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Alkohol, Handy, Pornos: Wie viel Prozent der Gesellschaft sind wirklich süchtig?

Szőke Angéla4 Min. Lesezeit
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Alkohol, Handy, Pornos: Wie viel Prozent der Gesellschaft sind wirklich süchtig? — Gesundheit
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Jeder hat irgendetwas, von dem er nicht lassen kann. Manchmal ist es der morgendliche Kaffee, manchmal das Scrollen durchs Handy um Mitternacht – und manchmal etwas, worüber man lieber nicht spricht. Aber wie viele Menschen sind tatsächlich süchtig? Die Zahlen sind ehrlicher, als man erwarten würde.

Koffein

Gibt es überhaupt jemanden, der seinen Tag ohne Kaffee beginnt? Im Bekanntenkreis der meisten Menschen wohl kaum. Ob Espresso, Latte oder Energydrink – Koffein gehört für viele zum Morgenritual wie das Zähneputzen. Laut Umfragen gelten 40 Prozent der Menschen als koffeinabhängig. Das ist nicht überraschend – aber es ist eine echte Sucht.

Videospiele und Shopping

Videospielsucht ist längst kein Randphänomen mehr: 8 von 100 Menschen gelten als spielsüchtig – und das betrifft vor allem Männer. Auf der anderen Seite steht die Kaufsucht, die häufiger bei Frauen vorkommt. 6 Prozent der Bevölkerung können als echte „Shopaholics" bezeichnet werden – ein Drang, der oft als harmloser Spaß beginnt und sich zu einem ernsthaften Problem entwickeln kann.

Arbeitssucht

Wir alle kennen mindestens eine Person, die einfach nicht aufhören kann zu arbeiten. Oder bist du selbst diese Person? Arbeitssucht wird gesellschaftlich kaum als Problem wahrgenommen – im Gegenteil, Überstunden gelten oft als Tugend. Dabei sind 28 von 100 Menschen arbeitssüchtig. Das ist eine erschreckend hohe Zahl.

Glücksspiel

Man muss heute nicht mehr ins Casino oder auf die Pferderennbahn gehen – das Smartphone reicht völlig aus. Sportwetten, Online-Casinos und Glücksspiel-Apps sind rund um die Uhr verfügbar. 2 von 100 Menschen gelten als spielsüchtig im Sinne des Glücksspiels – eine Zahl, die mit der digitalen Verfügbarkeit weiter steigen dürfte.

Bräunungssucht

Jeder kennt jemanden, der es mit dem Sonnenbaden etwas übertreibt. Ob Solarium im Winter oder Selbstbräuner das ganze Jahr über – manche Menschen können einfach nicht auf die perfekte Bräune verzichten. Dabei ist übermäßige UV-Strahlung alles andere als harmlos. Trotzdem gelten 8 Prozent der Menschen als bräunungssüchtig – ein überraschend hoher Wert.

Essen

Dass Essen rund um die Uhr in unbegrenzter Menge verfügbar ist, wäre für frühere Generationen unvorstellbar gewesen. Heute ist Übergewicht eine Volkskrankheit – und Esssucht eine anerkannte Abhängigkeit. 14 Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Der ständige Zugang zu hochverarbeiteten, zuckerhaltigen Lebensmitteln macht es besonders schwer, loszulassen.

Sport

Als Gegenpol zur Esssucht gibt es eine weitere moderne Abhängigkeit: Sportsucht. Für viele klingt das kaum vorstellbar – aber es gibt Menschen, die ihr gesamtes Leben um das Training herum organisieren, nicht weil sie Spitzensportler sind, sondern weil sie ohne Sport schlicht nicht funktionieren. Dieses zwanghafte Verhalten betrifft 3 Prozent der Menschen – und kann langfristig körperlich wie psychisch schaden.

Smartphone

Das Smartphone ist wohl die verbreitetste Sucht unserer Zeit – und gleichzeitig die am wenigsten ernst genommene. Karte, Kamera, Kommunikation, Unterhaltung: Alles steckt in einer Hosentasche. Kein Wunder, dass 47 Prozent der Menschen als handysüchtig gelten. Fast die Hälfte der Gesellschaft – und die meisten merken es nicht einmal.

Erkennst du dich wieder? Vielleicht lohnt sich auch ein Blick auf digitale Entgiftung und wie ein Handyentzug wirklich funktioniert.

Pornos und Sex

Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Zugang zu pornografischen Inhalten stark begrenzt. Heute sind sie mit einem Klick verfügbar – kostenlos, rund um die Uhr, in unbegrenzter Menge. Die Folgen für die Gesellschaft, besonders für junge Männer, sind weitreichend. 10 Prozent der Menschen gelten als pornosüchtig – eine Zahl, die laut Experten weiter steigt.

Davon zu unterscheiden ist Sexsucht, auch Hypersexualität genannt. Betroffene suchen zwanghaft nach immer neuen sexuellen Erlebnissen mit Partnern – nicht wegen Lust, sondern wegen eines inneren Zwangs. 4 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen.

Alkohol

Alkoholismus ist schwer zu erfassen, weil viele Fälle nie diagnostiziert werden. Als alkoholabhängig gilt, wer den Konsum nicht mehr kontrollieren kann, viel Zeit mit Trinken verbringt und ein starkes Verlangen nach Alkohol verspürt. Im Durchschnitt gelten 9 von 100 Menschen als Alkoholiker – eine Zahl, die hinter vielen stillen, unsichtbaren Schicksalen steckt.

Fast jede Sucht beginnt harmlos. Der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, was man konsumiert – sondern darin, ob man noch aufhören kann, wenn man es möchte.

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