„Nur ein Löffel voll“, „ich wusste nicht, wohin sonst damit“ oder „es läuft doch mit dem Wasser weg“. Oft sind das die Ausreden, mit denen wir Öl oder Fett in den Abfluss kippen, doch nur weil der Schmutz unter dem Waschbecken verschwindet, ist das Problem nicht gelöst – und es kann später richtig ärgerlich werden, wenn man unvorsichtig war.
Was passiert, wenn du Öl in den Abfluss gießt?
Wenn du heißes Öl oder Fett in den Abfluss gießt, sieht es zunächst harmlos aus. Fett ist warm flüssig und verschwindet mit dem Wasser, oder? Leider ist die Realität anders: Wenn das Öl abkühlt, wird es gelartig und lagert sich an den Rohrwänden ab, Schicht für Schicht. Diese klebrige Fettschicht wirkt wie eine Art Isolierung, an der sich Essensreste, Schmutz und Dreck festsetzen.
Mit der Zeit verstopft sie fast das Rohr, der Abfluss wird langsamer und schließlich gibt es eine Verstopfung oder sogar einen kompletten Verschluss.
Das Problem entsteht nicht nur in deiner Küche: Fett kann langfristig das gesamte Abfluss- und Kanalsystem angreifen, indem es sich sammelt und Blockaden bildet. Das verursacht nicht nur Ärger zu Hause, sondern auch in gemeinsamen Kanalsystemen unangenehme Rückflüsse, Gerüche oder sogar Verstopfungen.

Das gefürchtete Kanalmonster: der Fettpfropfen
Öl oder Fett ist heiß noch flüssig und verhält sich wie jede andere Flüssigkeit. Aber je kühler es wird – auch in den Rohren – desto mehr wird es fest. Zuerst bildet sich nur eine dünne Schicht an der Rohrwand, doch diese Schicht wird mit der Zeit dicker und klebt alle anderen Ablagerungen fest: Essensreste, Seifenreste, Haare – alles bleibt daran haften und wächst zu einer immer größeren Masse zusammen.
Wenn diese Schicht erst einmal aufgebaut ist, kommst du nicht drum herum, die Folgen zu bezahlen: Werkzeuge gegen Verstopfungen, Chemikalien oder professionelle Handwerker sind nicht günstig. Langfristige Ablagerungen können außerdem Gerüche, Bakterienwachstum und korrodierende Rohre verursachen – was weitere Kosten bedeutet.

Das Problem, das über dein Zuhause hinausgeht
Wenn Öl oder Fett in den Abfluss gelangt, lagert es sich nicht nur in den Rohren deines Hauses ab. Das Fett gelangt schließlich in das städtische Abwassernetz und die Kläranlagen, wo es langfristig große Probleme verursachen kann. Die angesammelten Fettmengen können riesige Fettpfropfen bilden, deren Entfernung Wochen dauern und sehr teuer sein kann.
Und als ob das nicht reicht: Fett schadet auch der Umwelt. Wenn ein Teil davon die Kläranlagen passiert, bildet der Ölfilm auf dem Wasser eine Barriere, die den Sauerstoff für Wasserlebewesen entzieht und so das ganze Ökosystem belastet.

Was tun mit dem Öl?
Die gute Nachricht: Es ist ganz einfach zu verhindern, dass Öl in Abflüsse und Rohrsysteme gelangt. Lass das Fett nach Gebrauch abkühlen und sammle es in einem separaten Behälter, den du dann an der nächsten Sammelstelle für Altöl abgibst. Wische Pfannen oder Töpfe nach dem Kochen mit einem Papiertuch aus, bevor du sie spülst. Das Papiertuch gehört in den Müll.
Schnelle Hilfe, falls doch mal was schiefgeht
Wenn doch mal Öl in den Abfluss gelangt, spüle sofort mit heißem Wasser und gib Spülmittel in das Rohr. Das kann helfen, dass das Öl nicht sofort an der Rohrwand fest wird. Diese Lösung ist zwar nicht dauerhaft und schützt die Umwelt nicht, aber sie kann verhindern, dass das Fett an den Leitungen deiner Küche kleben bleibt.











