Für viele Eltern ist es eine Herausforderung, wenn ihr Kind keine Küsse oder Umarmungen geben oder empfangen möchte – besonders, weil Erwachsene oft genau so ihre Gefühle zeigen. Für viele von uns ist es ganz natürlich, jemanden zu küssen oder zu umarmen, doch nicht jedes Kind braucht oder genießt das. Psychologen betonen, dass dieses Verhalten nicht unbedingt ein Problem ist, sondern eine Chance, die individuellen Gefühle und Bedürfnisse unseres Kindes besser zu verstehen.
Die Ablehnung von Nähe kann normal sein
Kinder entwickeln sich in ihrem eigenen Tempo, und manche brauchen mehr Zeit für Rückzug oder Distanz. Wie Dr. Gary Chapman, der Entwickler des Konzepts der Liebessprachen, sagt:
„Wir alle empfinden Liebe auf unterschiedliche Weise. Für ein Kind kann es sein, dass Worte oder Taten ihm mehr Sicherheit geben als Berührungen.“
Chapmans Gedanken helfen uns zu verstehen, dass es Phasen geben kann, in denen Kinder Berührungen bewusst meiden.

Verstehen, warum dein Kind Umarmungen nicht mag
Eltern sollten herausfinden, was hinter dem Verhalten ihres Kindes steckt. Manchmal liegt eine negative Erfahrung vor, oder das Kind ist von Natur aus introvertierter. Dr. Lisa Firestone, Forscherin der Bindungstheorie, erklärt:
„Manchmal möchten Kinder ihre persönlichen Grenzen respektiert wissen. Es ist nicht nötig, sofort besorgt zu sein, wenn ein Kind Berührungen gelegentlich ablehnt.“
Alternative Liebessprachen
Wenn Küsse und Umarmungen bei deinem Kind nicht das Gefühl von Liebe wecken, lohnt es sich, andere Wege zu finden, die Verbindung zu vertiefen. Dr. Ross Greene, Autor von Raising Human Beings, empfiehlt, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern verschiedene Aktivitäten ausprobieren, etwa Geschichten vorlesen oder zusammen spielen. Solche gemeinsamen Momente sind genauso wertvoll, um Liebe zu zeigen.
Auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen
Eltern sollten nicht versuchen, Berührungen oder Küsse aufzuzwingen. Das führt nur zu Frustration auf beiden Seiten. Dr. Shefali Tsabary, Autorin von Conscious Parenting, warnt:
„Eltern sollten die Grenzen ihres Kindes respektieren und dessen eigenen Weg unterstützen, ohne die Regeln der Erwachsenenwelt aufzuzwingen.“
Beziehungen verstehen und vertiefen
Eine Beziehung zu Kindern aufzubauen und zu vertiefen ist ein langfristiger Prozess, der Geduld und Feingefühl erfordert. Manchmal hilft es, eigene Vorstellungen davon loszulassen, wie Liebe gezeigt werden sollte. So können wir authentischer auf unsere Kinder eingehen. Wichtig ist, dass das Kind spürt, dass es unterstützt und angenommen wird – ohne Druck. So wächst Selbstvertrauen und Vertrauen in die Familie.
Lasst uns offen und verständnisvoll unseren Kindern begegnen und nicht vergessen: Während sie von uns lernen, lernen auch wir viel von ihnen. Dieser Prozess bereichert beide Seiten emotional.











