Bien Logo

„Wir standen in Badehosen mitten im Nichts" – 3 Urlaube, die völlig aus dem Ruder liefen

Schuster Borka4 Min. Lesezeit
Teilen:
„Wir standen in Badehosen mitten im Nichts" – 3 Urlaube, die völlig aus dem Ruder liefen — Freizeit
In diesem Artikel

Der Urlaub ist für viele von uns die eine Zeit im Jahr, in der endlich alles perfekt sein darf. Die Sonne scheint, das kalte Getränk steht bereit, keiner muss arbeiten – und die größte Sorge ist, ob es an den Strand oder in die Stadt geht.

Und dann merkt man manchmal schon auf der Anreise: Das Leben hat ein ganz anderes Drehbuch geschrieben.

Drei Leserinnen haben uns erzählt, wie aus dem lang ersehnten Urlaub eine Geschichte wurde, die sie bis heute jeden Sommer aufs Neue erinnern – nur eben nicht wehmütig.

„Laut Google Maps waren es zwanzig Minuten – zu Fuß aber drei Stunden"

„Vor zwei Jahren sind mein Freund und ich nach Kroatien gefahren, und weil wir ein bisschen abenteuerlustiger sein wollten, haben wir keinen Transfer vom Busbahnhof zur Unterkunft gebucht. Wir dachten, wir finden das schon" – erzählt die 28-jährige Iza.

„Auf der Karte sah es wirklich nicht weit aus. Was wir übersehen haben: Die zwanzig Minuten führten zu Fuß über einen Berg. Mit zwei riesigen Koffern und bei vierzig Grad sind wir losgezogen – und nach einer halben Stunde hat keiner von uns mehr mit dem anderen gesprochen.

Dann ging mein Handy aus. Das meines Freundes war bei acht Prozent. Da haben wir langsam angefangen zu panisch zu werden, weil wir nicht mal wussten, wo wir eigentlich waren. Am Ende landeten wir auf einem kleinen Feldweg, wo uns ein älterer Herr ansah, als hätte er zwei verlorene Kinder gefunden.

Irgendwie haben wir ihm erklärt, wohin wir wollten, woraufhin er uns wortlos in sein Auto setzte. Es stellte sich heraus, dass er zwei Straßen von unserer Unterkunft entfernt wohnte. Als wir ausstiegen, habe ich ihn tatsächlich umarmt. Den Rest des Urlaubs sind wir mit dem Taxi gefahren. Unsere Abenteuerlust war irgendwie verflogen."

„Die Unterkunft war nicht ganz das, was auf den Fotos zu sehen war"

„Mein Partner und ich hatten ein romantisches Wochenende am See geplant und ein sehr günstiges, wunderschön wirkendes Apartment gefunden. Auf den Fotos: weiße Bettwäsche, riesige Fenster und eine kleine Terrasse. Als wir ankamen, dachten wir erst, wir wären am falschen Ort" – beginnt die 24-jährige Petra ihre Geschichte.

„Die Terrasse gab es tatsächlich, nur ging sie direkt auf eine Baustelle. Und im Zimmer war es so heiß, dass wir innerhalb von fünf Minuten klatschnass waren. Klimaanlage? Fehlanzeige. Das Fenster ließ sich nicht richtig öffnen, weil direkt daneben ein Wespennest hing.

Abends versuchten wir zu schlafen, aber irgendetwas kratzte ununterbrochen in der Wand. Um zwei Uhr morgens haben wir ernsthaft überlegt, im Auto zu übernachten. Am Morgen stellte sich heraus, dass ein Siebenschläfer in die Wand eingezogen war.

Am Ende blieben wir statt zwei nur eine Nacht. Das Lustigste an der ganzen Sache: Der Vermieter fragte später ganz ernst gemeint: ‚Es hat Ihnen doch gefallen, oder?' Seitdem lese ich vor jeder Buchung einer Unterkunft auch die schlechtesten Bewertungen."

„Wir standen in Badehosen mitten im Nichts"

„Wir waren mit einer Gruppe von Freunden im Urlaub, und an einem Tag beschlossen wir, ein Boot zu mieten und zu einem abgelegeneren Küstenabschnitt zu fahren. Den ganzen Tag war alles perfekt: schwimmen, sonnen, essen, trinken – und nachmittags ging es zurück" – erzählt die 39-jährige Zsófi.

„Das Problem war, dass inzwischen der Wind aufgekommen war. Als wir es bemerkten, waren wir schon deutlich weiter abgetrieben, als geplant. Und dann ging der Motor des Bootes einfach aus.

Zuerst haben wir noch gelacht. Zehn Minuten später lachte niemand mehr.

Ein Handy hatten wir nicht dabei, weil natürlich jeder Angst vor dem Wasser hatte. Ein Ruder war da, aber damit kamen wir praktisch nicht voran. Am Ende entdeckte uns ein anderes Boot und schleppte uns zurück ans Ufer.

Im Hafen standen wir dann zu viert, in Badehosen, klatschnass, und versuchten so zu tun, als wäre das alles völlig geplant gewesen. Seitdem, wenn jemand sagt: ‚Lass uns ein bisschen weiter raus schwimmen', sagen wir zu viert gleichzeitig: ‚Nein.'"

Was können wir aus diesen Urlaubspannen lernen?

Prüfe vor der Anreise, wie die letzte Etappe zur Unterkunft wirklich aussieht, lade dir eine Offline-Karte herunter und lies bei jeder Buchung auch die kritischen Bewertungen. Kleine Vorbereitungen ersparen große Panikmomente.

Warum sollte man die schlechtesten Bewertungen einer Unterkunft lesen?

Weil die negativen Bewertungen oft die Details verraten, die auf den schönen Fotos nicht zu sehen sind – von der Baustelle nebenan bis zur fehlenden Klimaanlage. Genau das hat Petra nach ihrem Erlebnis am See gelernt.

Was tun, wenn beim Bootsausflug der Motor ausfällt?

Ein aufgeladenes, wasserdicht verpacktes Handy und ein wenig Respekt vor Wind und Wetter machen den Unterschied. Wie Zsófis Gruppe erlebt hat, kann sich das Wetter auf dem Wasser schnell drehen.

Passende Artikel

Meine 3 Lieblingsstrände am Balaton, an die ich immer wieder zurückkehre — Freizeit

Meine 3 Lieblingsstrände am Balaton, an die ich immer wieder zurückkehre

Sauber, familienfreundlich und voller kleiner Extras: Diese drei Strände am Plattensee besuche ich jedes Jahr aufs Neue – und jeder hat seinen eigenen Zauber.

Nyul Debóra
Seit ich das Meer kenne, ist der See für mich nie wieder derselbe — Freizeit

Seit ich das Meer kenne, ist der See für mich nie wieder derselbe

Ich will niemandem zu nahe treten – der Plattensee ist wunderschön. Doch seit ich das Meer kennengelernt habe, hat sich etwas verändert, das ich nicht mehr rückgängig machen kann.

Farkas Margaréta
Vergisst du deinen Reisepass oder überversicherst du alles? So reist du laut deinem Sternzeichen — Lebensstil

Vergisst du deinen Reisepass oder überversicherst du alles? So reist du laut deinem Sternzeichen

Bist du der spontane Abenteurer oder der Perfektionist, der jedes Detail plant? Finde heraus, welcher Urlaubstyp du laut deinem Sternzeichen wirklich bist.

Farkas Izabella
Warum sich ein Sommer am See in den 2000ern echter anfühlte als jeder Urlaub heute — Lebensstil

Warum sich ein Sommer am See in den 2000ern echter anfühlte als jeder Urlaub heute

Spontane Sommer, Einwegkameras und echtes Offline-Sein: Warum sich Urlaube in den 2000er-Jahren freier anfühlten – und was wir heute dafür aufgeben.

Szabó Erzsébet
Diese 5 Tricks helfen mir, enttäuschende Unterkünfte im Urlaub zu vermeiden — Freizeit

Diese 5 Tricks helfen mir, enttäuschende Unterkünfte im Urlaub zu vermeiden

Schöne Fotos, bittere Realität – so fühlt sich eine schlechte Unterkunft an. Diese fünf Tricks schützen mich seither vor unangenehmen Überraschungen im Urlaub.

Nyul Debóra
Glutenfrei am Balaton: 5 Restaurants, in denen ich als Gluten- und Laktoseintolerante nie enttäuscht wurde — Lebensstil

Glutenfrei am Balaton: 5 Restaurants, in denen ich als Gluten- und Laktoseintolerante nie enttäuscht wurde

Mit Glutenunverträglichkeit am Balaton essen gehen – geht das wirklich sorglos? Diese 5 Lokale haben mich jedes Mal überzeugt. Eine persönliche Empfehlungsliste.

Nyul Debóra