Unsere Kindheit wurde von ungarischen Volksmärchen begleitet, die Anfang der 80er Jahre starteten und sogar bis 2012 liefen. Diese Geschichten hatten eine ganz andere Stimmung als moderne Zeichentrickfilme. Gerade deshalb waren sie so beliebt, denn folkloristische Themen sieht man selten in ausländischen Serien.
Wenn du einige Folgen heute nochmal anschaust, wirst du überrascht sein, wie oft darin subtile sexuelle Anspielungen vorkommen. Für kleine Kinder sind sie kaum bemerkbar, doch als Erwachsene können sie unerwartet wirken.
Besonders bekannt ist die Geschichte Die Zeichen der Königstochter, in der ein Bauer seine Schweine verkauft, um heimlich unter den Rock der Prinzessin zu schauen. Oder Die kluge Tochter des Richters, in der Nacktheit öfter Thema ist. Da fragt man sich natürlich: Warum haben solche Inhalte in einer Kinderserie Platz? (Ganz zu schweigen von teilweise gruseligen Szenen, etwa Selbstverstümmelung.)
Was steckt dahinter?
Die Antwort ist vielschichtig. Ein wichtiger Grund ist, dass die 80er Jahre eine ganz andere Mentalität und Haltung prägten als heute. Die Welt hat sich stark verändert, ist offener geworden, und Informationen sind leichter zugänglich. Heute formulieren wir selbst auf Facebook vorsichtiger. Hollywood zeigt, wie ein unbedachter Tweet eine Karriere zerstören kann!
Damals dachte niemand, dass sexuelle Anspielungen bei Zuschauern Anstoß erregen könnten. Die Menschen hatten eine andere Sichtweise, und Informationen verbreiteten sich nicht so schnell. Kinder waren zu jung, um die Szenen zu verstehen. Gleichzeitig bot das den Machern die Chance, menschliche Triebe – Sex und Nacktheit als Teil des Lebens – auf ihre Weise zu zeigen.
Bekannte Geschichten verändern sich mit der Zeit
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Serien sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln und sich an aktuelle Erwartungen anpassen. Nehmen wir die berühmtesten Kindermärchen, die heute mit Happy End erzählt werden: Schneewittchen, Der Froschkönig oder Hänsel und Gretel. Ursprünglich waren diese Geschichten viel düsterer, obwohl sie für Kinder geschrieben wurden.


Beim Froschkönig gab es Versionen, in denen der Fluch gebrochen wurde, weil der Frosch mit der Prinzessin im selben Bett schlafen musste – was sie gar nicht wollte. In Hänsel und Gretel spielte Kannibalismus eine größere Rolle. Und Schneewittchen begann nicht freiwillig, bei den sieben Zwergen aufzuräumen. Die Märchen wurden mit der Zeit freundlicher und unschuldiger – so kennen wir sie heute.
Interessanterweise finden sich auch in modernen Zeichentrickfilmen sexuelle Anspielungen. Diese sind meist versteckte Witze, die Kinder nicht verstehen, aber die Erwachsenen ansprechen. So bleiben auch sie dran und haben Spaß. Ähnliche Gags gab es schon in den Pindúr Pandúrok und sogar in Shrek.











