Bien Logo

Blüht deine Orchidee nicht? So bringst du sie zurück ins Leben

Margarete Wolf4 Min. Lesezeit
Teilen:
Blüht deine Orchidee nicht? So bringst du sie zurück ins Leben — Garten & Terrasse

Orchideen sind ein bisschen wie die Pfauen der Blumenwelt: Ihre prächtigen Blüten zeigen eine reiche Farbpalette und einzigartige Formen, und ihr aufstrebendes Wachstum trotzt fast magisch der Schwerkraft. Wie Pfauen können Orchideen etwas empfindlich sein, wenn es darum geht, ihr Laub zu präsentieren. Sie blühen zwar nicht das ganze Jahr über, aber manche Arten halten ihre Blüten monatelang. Mit der richtigen Pflege blühen sie oft schneller wieder auf, als du denkst.

Orchideen blühen meist ein- bis zweimal im Jahr, gefolgt von einer Ruhephase. Wie oft und wie lange sie blühen, hängt vom individuellen Rhythmus der Pflanze und den Pflegebedingungen ab – Licht, Temperatur und Bewässerung spielen dabei eine Rolle.

„Viele Pflanzenliebhaber sehen im Spätsommer oder Herbst neue Blütentriebe, je nach Ruhephase“, sagt Virginia Hayes, Expertin für Zimmerpflanzen und Leiterin des Westerlay Orchids Showrooms.

Ein einzelner Blütentrieb kann mehrere Blüten tragen, die nacheinander aufblühen, und jede Blüte hält mehrere Wochen. Die Knospen und Blüten sitzen an einem Stiel, dem sogenannten Blütentrieb, der aus der Basis der Blätter wächst.

Weiße Orchidee

Die Blütezeit einer Orchidee dauert meist 6–10 Wochen, manche Arten wie die Schmetterlingsorchideen behalten ihre Blüten sogar 3–5 Monate. Trotzdem können Orchideen nicht das ganze Jahr über durchgehend blühen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Pflege kannst du eine erneute Blüte erwarten. Hayes nennt das einen zeitintensiven Prozess, der manchmal mehrere Monate dauert, aber Orchideenpflege zu einer der größten Freuden macht. Jeder neue Blütentrieb zeigt, dass deine Pflege funktioniert und deine Orchidee sich wohlfühlt.

Wie pflegt man Orchideen richtig?

Folge diesen Experten-Tipps, damit deine Orchidee öfter und länger blüht.

Richtige Bewässerung

Hayes warnt: Zu viel Wasser ist der häufigste Fehler bei der Orchideenpflege. Schlechte Drainage und zu wenig Wasser beeinflussen ebenfalls die Gesundheit der Pflanze und ihre Blühfähigkeit. „Vor dem Gießen solltest du das Substrat prüfen. Wenn die Erde etwa einen Zentimeter tief trocken ist, ist es Zeit zu gießen“, erklärt Hayes.

Zuviel Wasser führt zu Wurzelfäule, zu wenig lässt die Pflanze austrocknen.

Kontrolliere die Wurzeln: Sind sie grün und die Rinde dunkel und feucht, kannst du noch ein paar Tage warten. Sind die Wurzeln grau und die Rinde trocken, wird es Zeit zu gießen. Stelle die Orchidee in einen wasserdichten Behälter, gieße Wasser auf die Rinde, bis es etwa halbhoch im Topf steht, und lasse sie mindestens fünf Minuten (bei sehr trockener Erde 10–15 Minuten) einweichen. Danach herausnehmen, gut abtropfen lassen, Wasser ausgießen und zurück in den Dekotopf stellen.

Floristin gießt eine Orchidee

Helles, indirektes Licht

Für gesundes Wachstum ist es entscheidend, dass die Orchidee genug Licht bekommt. „Genügend Licht erhöht die Chancen auf eine erneute Blüte deutlich. Stelle die schöne Pflanze deshalb an einen hellen, aber vor direkter Sonne geschützten Platz“, rät Hanfei Niu, Pflanzenexpertin bei NiuPlants.

Je mehr Licht die Orchidee bekommt, desto länger halten ihre Blüten und desto wahrscheinlicher ist eine erneute Blüte.

Orchidee in einer Blumenkiste an der Sonne

Düngen und Schneiden

Für Orchideen sind Düngen und Schneiden gleichermaßen wichtig. Hayes erklärt:

Orchideen haben spezielle Nährstoffbedürfnisse. Während der Wachstumsphase solltest du düngen, in der Ruhephase die Düngung reduzieren.

Beim Schneiden empfiehlt sie, regelmäßig abgestorbene oder gelbe Blätter sowie verblühte Blüten zu entfernen, damit die Pflanze ihre Energie auf neues Wachstum konzentrieren kann.

Beim Umtopfen sorgfältig sein

Beim Umtopfen solltest du sicherstellen, dass du das richtige Substrat verwendest. Niu erklärt, dass Orchideen, besonders die häufig in Wohnungen gehaltenen Arten, in der Natur auf Bäumen wachsen, ohne Erde, und ihre Wurzeln keine Nährstoffe aus dem Boden ziehen.

„Orchideen dürfen niemals in normale Blumenerde gepflanzt werden. Sie brauchen spezielle Orchideenerde, die du kaufen oder selbst mischen kannst“, sagt sie.

Die am häufigsten in Wohnungen gehaltene Orchideenart ist die Schmetterlingsorchidee. Sie fühlt sich in einer Mischung aus 80 % Kiefernrinde und 20 % Sphagnum-Moos am wohlsten. Verwende ein grobkörniges, rindenbasiertes Substrat, das das schnelle Ablaufen von Wasser an den Wurzeln ermöglicht.

Orchidee mit gestreiften Blüten

Wie erreicht man, dass die Orchidee wieder blüht?

Wenn die Blüten deiner Orchidee verblüht sind, kannst du den gesunden, grünen Blütentrieb zurückschneiden, um Seitentriebe anzuregen, oder ihn ganz entfernen, wenn er braun geworden ist. So kann die Pflanze ihre Energie auf die Blätter und Wurzeln konzentrieren und neues Wachstum fördern. Egal für welche Methode du dich entscheidest, setze die oben beschriebene Pflege fort.

Nachdem die Pflanze die Blüte abgeschlossen hat und in die Ruhephase eintritt, können Umweltfaktoren helfen, den nächsten Blühzyklus zu starten. In der Natur orientieren sich Orchideen an den Jahreszeiten, um zu wissen, wann sie blühen sollen.

„Manche Orchideen reagieren auf Temperatur, andere auf Licht“, erklärt Niu.

Bei temperaturabhängigen Arten löst oft die natürliche Abkühlung im Herbst die Blüte aus.

Nach einigen Wochen regelmäßiger Nachsorge solltest du tagsüber 21–27 °C und nachts 15–18 °C für mehrere Wochen gewährleisten. Diese leicht kühleren Nächte kombiniert mit hellem, indirektem Tageslicht signalisieren der Pflanze, dass es Zeit ist, neue Blütentriebe zu bilden.

Über die Autorin

Margarete Wolf

Margarete Wolf schreibt über Beziehungen, Familie und die stille emotionale Wetterlage, die beides prägt. Sie interessiert sich für das, was andere auslassen — die Schwiegereltern, den Hund, die Freundschaft, die in den Dreißigern komisch wurde — und nimmt es genauso ernst wie die großen Themen.

Passende Artikel

Smarter gärtnern im Sommer: So überlebt dein Garten die Hitze ohne tägliches Gießen — Garten & Terrasse

Smarter gärtnern im Sommer: So überlebt dein Garten die Hitze ohne tägliches Gießen

Mit diesen einfachen Tipps sparst du im Sommer Zeit und Wasser – und dein Garten blüht trotzdem prächtig, auch ohne tägliches Gießen.

Camilla Lukas
7 Anzeichen, dass deine Zimmerpflanzen sich nicht wohlfühlen – und was du vielleicht falsch machst — Deko

7 Anzeichen, dass deine Zimmerpflanzen sich nicht wohlfühlen – und was du vielleicht falsch machst

Schau dir an, welche Anzeichen dir zeigen, dass deine Pflanzen unglücklich sind – und wie du das Problem lösen kannst.

Camilla Lukas
7 Pflanzen, die du im Sommer ruhig vergessen kannst zu gießen — Garten & Terrasse

7 Pflanzen, die du im Sommer ruhig vergessen kannst zu gießen

Urlaub, Ausflüge, Strandtage – manchmal bleibt das Gießen einfach liegen. Diese 7 Pflanzen überstehen den Sommer auch ohne tägliche Pflege problemlos.

Camilla Lukas
7 Gartengestaltungs-Tipps, die deinen Garten aussehen lassen wie vom Profi geplant — Garten & Terrasse

7 Gartengestaltungs-Tipps, die deinen Garten aussehen lassen wie vom Profi geplant

Mit diesen 7 einfachen Tipps verwandelst du deinen Außenbereich in einen Garten, der wirkt, als hätte ihn ein Landschaftsarchitekt gestaltet – ganz ohne riesiges Budget.

Diana Hoffmann
So ziehst du Edamame ganz einfach in deiner Wohnung! — Lebensstil

So ziehst du Edamame ganz einfach in deiner Wohnung!

Edamame, diese knackigen, proteinreichen grünen Sojabohnen, kannst du ganz einfach selbst zu Hause anbauen! Du brauchst keinen Garten und keine besonderen Gartenkenntnisse – nur ein paar Basics und etwas Aufmerksamkeit.

Barbara Weber
Zeitloser Sommergarten: Diese 5 Trends solltest du endlich loslassen — Garten & Terrasse

Zeitloser Sommergarten: Diese 5 Trends solltest du endlich loslassen

Wer einen schönen, nachhaltigen Garten möchte, sollte diese fünf überholten Trends kennen – und wissen, was man besser stattdessen macht.

Diana Hoffmann