Eltern sind naturgemäß kritisch, wenn ihr Kind jemanden nach Hause bringt. Aber manchmal läuft das erste Kennenlernen so spektakulär schief, dass man es sein Leben lang nicht vergisst. Diese Geschichten sprechen für sich.
Die Felge
Der Typ war eigentlich ganz sympathisch – bis er grinsend erzählte, dass er vor ein paar Jahren so betrunken nach Hause gefahren sei, dass er gegen etwas geknallt und die letzten zwei Kilometer auf der blanken Felge zurückgelegt hatte. Er lachte darüber. Ich sagte meiner Tochter, dass sie nie, wirklich niemals, in dieses Auto einsteigen soll.
Das Kompliment
Die Freundin meines Sohnes startete mit diesen Worten: „Oh, ich sehe, Patrick hat die Haare von seiner Mama geerbt! Ich mag Rothaarige eigentlich nicht, wegen der Sommersprossen – aber er ist ja trotzdem irgendwie süß..." Danke für das Kompliment, oder was auch immer das sein sollte.
Der Klaps
Die erste Begegnung war kurz und etwas steif, aber okay. Der junge Mann öffnete meiner Tochter sogar die Autotür – sehr galant. Dann, im nächsten Moment, als sie einstieg, gab er ihr einen kräftigen Klaps auf den Hintern. Meine Hand reagierte schneller als mein Verstand. Ich befahl meiner Tochter, sofort auszusteigen, und der Kerl hat uns nie wieder gesehen. Die Dreistigkeit!
Tischmanieren
Meine Tochter brachte einmal einen Jungen mit nach Hause, der nicht wusste, wie man Messer und Gabel benutzt. Mehr muss ich dazu nicht sagen.
Schlechte Verliererin
Die neue Freundin meines Sohnes setzte sich zu uns ans Spielbrett. Als sie zu verlieren begann, fegte sie kurzerhand das gesamte Spiel vom Tisch – Karten und Figuren flogen durch die Luft – und rauschte schmollend ab. Wir schauten uns mit offenem Mund an, dann brach bei allen das Gelächter aus. Mein Sohn lief ihr nicht nach. Und suchte sie auch nicht mehr.
Hemmungslos
Mein Sohn brachte seine erste Freundin mit – ein hübsches Mädchen, und ich war stolz wie ein Vater nur sein kann. Die beiden setzten sich ins Wohnzimmer, ich ging kurz in die Küche, um Limonade zu holen. Keine drei Minuten später kam ich zurück und wäre fast die Gläser losgeworden: Die beiden hatten es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht – sehr gemütlich. Ich sagte ihnen, sie sollen aufhören, weil meine Frau gleich von der Arbeit kommt und das gar nicht lustig finden würde.
Let it go
Die erste Freundin meines Sohnes sang den ganzen Nachmittag Lieder aus „Die Eiskönigin". Ich sah meinem Kind an, dass es langsam an seine Grenzen kam. Ich sollte vielleicht erwähnen: Beide waren fünf Jahre alt.
Der Geschichtsexperte
Der Freund meiner Tochter behauptete mit völligem Ernst, sein älterer Bruder habe im Zweiten Weltkrieg gedient. Auf Nachfrage: Der Bruder sei 33 Jahre alt. Mein Mann fragte, ob er wisse, wann der Zweite Weltkrieg stattgefunden habe. Er wusste es nicht – sagte nur: „Na ja, vor Kurzem."
Stolz auf gar nichts
Das Mädchen (23 Jahre, kein Abschluss) prahlte damit, dass weder sie noch ihre Familie jemals gearbeitet hätten – man komme schließlich mit verschiedenen Sozialleistungen ganz gut über die Runden. Ich sagte meinem Sohn, ich wisse nicht, wo er diese Person aufgegabelt habe, aber ins Haus brauche er sie nicht noch einmal mitzubringen.
Die Überraschung
Meine 16-jährige Tochter chattete mit einem 17-jährigen Jungen aus einer anderen Stadt. Eines Abends stand er plötzlich vor unserer Tür. Er hatte sein gesamtes Taschengeld für Zug und Taxi ausgegeben – und sein Plan war, bei uns zu wohnen, bis meine Tochter ihr Abitur macht und die beiden zusammenziehen können. Wir haben ihn gefüttert, und noch am selben Abend brachte ich ihn zum Bahnhof, kaufte ihm ein Ticket und setzte ihn persönlich in den Zug.
Ein leichtes Zittern
Der neue Freund meiner Tochter erzählte ein bisschen von sich – und schloss damit, dass seine Ex-Freundin zwar noch bei ihm wohne, aber ich mir keine Sorgen machen solle, es laufe nichts mehr zwischen den beiden. Na ja, manchmal komme sie halt betrunken nach Hause und kuschle sich an ihn. Mein Lächeln zitterte ein wenig.
Ich brauche einen Dolmetscher
Das Mädchen hatte einen so starken Dialekt, dass ich kein einziges Wort verstand. Ich bat meinen Sohn, zu übersetzen. Er schaute mich an und sagte: „Ich versteh sie ehrlich gesagt auch nicht – aber sie ist süß, oder?"
Oje
Ich halte mich für einen weltoffenen Menschen – aber als ich den neuen Freund meiner Tochter sah, hätte ich heulen können. Blonde Rastazöpfe, Hose auf halb Mast, das Gesicht voller Piercings. Auf die Frage, was er beruflich macht: Rapper.
Der Schock
Mein Sohn stellte mir seine neue Freundin vor – und erwähnte beiläufig, dass sie übrigens schwanger sei. Ich dachte, ich falle in Ohnmacht.
Das Pentagramm
Mein Sohn warnte mich vorher: Seine neue Freundin sei ein „Goth-Mädchen". Ich hatte mich mental auf schwarze Haare, dunklen Nagellack und blasse Schminke eingestellt. Was ich nicht erwartet hatte: Ein ins Gesicht tätowiertes Pentagramm – ein Satansstern. Ich bin nicht besonders religiös, aber das hat mich dann doch aus der Bahn geworfen.
Eltern und Kinder haben eben manchmal sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was einen guten ersten Eindruck ausmacht. Falls ihr ähnliche Erlebnisse hattet – ihr seid definitiv nicht allein.











