Anfang September sieht mein Balkon immer ein bisschen nach Nachsaison aus: Die Tomatenpflanze hängt müde in der Schnur, das Basilikum ist ins Kraut geschossen, in den Kästen liegen mehr braune Blätter als Blüten. Der erste Impuls ist, alles abzuräumen und die Töpfe zu stapeln. Genau das ist schade – denn die nächsten sechs bis acht Wochen sind auf kleinem Raum überraschend produktiv, und was du jetzt tust, entscheidet darüber, wie viel im Frühjahr überhaupt wieder austreibt.
Was sich jetzt noch lohnt zu säen
Alles, was schnell keimt und Kälte gut verträgt. Radieschen brauchen nur wenige Wochen und schmecken im Herbst milder als im Hochsommer. Rucola, Asia-Salate und Pflücksalat wachsen in flachen Kästen und lassen sich blattweise ernten, statt im Ganzen. Feldsalat ist der klassische Spätstarter: Er keimt langsam, hält aber Frost aus und steht im November noch da, wenn alles andere längst hinüber ist. Spinat funktioniert ähnlich, braucht nur etwas mehr Tiefe.
Wichtig ist die alte Erde. Wo im Sommer Tomaten oder Zucchini standen, ist kaum noch Nährstoff drin. Ich kippe die halbe Kastenfüllung in einen Eimer, mische frische Erde unter und locker das Ganze richtig auf – Salat wurzelt flach, aber er mag keine verdichtete, verkrustete Oberfläche. Gesät wird dünner, als man denkt, sonst verzieht man sich später die Finger wund.






