kinder weit hinter den Erwartungen zurückbleibt (ganz zu schweigen von anderen Schwierigkeiten). Das deutet darauf hin, dass zu Hause nicht genug Anregung oder Vorbilder vorhanden sind. Die Liebe zum Lesen zu fördern, ist ein Geschenk fürs Leben, das du deinem Kind machen kannst!

„Lerne, auch mal Nein zu sagen!“

Eine der größten Herausforderungen für Eltern ist es, klare Grenzen im Leben der Kinder zu setzen. Viele sind selbst in strengen Verhältnissen aufgewachsen und möchten das ändern, wissen aber nicht genau wie – und geraten deshalb oft ins andere Extrem.

Lehrer treffen regelmäßig auf Schüler, die nicht wissen, wie sie mit Grenzen umgehen sollen, weil sie zu Hause nie welche erlebt haben.

Oder wenn doch, fehlten oft die Konsequenzen. Ohne klare Folgen fehlt die Verbindlichkeit. Wenn Eltern nicht lernen, auch mal bestimmt Nein zu sagen, fällt es Kindern schwer zu akzeptieren, dass es Regeln gibt, an die man sich halten muss.

Das heißt nicht, dass du streng oder hart sein musst, sondern dass du Verantwortung und Respekt für Regeln vermittelst. Kinder müssen lernen, dass sie nicht immer alles bekommen können, was sie wollen. Das tut ihnen nicht weh, sondern hilft ihnen, zu ausgeglichenen Erwachsenen heranzuwachsen.

istockphoto.com

„Du bist der Elternteil – du triffst die schwierigen Entscheidungen.“

Eltern zu sein ist keine leichte Aufgabe, und oft musst du Entscheidungen treffen, die bei den Kindern nicht beliebt sind. Doch das ist deine Verantwortung, nicht ihre – du kannst sie nicht einfach abwälzen, denn das führt zu großer innerer Unruhe. Lehrer erleben oft Situationen, in denen Eltern lieber die Entscheidung den Kindern überlassen, um Konflikte zu vermeiden.

Als Elternteil bist du aber gefragt, die Führung zu übernehmen und die Entscheidungen nicht auf dein Kind abzuwälzen. Das heißt natürlich nicht, dass du seine Meinung nicht einholen darfst! Aber du musst bedenken, dass Kinder noch nicht über die nötige Erfahrung und Einsicht verfügen, um verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Du legst die Schlafenszeit fest, regelst die Bildschirmzeit und andere wichtige Aktivitäten. Wenn du diese Aufgaben nicht übernimmst, fällt es deinen Kindern später viel schwerer, gute Entscheidungen zu treffen (ganz zu schweigen vom holprigen Weg dorthin).

„Erziehe dein Kind zu einem selbstständigen und verantwortungsbewussten Erwachsenen!“

Erziehung ist eine langfristige Investition – und leider geht es dabei nicht nur darum, dass dein Kind immer glücklich ist. Das Ziel ist, dass es eines Tages selbstständig und ausgeglichen seinen Platz in der Welt findet – und dazu gehören auch Herausforderungen. Schon im Kleinkindalter solltest du ihm grundlegende Werte beibringen: Höflichkeit, Empathie, Rücksicht auf andere und Verantwortung für das eigene Handeln – denn jeder lernt diese Fähigkeiten unterschiedlich leicht.

Als Eltern bekommen wir keinen Säugling, sondern ein neues Leben: Du spielst nicht nur mit einer Puppe, sondern erziehst einen zukünftigen Erwachsenen. Wenn du ihm nicht frühzeitig beibringst, sich richtig zu verhalten, wird es später viel schwieriger. Denk nur daran: Trotzphase, Kindheit, Jugend – und schon ist dein Kind erwachsen. Kinder wachsen schnell und lernen schnell. Was sie jetzt lernen, nehmen sie mit ins Erwachsenenleben. Höflichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Toleranz sind Werte, die man am besten früh vermittelt, denn später sind sie nur schwer oder mit großem Aufwand zu entwickeln.

„Faulheit beginnt zu Hause.“

Viele verwechseln Faulheit mit Burnout oder fehlender Motivation, dabei hat Faulheit oft ihre Wurzeln im familiären Umfeld. Lehrer sagen, dass Faulheit Kindern zu Hause beigebracht wird, wenn es keine guten Vorbilder gibt oder klare Erwartungen fehlen.

Ein gutes Beispiel ist Übergewicht, das noch immer oft der Genetik zugeschrieben wird, obwohl Studien zeigen, dass nur 5–10 % wirklich genetisch bedingt sind. Die restlichen 90–95 % hängen vom Lebensstil ab.

Isst dein Kind kein Obst und Gemüse? Schau mal, was bei dir auf dem Teller liegt! Will es keinen Sport machen? Wie oft gehst du selbst pro Woche trainieren? Liest es nicht und ist faul beim Lernen? Wie motiviert bist du und wie oft legst du dein Handy zugunsten eines Buches weg?

Die Erkenntnis kann schmerzhaft sein, aber Lehrer bestätigen: Kinder lernen Faulheit zu Hause. Damit sich das ändert, musst du als Elternteil eine Umgebung schaffen, die dein Kind dazu anregt, aktiv und motiviert zu sein. Das heißt nicht, dass du es ständig beschäftigen oder zu allen möglichen Kursen anmelden musst, aber klare Regeln und Erwartungen helfen deinem Kind, kein erfolgloses und faules Erwachsenenleben zu führen. Wenn du ihm beibringst, dass Anstrengung und Arbeit wertvoll sind, wird es später auch Herausforderungen mit Ausdauer meistern.

Die wirklich guten Lehrer arbeiten täglich daran, das Beste aus ihren Schülern herauszuholen – und dafür brauchen sie auch die Unterstützung der Eltern. Denk daran: Erziehung beginnt zu Hause, und die meisten Lehrer helfen gerne, geben Feedback und unterstützen, wenn du deinen Teil der Verantwortung übernimmst.

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