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Das nehme ich von meinen Kindheitsweihnachten mit – und was ich loslasse

Szabó Erzsébet4 Min. Lesezeit
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Das nehme ich von meinen Kindheitsweihnachten mit – und was ich loslasse — Familie
In diesem Artikel

Mit den Jahren wird mir immer klarer, wie stark meine Kindheitsspuren in mir sind und wie ich heute das Fest in meiner eigenen Familie gestalte. Es ist etwas ganz Besonderes, als Erwachsener zu erkennen: Weihnachten passiert nicht einfach, wir gestalten es selbst. Unsere Entscheidungen und das feine Gleichgewicht aus bewahrten und losgelassenen Traditionen schaffen die Wärme, die jedes Weihnachten einzigartig macht.

Weihnachten steckt nicht unter dem Baum

So weit ich mich erinnern kann, waren meine Kindheitsweihnachten ruhig und voller Geborgenheit. Meine Eltern haben das Schenken nie übertrieben, doch unter dem Baum lag immer etwas, das ich mir wirklich wünschte. Es gab keinen Überfluss, keinen Wettbewerb – und der Zauber lag nicht in den Geschenken. Diese zurückhaltende Fülle, bei der Aufmerksamkeit mehr zählt als der Inhalt der Verpackung, hat sich tief in mich eingebrannt.

Als Erwachsene war es für mich selbstverständlich, diese Haltung weiterzugeben. Meine Tochter bekommt jedes Jahr etwas, das sie von Herzen möchte, aber Weihnachten soll für sie nicht automatisch die Zeit des „Alles-bekommens“ sein. Viel wichtiger ist, dass sie spürt: Gemeinsame Zeit, Ruhe, Nähe und Erlebnisse sind das, was wirklich zählt.

Foto eines glücklichen Paares beim Schmücken des Weihnachtsbaums

Die Geschichte hinter den Dekorationen

Ein anderes Bild aus meiner Kindheit ist, wie meine Mutter jedes Jahr den Baum als Überraschung schmückte. Für sie lag darin der Zauber. Wenn wir nach Hause kamen, stand der Baum bereits glänzend und perfekt arrangiert da – als hätten ihn Engel gebracht. Je älter ich wurde, desto mehr wollte ich diesen Moment miterleben. Ich wusste, dass der Baum nicht von allein an seinen Platz kommt, aber wir wollten meiner Mutter die Freude am Vorbereiten nicht nehmen.

In meiner eigenen Familie habe ich diese Tradition geändert: Bei uns ist das Schmücken von Anfang an ein gemeinsames Erlebnis. Meine Tochter freut sich das ganze Jahr darauf, doch die echte Spannung beginnt im November, wenn sie fragt: „Wann holen wir endlich die Kiste raus?“ Sie war nicht begeistert, als ich sagte: „Auch dieses Jahr erst am 24. Dezember“ – aber genau das gehört zum gemeinsamen Zauber und der Vorfreude.

Foto einer Familie, die Thanksgiving in einer Berghütte feiert

Ich habe das Weihnachtsmenü komplett neu gestaltet

In meiner Kindheit gab es das „Pflicht“-Festessen, das niemand hinterfragte, und wir wussten immer, welche Hauptspeise und welchen Kuchen es bei den Gästen geben würde. Als Erwachsene habe ich erkannt: Nur weil etwas Tradition ist, heißt das nicht, dass es zu uns passt. Deshalb gibt es bei uns heute ganz andere Gerichte – leichter, kreativer und oft neu für die anderen.

Unsere Gäste sagen oft, dass sie bei uns immer etwas Besonderes probieren und dass sie mehr davon im Alltag kochen sollten. Das motiviert mich, noch mehr Spiel, Geschmack und Kreativität ins Festmenü zu bringen.

Die größte Veränderung: ein offeneres Weihnachten mit mehr Liebe

In meiner Kindheit galt die strenge Regel, dass Heiligabend nur im engsten Familienkreis gefeiert wird; Verwandte und Großeltern besuchten wir erst danach. Das schien damals normal, doch heute spüre ich, wie viel mehr Verbindung ein größeres gemeinsames Feiern bringt.

Als Erwachsene wünschte ich mir immer mehr, am 24. Dezember auch mit der erweiterten Familie zusammen zu sein. Obwohl meine Herkunftsfamilie an der Kindheitstradition festhält, feiern wir jedes Jahr gemeinsam mit meiner Schwiegermutter, meinem Schwiegervater und dem Bruder meines Partners, wann immer es geht. Das ist kein „Muss“, sondern ein Herzenswunsch. Wir lieben sie, teilen gern den ersten echten Abend des Festes mit ihnen und bitten nur darum, dass wir es im nächsten Jahr wieder so machen können.

Meine Kindheitsweihnachten haben mir viele Geschenke gebracht – nicht unbedingt Dinge, sondern Erlebnisse und Gefühle. Diese trage ich weiter: Geborgenheit, Ruhe und diese stille Freude, die keiner großen Worte bedarf. Losgelassen habe ich alles, was mir nicht mehr dient: zu strenge Regeln, „nur-so-geht-es“-Traditionen und die Illusion, dass Weihnachten perfekt ist, wenn alles genauso läuft wie im letzten Jahr. Vergangenheit und Gegenwart formen zusammen das Weihnachten, das für uns zuhause warm und friedlich ist – und in dem vielleicht auch meine Tochter ihre eigene Geschichte findet.

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