Die Wissenschaft sagt teilweise ja, denn ab 34 geht es bergab, und ich werde bald 36. Lange habe ich das Älterwerden wie ein fernes, zukünftiges „Problem" behandelt, doch die Forschung zeigt uns jetzt mit klaren Zahlen, ab wann unsere biologische Uhr eine negative Wendung nimmt.
Forscher der Stanford University untersuchten das Blutplasma von 4263 Menschen im Alter von 18 bis 95 Jahren und identifizierten über 1300 Proteine, die altersbedingte Veränderungen zeigen.
Sie stellten fest, dass sich die biologischen Veränderungen des Körpers in drei Phasen einteilen lassen: Zwischen 34 und 60 finden die Umwandlungen des Erwachsenenalters statt, zwischen 60 und 78 erleben wir fortgeschrittene Reife, und ab 78 beginnt das echte Alter – zumindest biologisch gesehen.
Also, wenn wir 34 erreichen, beginnt unser System offiziell „zu altern“. Danke, liebe Wissenschaft!
Ich fühle mich gerade jetzt am besten!
Ich war noch nie so sehr bei mir selbst. Ich will nicht mehr allen Erwartungen entsprechen, keinen Wettbewerb mehr gewinnen und es macht mir nichts aus, wenn jemand schneller, geschickter oder frischer ist als ich. Ich nehme das nicht als Erschöpfung wahr, denn mein Willen ist stark. Ich fühle mich eher klarer und weiß genau, worauf ich mich konzentrieren und meine Energie lenken sollte.
Deshalb lächle ich manchmal mit Wohlwollen über jüngere Frauen und denke: „Oh ja, ich weiß genau, was du gerade durchmachst."
In meinen Zwanzigern tobten viele Gefühle in mir, oft kamen Ängste, Leistungsdruck, unbeantwortete Fragen und unterdrückte Schmerzen hoch. Heute sehe ich klar, was wichtig ist und was nicht, wessen Meinung wirklich zählt und dass mein Wohlbefinden kein Luxus, sondern die Basis ist. (Das habe ich jahrelang gelernt, bevor ich es mir wirklich erlauben konnte.) Vielleicht ist das auch ein gutes Zeichen des Älterwerdens? Und wenn ich das jetzt fühle, was kommt dann noch? Gibt es einen Wendepunkt?

Der Körper signalisiert, die Seele unterstützt
Trotz positiver seelischer Veränderungen kann ich nicht leugnen, dass ich mich verändere – besonders mein Körper. Meine Haut und mein Energielevel sind anders, und zwei Kilo abzunehmen klappt nicht mehr, wenn ich nur einmal das Abendessen auslasse. Es tut noch nichts weh, es ist nicht dramatisch – eher eine Erinnerung, dass die Zeit vergeht. Ich fühle mich nicht alt, aber manchmal frage ich mich: Wie lange hält dieser Zustand noch? Wie lange bleibe ich innerlich und äußerlich im Einklang?
Ich bin dankbar für jede Erfahrung, die ich bisher machen durfte, aber ich sehe klar, dass härtere Lebensphasen kommen.
Ich gehe nicht mehr davon aus, dass jedes neue Jahr automatisch etwas Gutes bringt. Ich habe Angst und Sorge um meine Liebsten und denke nicht immer „alles wird gut“, sondern eher „wir schaffen das schon irgendwie".

Ich bin glücklich – und vergesse das nicht
Mit 18 hatte ich eine gute Freundin, mit der ich ernsthaft darüber sprach: „Unglaublich, wie glücklich wir sind.“ Dieses Gefühl ist bei mir geblieben. Ich spüre diese Grundvertrauen ins Leben, selbst wenn dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Vielleicht ist es Naivität oder genetischer Optimismus. Aber es hilft mir und treibt mich voran.
Ich glaube daran, dass neben unserem Lebensstil auch unsere Einstellung unsere Gene stark beeinflusst – das bestätigen epigenetische Studien.
Ich kann das Altern nicht stoppen (höchstens verlangsamen), aber ich möchte den Prozess begleiten. Nicht an Jahren festhalten oder krampfhaft festklammern, sondern mit ihnen fließen. Am Ende zählt, was ich erlebt habe und was ich hinterlasse. Wenn du mich heute fragst, ob ich Angst vor dem Älterwerden habe, sage ich: „Nein, aber ich achte darauf." Darauf, wie ich esse, wie viel ich schlafe, was mich stärkt und immer mehr darauf, mit wem ich mich umgebe.
Und wenn ich irgendwann „offiziell älter“ werde, hoffe ich, genauso sicher zu sein, dass alles genau so passiert ist, wie es passieren sollte.











