Ein Mädelswochenende, das im Kopf bleibt, muss weder am anderen Ende der Welt stattfinden noch dein Konto sprengen. Genau das wollte ich beweisen – und Prag hat sich als geniale, budgetfreundliche Wahl entpuppt.
Schon lange trug ich den Plan mit mir herum, Prag endlich einmal in Ruhe zu entdecken. Normalerweise reise ich mit der Familie oder zu zweit mit dem Papa meiner Tochter, und auch die Städtetouren erlebe ich meist an seiner Seite. Er war aber schon zweimal in der tschechischen Hauptstadt, ich dagegen nur ein einziges Mal – und das auch nur auf der Durchreise. Der perfekte Anlass also, endlich mit meinen Freundinnen loszuziehen.
Ursprünglich wollten wir in großer Runde starten, doch weil bei den anderen einiges dazwischenkam, machten wir uns am Ende zu dritt auf den Weg.
Alles begann mit cleverer Planung
Denn eines habe ich über die Jahre gelernt: Je früher ich buche, desto mehr spare ich. Also habe ich mich rechtzeitig an die Bahntickets gemacht und ein Wochenende gefunden, an dem nicht nur alle Zeit hatten, sondern auch die Ticketpreise günstig waren.
Von unserer Region aus gibt es eine direkte Verbindung nach Prag, sodass wir uns nach einer schnellen Busfahrt nicht mit lästigem Umsteigen herumschlagen mussten. Die Fahrzeit von sechs bis sieben Stunden klingt zunächst lang, doch die Reise verlief erstaunlich entspannt und gemütlich – und das Hin- und Rückticket kostete pro Person nur rund 80 Euro. Wir haben endlich mal ausgiebig geplaudert, es blieb aber auch Zeit zum Lesen, Filmeschauen und Ausruhen, was als Mutter für sich genommen schon fast einem kleinen Wellness-Wochenende gleichkam.
Vier Sterne zu diesem Preis?!
Bei der Wahl der Unterkunft hatte ich ein zentral gelegenes Vier-Sterne-Hotel im Blick, und nach kurzer Suche fand ich auf einem Buchungsportal genau das Richtige. Um noch mehr für die Gruppe herauszuholen, habe ich am Ende direkt beim Hotel gebucht – so sparten wir die Vermittlungsgebühr, und wieder blieben ein paar wertvolle Euro in unserer Tasche.
Ich konnte kaum glauben, dass wir zu dritt so bequem in einem Zimmer Platz haben würden, doch die Realität übertraf alle Erwartungen. Uns erwartete eine moderne, saubere und bestens ausgestattete Unterkunft. Für drei Nächte inklusive reichhaltigem Frühstück zahlten wir pro Person nur rund 115 Euro.
Das Hotel war überraschend ruhig – wie viele Gäste tatsächlich mit uns dort wohnten, wurde uns erst bewusst, als wir an einem Morgen etwas später zum Essen kamen und das gemütliche Restaurant komplett voll war. Das Frühstücksbuffet war übrigens so abwechslungsreich und sättigend, dass wir in der ersten Tageshälfte gar nicht ans Essen denken mussten – so ließ sich das Naschen zwischendurch ganz ohne „Budget-Unfall" regeln.
Rollende Minuten in der tschechischen Hauptstadt
Den öffentlichen Nahverkehr in Prag kann ich gar nicht genug loben. Mit Google Maps konnten wir jederzeit und überall problemlos unsere Routen planen, und das System ist so logisch, übersichtlich und gut ausgeschildert, dass wir schon nach einem halben Tag Metro, Bus und Straßenbahn mit voller Selbstsicherheit und Flexibilität nutzten.
Das Sahnehäubchen war der Preis: Wir lösten ein 72-Stunden-Ticket, das unser langes Wochenende perfekt abdeckte und pro Person nur etwa 15 Euro kostete. Man könnte sich das sogar sparen, denn zwischen den wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen keine großen Distanzen – bei uns entschieden eher der Komfort und die Tatsache, dass nach langen Spaziergängen eine entspannte Straßenbahnfahrt einfach guttat.
Rechnet man die festen Grundpfeiler unserer Reise zusammen – also das Bahnticket für rund 80 Euro, die Unterkunft mit Frühstück für 115 Euro und das Nahverkehrsticket für 15 Euro –, kamen die Pflichtausgaben pro Person auf gerade einmal etwa 210 Euro. Ein toller Ausgangspunkt, um das restliche Budget ganz dem Genuss der Stadt zu widmen.
Nach dem üppigen Frühstück hoben wir uns die Hauptmahlzeit für den Abend auf, wenn wir irgendwo zum Essen einkehrten. Die Restaurants empfanden wir überhaupt nicht als überteuert – vor allem, weil wir die überfüllten, touristischen Plätze von vornherein mieden und bewusst die authentischeren, versteckteren Lokale bevorzugten, in denen auch Einheimische essen und die Preise deutlich freundlicher waren.
Langsames Treibenlassen zwischen Kultur und Moldau
Einer der größten Vorzüge Prags ist aber nicht nur die gute Erreichbarkeit, sondern auch, dass sich die schönsten Sehenswürdigkeiten völlig kostenlos bestaunen lassen. Natürlich gab es Orte, für die wir Eintritt zahlten – meist rund 15 Euro. Das ist etwas höher als in einer südeuropäischen Stadt, aber die Endsumme hängt immer davon ab, wie viele Museen, Ausstellungen oder Aussichtspunkte man abhaken möchte.
Wir haben uns diesmal bewusst gegen die Hetze entschieden. Wir sehnten uns nach einem entspannten Wochenende zum Auftanken, bei dem es nicht darum ging, von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu rennen, sondern eins mit der Stadt zu werden und ihre Atmosphäre in uns aufzusaugen. Wir saßen stundenlang am Ufer der Moldau, beobachteten die Nutrias, die Tretbootfahrer auf dem Wasser und das pulsierende Stadtleben. Und wir hatten sogar Glück, denn genau während unseres Besuchs fanden die örtlichen Folklore- und Weintage statt – für stimmungsvolle Programme mussten wir also gar nicht weit gehen.
Mir ist bewusst, dass in der heutigen Welt selbst ein Betrag unter 300 Euro für viele Familien eine ernst zu nehmende Ausgabe ist. Genau deshalb war es mir so wichtig zu zeigen: Mit kluger Logistik, ein paar gezielten Tricks und etwas Kompromissbereitschaft lässt sich erstaunlich viel bei den Kosten einsparen.
Das Beste daran: Sparen hatte diesmal überhaupt nichts mit Verzicht zu tun – im Gegenteil. Einmal mehr zeigte sich, dass die am einfachsten und günstigsten organisierten Reisen die meisten Erlebnisse bescheren.
Ist Prag wirklich für unter 300 Euro machbar?
Ja. Bei unserem Trip zu dritt lagen die Pflichtausgaben – Bahnticket, Unterkunft mit Frühstück und Nahverkehr – bei rund 210 Euro pro Person. Der Rest blieb frei für Essen, Eintritte und Genuss.
Wie spart man bei der Unterkunft am meisten?
Wir haben ein zentrales Vier-Sterne-Hotel zunächst über ein Buchungsportal gefunden, dann aber direkt beim Hotel gebucht. So entfiel die Vermittlungsgebühr, und wir zahlten für drei Nächte inklusive Frühstück nur etwa 115 Euro pro Person.
Lohnt sich ein Nahverkehrsticket in Prag?
Das 72-Stunden-Ticket kostete nur rund 15 Euro und deckte das ganze Wochenende ab. Zwischen den Hauptsehenswürdigkeiten sind die Wege aber kurz – man könnte also auch problemlos zu Fuß unterwegs sein.
Wo isst man in Prag günstig?
Wir mieden die überfüllten Touristenplätze und suchten gezielt authentischere, versteckte Lokale, in denen auch Einheimische essen. Dort waren die Preise deutlich freundlicher, und wir empfanden das Essen keineswegs als überteuert.











