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Ein Tag in Mailand: Was mich in der italienischen Modestadt wirklich überrascht hat

Nyul Debóra6 Min. Lesezeit
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Ein Tag in Mailand: Was mich in der italienischen Modestadt wirklich überrascht hat — Freizeit
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Bei Mailand denken die meisten sofort an Mode, Luxusmarken und pulsierendes Großstadtleben. Ich habe diese Stadt jedoch mit ganz anderen Augen kennengelernt. Aus einem eigentlich nur als Abstecher gedachten Tagesausflug während meines Urlaubs am Comer See wurde am Ende ein Erlebnis, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte.

Wir hatten keine große Besichtigungstour geplant, sondern wollten einfach nur die Atmosphäre auf uns wirken lassen. Doch am Ende kam ich mit weit mehr Eindrücken zurück, als ich erwartet hätte.

Zwischen Como und Mailand reist man bequem – aber wachsam

Wir sind von Como aus mit dem Zug losgefahren, und mein erster Eindruck war: Die Verbindung ist wirklich hervorragend. Die Züge fahren häufig, sodass die Reise auch dann kein Problem ist, wenn man nicht alles auf die Minute genau durchplanen möchte.

Der sommerliche Touristenandrang war allerdings auch hier spürbar. Der Zug war voll, und wie ich sah, ging es anderen Verbindungen genauso. Deshalb lohnt es sich, besonders gut auf die eigenen Wertsachen zu achten. Davon abgesehen ist es eine bequeme und schnelle Möglichkeit, vom Ufer des Comer Sees aus Mailand zu entdecken.

Der Bahnhof Milano Centrale ist schon für sich beeindruckend

Sobald man am Bahnhof Milano Centrale ankommt, spürt man sofort, dass man an einem gewaltigen Verkehrsknotenpunkt gelandet ist. Obwohl ich früher jahrelang in einer Großstadt gelebt habe und der öffentliche Nahverkehr zu meinem Alltag gehörte, brauchte ich hier einige Minuten, um mich zurechtzufinden.

Der Bahnhof ist riesig, und anfangs verliert man sich leicht in den Details. Wer schnell in Stress gerät, wenn er einen Ausgang oder Metrozugang nicht sofort findet, sollte am besten mit einem entspannten Reisebegleiter anreisen. Im Gegenzug empfängt einen ein gepflegtes, sauberes und ausgesprochen sehenswertes Gebäude, voller Geschäfte und Verpflegungsmöglichkeiten. Es lohnt sich schon allein deshalb, ein wenig länger dort zu verweilen.

Vor dem Mailänder Dom mussten wir unsere Pläne spontan ändern

Vom Bahnhof aus ging es mit der Metro weiter zur bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt: dem Mailänder Dom. Da wir vorher nicht festgelegt hatten, an welchem Tag wir nach Mailand fahren würden, wollten wir die Tickets vor Ort kaufen. Rückblickend sage ich: Das ist das Einzige, was ich anders machen würde.

Selbst an einem ganz gewöhnlichen Donnerstag erwartete uns eine unglaubliche Menschenmenge vor dem Platz – und vor Ort waren gar keine Tickets mehr zu bekommen. Zum Glück haben wir schnell die Online-Möglichkeiten geprüft, wo es noch reichlich freie Zeitfenster gab, allerdings zu einem höheren Preis.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte das Ticket unbedingt im Voraus kaufen – besonders in den stärker frequentierten Zeiten.

Das Dach des Doms ist ein unvergessliches Erlebnis

Wir sind schließlich auf die Dachterrasse gestiegen und haben es keine Sekunde bereut. Die gotischen Türme und die detailreichen Verzierungen aus nächster Nähe zu sehen, während sich unter uns ganz Mailand ausbreitet, ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Oben war der Andrang längst nicht mehr so groß wie unten auf dem Platz, sodass man in Ruhe schauen und fotografieren konnte.

Wir trafen dort auch andere Reisende, und einer erzählte, dass sie schon am frühen Morgen kein Kombiticket für das Innere und das Dach des Doms mehr bekommen hätten – nur noch Einzeltickets zu ungünstigeren Preisen.

Wir haben letztlich nur das Dach erkundet, aber auf dem Weg nach unten einen Teil des Kircheninneren gesehen. Uns fehlte nichts, aber ich sage nicht Nein zu einem erneuten Besuch, um das Innere des Doms irgendwann in Ruhe genauer zu betrachten.

Die Galleria Vittorio Emanuele II – hier lohnt es sich innezuhalten

Die direkt neben dem Mailänder Dom gelegene Galleria Vittorio Emanuele II hat mich schon auf den ersten Blick begeistert. Die riesige Glaskuppel, der wunderschöne Mosaikboden und die prächtigen, historischen Details schaffen zusammen eine wirklich einzigartige Atmosphäre.

Es lohnt sich, sich Zeit zu nehmen und langsam durch die Passage zu schlendern, um dieses beeindruckende architektonische Meisterwerk zu bewundern, das zu den bekanntesten Wahrzeichen Mailands zählt.

Mailand ist auch glutenfrei ein echtes Erlebnis

Wegen der großen Hitze entschieden wir uns, statt weiterer Besichtigungen lieber in einem ruhigen, klimatisierten Restaurant zu Mittag zu essen. Das erwies sich am Ende als eine unserer besten Entscheidungen.

Nur etwa zehn Minuten zu Fuß vom Dom entfernt habe ich eine fantastische glutenfreie Pizza gegessen. Als Mensch mit Glutenunverträglichkeit war es eine besondere Freude zu erleben, wie selbstverständlich in Italien mit diesem Ernährungsbedürfnis umgegangen wird.

Diese Erfahrung habe ich schon auf früheren Reisen gemacht: Nicht nur in größeren Restaurants, sondern auch in vielen kleineren Lokalen findet man glutenfreie Optionen. In dieser Hinsicht erwies sich Mailand jedoch als besonders gute Wahl.

Eines der einprägsamsten Erlebnisse des Tages war eine glutenfreie Bäckerei rund zwei Kilometer vom Dom entfernt, zu der wir selbst bei der großen Hitze zu Fuß gegangen sind. Dort habe ich das beste Croissant meines Lebens gegessen, dazu eine Tasse himmlischen italienischen Kaffee. Dieser kleine Abstecher war für mich als Betroffene genauso ein großes Erlebnis wie die bekanntesten Sehenswürdigkeiten.

Im Sommer wunderschön – aber die Hitze fordert einen heraus

Ende Juni empfing uns bereits echte Sommerhitze. Zwar habe ich keine Sekunde bereut, nach Mailand gefahren zu sein, doch die hohen Temperaturen erschwerten die Stadtbesichtigung spürbar.

Wenn ich noch einmal aufbrechen würde, würde ich die Stadt vermutlich im Frühling oder Herbst besuchen – in einer Zeit, in der es kühler ist und man mit weniger Andrang rechnen kann.

Würde ich wiederkommen? Ganz klar ja

Mailand ist nicht nur die Hauptstadt der Mode. Ich habe eine lebendige, aufregende und vielseitige Stadt kennengelernt, in der historische Architektur, modernes Großstadtleben und hervorragende Gastronomie eine ganz besondere Einheit bilden.

Wer am Comer See Urlaub macht und noch nie in Mailand war, sollte die Stadt meiner Meinung nach nicht auslassen. Schon ein einziger Tag schenkt viele Eindrücke – und gut möglich, dass es einem so geht wie mir: Auf dem Rückweg überlegt man schon, wann man wohl zurückkehren kann.

Wie kommt man vom Comer See nach Mailand?

Am einfachsten mit dem Zug ab Como. Die Verbindungen sind sehr gut und die Züge fahren häufig, sodass man nicht alles auf die Minute planen muss. In der Hochsaison sind die Züge allerdings voll – gut auf die Wertsachen achten.

Sollte man die Tickets für den Mailänder Dom vorab kaufen?

Unbedingt. Selbst an einem normalen Wochentag war der Andrang riesig und vor Ort gab es keine Tickets mehr. Online waren noch Zeitfenster frei, aber zu höheren Preisen. Wer sichergehen will, bucht im Voraus.

Lohnt sich der Aufstieg auf das Dach des Doms?

Ja, absolut. Oben ist der Andrang deutlich geringer, und der Blick über Mailand sowie die gotischen Türme aus nächster Nähe sind ein unvergessliches Erlebnis.

Ist Mailand für Menschen mit Glutenunverträglichkeit geeignet?

Sehr gut sogar. Glutenfreie Optionen findet man selbstverständlich in vielen Restaurants und kleinen Lokalen – von fantastischer Pizza bis hin zu einer eigenen glutenfreien Bäckerei mit hervorragenden Croissants.

Wann ist die beste Reisezeit für Mailand?

Frühling oder Herbst. Ende Juni war es bereits sehr heiß, was die Stadtbesichtigung erschwerte. In der kühleren Jahreszeit ist es angenehmer und der Andrang kleiner.

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