Es gibt einen Sitzplatz im Flugzeug, den die meisten Reisenden erst dann bemerken, wenn es längst zu spät ist: Die Boardingkarte ist schon gedruckt, das Flugzeug voll besetzt – und man sitzt da, schwitzt, dem Hitzschlag nah, während alle anderen ihr Nackenkissen zurechtlegen und einschlafen. Damit dir das nicht passiert, solltest du diese Plätze kennen.
Der Fensterplatz hinter der Tragfläche auf der Sonnenseite
Wer im Hochsommer auf einem langen Ost- oder Südflug sitzt und zufällig auf der sonnenzugewandten Seite landet – noch dazu neben jemandem, der den Fensterblenden partout nicht herunterlassen will – der weiß, wovon hier die Rede ist.
Das Flugzeugfenster verstärkt die Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas, und die Klimaanlage kämpft bei einem vollen Flieger im Hochsommer oft ums Überleben. In den Reihen hinter der Tragfläche kommt noch das Triebwerksbrummen dazu – lauter, vibrierender, unerbittlicher. Und als wäre das nicht genug: Der Beinraum ist dort häufig enger, weil die Flügelwurzel genau hier verläuft.
Die letzten Reihen neben den Toiletten
Das Heck des Flugzeugs ist klimatechnisch das Sorgenkind: Die Luft wird vorne eingeblasen und kommt weiter hinten bereits handwarm an. Dazu gesellt sich die unvermeidliche Toilettennähe – ständige Warteschlangen, klappernde Türen und ein Geruch, der sich auf einem langen Sommerflug im Laufe der Stunden zunehmend bemerkbar macht.
Wer hier hinten einen Fensterplatz auf der Sonnenseite erwischt, zieht wirklich die schlechteste Kombination: Hitze, Enge, Betrieb und kaum Bewegungsfreiheit.
Der Sitz mit nicht verstellbarer Rückenlehne
Bei vielen Airlines lässt sich die Rückenlehne in der letzten Reihe oder in den Reihen vor dem Notausgang schlicht nicht nach hinten neigen – dahinter befindet sich eine Wand oder der Ausgangsbereich. Im Alltag klingt das nach einem kleinen Komfortnachteil. An einem erschöpfenden, heißen Sommerflug wird es zur echten Qual: Alle um einen herum lehnen entspannt zurück und dösen – nur man selbst sitzt kerzengerade. Die Hitze macht das beengte Gefühl noch intensiver.
Der Gangplatz vorne im Einstiegsbereich
Kaum jemand denkt daran, aber Gangplätze ganz vorne im Flugzeug, nahe dem Einstieg, sind im Sommerreiseverkehr ebenfalls keine gute Wahl. Genau hier drängen sich beim Boarding die Passagiere mit ihrem Handgepäck, und bis alle verstaut und gesetzt sind, hat die Klimaanlage die aufgestaute Kabinenhitze noch lange nicht bewältigt. Wer hier sitzt, verbringt das erste und letzte Viertel des Fluges mit ziemlicher Sicherheit schweißgebadet.
Was du stattdessen tun kannst
Beim Online-Check-in lohnt es sich unbedingt, einen Blick auf den Sitzplan zu werfen. Wähle möglichst einen Platz, der nicht direkt hinter der Tragfläche liegt, nicht zu den letzten Reihen gehört und nicht an der Toilette grenzt. Reihen im vorderen Drittel des Flugzeugs – aber nicht die allerersten – bieten in der Regel eine ausgewogenere Temperatur und weniger Trubel.
Helle, leichte Kleidung, eine kleine Wasserflasche und ein handlicher Mini-Ventilator helfen ebenfalls. Aber den größten Unterschied macht die richtige Sitzplatzwahl – und die lässt sich zum Glück treffen, bevor man überhaupt an Bord geht.
Welcher Sitzplatz ist im Sommer am schlimmsten?
Der Fensterplatz hinter der Tragfläche auf der Sonnenseite gilt als besonders unangenehm: Dort treffen verstärkte Sonneneinstrahlung, Triebwerkslärm, Vibrationen und enger Beinraum zusammen.
Warum ist es hinten im Flugzeug heißer?
Die Klimaanlage bläst die Luft vorne in die Kabine ein. Bis sie das Heck erreicht, hat sie bereits an Kühlleistung verloren – weshalb es in den letzten Reihen spürbar wärmer ist, besonders bei einem vollen Flugzeug im Sommer.
Kann ich meinen Sitzplatz beim Online-Check-in noch ändern?
Ja, beim Online-Check-in – meist 24 bis 48 Stunden vor dem Abflug – kannst du deinen Sitzplatz in der Regel noch wechseln, sofern bessere Plätze frei sind. Es lohnt sich, den Sitzplan genau zu prüfen und gezielt einen Platz im vorderen Drittel der Kabine zu wählen.
Was hilft gegen die Hitze im Flugzeug?
Neben der richtigen Sitzplatzwahl helfen helle, leichte Kleidung, ausreichend Wasser und ein kleiner Handventilator. Den größten Unterschied macht jedoch, wo genau man sitzt – das sollte man schon vor dem Boarding bewusst entscheiden.











