Zaostrog taucht in Gesprächen über Kroatien-Urlaub kaum je auf – dabei liegt dieses kleine Dorf aus Steinhäusern keine halbe Stunde von Makarska entfernt, eingebettet zwischen Olivenhainen, die bis ans Meer reichen, und dem mächtigen Biokovo-Gebirge. Das Wasser ist kristallklar, der Strand angenehm ruhig, und selbst im Hochsommer findest du hier noch einen freien Campingplatz oder eine Ferienwohnung.
Das Dorf ist nicht deshalb unbekannt geblieben, weil es nichts zu bieten hätte – ganz im Gegenteil. Auf dem meerblickenden Hügel steht ein Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert, das eng mit Andrija Kačić Miošić verbunden ist, einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der kroatischen Literaturgeschichte. Der Priester und Dichter lebte und schrieb hier; im Klostergarten ist er auch begraben. Das ist keine aufgehübschte Touristenfalle, sondern eine lebendige Mönchsgemeinschaft, bei der man kurz vorbeischauen kann, bevor man zurück zum Strand schlendert.
Warum sich Zaostrog wirklich lohnt
Kroatiens Küste hat den Ruf, teuer zu sein – in Zaostrog stimmt das schlicht nicht. Das Dorf wird überwiegend von familiengeführten Pensionen und Ferienwohnungen geprägt, nicht von Hotelketten. Die Preise folgen entsprechend dem ländlichen kroatischen Niveau, nicht dem der touristischen Hochburgen. Eine Ferienwohnung kostet hier im Hochsommer deutlich weniger als vergleichbare Unterkünfte an beliebten deutschen oder österreichischen Seen – und Einkaufen, Eisessen oder ein Teller frischer Fisch kosten genauso wenig.
Parken ist kostenlos oder symbolisch günstig, und für den Strand gibt es keinen Eintritt – keine abgesperrten Liegebereiche, keine Pflichtgebühren. Diese Kombination macht es möglich, dass eine Woche am Meer insgesamt günstiger ausfällt als so mancher Kurztrip an einen überlaufenen mitteleuropäischen See.
Ein Strand, der nichts verspricht – und alles hält
Zaostrog hat keinen weißen Sandstrand wie aus dem Reisekatalog. Es erwarten dich feine Kiesel, stellenweise felsiger Untergrund – auf den ersten Blick vielleicht weniger fotogen als die Bilder von Hvar oder Brač. Dafür wechselt das Wasser sofort in ein sattes Blaugrün, und schon nach wenigen Schritten bist du in echter Schwimmtiefe. Am Strand gibt es ein paar Beach-Bars, ein oder zwei familiengeführte Restaurants – und Einheimische, die hier täglich ihren Morgenbadgang machen, bevor sie ihren Laden aufschließen.
Wer die bekannteren Orte der Makarska-Riviera wie Brela oder Gradac kennt, dem kommt Zaostrog vor wie eine Reise zehn Jahre zurück in der Zeit – als der Strand noch nicht vollgestellt war mit Mietliegen und Sonnenschirm-Reihen.
So reist du am besten an
Zaostrog liegt zwischen Split und Dubrovnik, direkt an der Küstenstraße – gut erreichbar sowohl mit dem Auto als auch mit Fernbussen, die entlang der Küste verkehren. Der nächste größere Flughafen ist Split; von dort sind es anderthalb bis zwei Stunden Fahrt, was für kroatische Verhältnisse eine entspannte Entfernung ist.
Was du noch in deinen Urlaub einbauen kannst
Die Nähe zum Biokovo-Gebirge lädt zu einem Vormittagsausflug auf einen der Aussichtspunkte ein, von denen aus man die gesamte Riviera überblickt. Wer lieber auf das Wasser hinauswill: Von den nahen Häfen starten Tagesausflüge nach Brač oder Hvar, sodass sich ruhige Dorftage problemlos mit einem lebhaften Inselausflug kombinieren lassen.
Zaostrog ist der richtige Ort für alle, die am Strand nicht zwischen einem halben Dutzend Cafés wählen wollen, sondern einen langen, trägen Nachmittag zwischen Olivenbäumen und Meer suchen – bei dem das größte Abendprogramm darin besteht, zuzuschauen, wie die Sonne hinter dem Biokovo versinkt.
Wie weit ist Zaostrog von Split entfernt?
Von Split aus sind es etwa anderthalb bis zwei Stunden Fahrt entlang der Küstenstraße. Die Strecke ist gut ausgebaut und mit dem Auto oder per Fernbus bequem zu bewältigen.
Ist Zaostrog auch für Familien mit Kindern geeignet?
Ja. Der ruhige, überschaubare Ort, die flach ins Meer abfallenden Bereiche und das Fehlen von überfüllten Touristenmeilen machen Zaostrog zu einem entspannten Familienziel. Familiengeführte Unterkünfte und günstige Preise kommen dazu.
Gibt es in Zaostrog etwas anderes zu sehen als den Strand?
Ja – das Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert ist ein echtes kulturelles Highlight und kein aufgesetztes Touristenangebot. Dazu bieten das Biokovo-Gebirge und Tagesausflüge zu den Inseln Hvar und Brač genug Abwechslung für eine ganze Woche.
Wann ist die beste Reisezeit für Zaostrog?
Das Dorf ist im Hochsommer angenehm ruhiger als die bekannten Riviera-Orte. Wer den Trubel ganz meiden möchte, reist am besten im Juni oder September – dann ist das Wasser warm, die Preise sind noch günstiger, und der Strand gehört dir fast für dich allein.











