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Was Ausländer in Ungarn wirklich schockiert: „Ich konnte nicht glauben, dass Kinder Mohn bekommen“

Schuster Borka4 Min. Lesezeit
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Was Ausländer in Ungarn wirklich schockiert: „Ich konnte nicht glauben, dass Kinder Mohn bekommen“ — Freizeit
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Wer nach Ungarn zieht, rechnet mit den üblichen Hürden: eine schwierige Sprache, viel Papierkram, fremde Straßennamen. Doch der wahre Kulturschock lauert oft ganz woanders – beim Essen, in kleinen Alltagsritualen und in Gewohnheiten, die für Einheimische völlig selbstverständlich sind.

Drei Menschen, die aus dem Ausland nach Ungarn gezogen sind, erzählen, welche Sitte oder welches Gericht sie beim ersten Mal wirklich sprachlos gemacht hat.

Emily (Großbritannien): „Ich konnte nicht glauben, dass Kinder Mohn bekommen“

Emily lebt seit zwei Jahren in Budapest und hat die ungarische Küche nach eigenen Worten schnell ins Herz geschlossen – doch mit dem Mohn konnte sie lange nichts anfangen.

„Zum ersten Mal habe ich Mohnnudeln im Kindergarten gesehen. Ich dachte, das wäre irgendein Dessert, das nur Erwachsene essen. Dann sagte man mir, das sei ein ganz normales Kinderessen.“

Nicht der Geschmack hat sie überrascht, sondern die Menge.

„Bei uns kommt Mohn eher in Gebäck vor, in sehr kleinen Mengen. Hier wirkt er wie ein Grundnahrungsmittel. Das war anfangs wirklich seltsam für mich.“

Heute hat Emily sich nicht nur daran gewöhnt – sie mag es sogar.

„Inzwischen esse ich das auch. Aber ich habe immer noch diesen kleinen ‚Ausländer-Reflex‘, wenn ich sehe, dass ein Kind das zum Abendessen bekommt. Dabei weiß ich längst, dass Mohn in dieser Form absolut nichts mit Opiaten zu tun hat – aber diesen Reflex loszuwerden ist erstaunlich schwer.“

Marco (Italien): „Die Welt der Formulare ist eine ganz andere“

„Was mich am meisten überrascht hat, war der Ablauf bei Behörden. In Italien ist so etwas auch nicht einfach, aber Ungarn ist dagegen ein eigenes Universum.“

Marco ist wegen des Studiums nach Budapest gezogen und musste schnell feststellen, wie unterschiedlich die Logik der Verwaltung von Land zu Land sein kann.

„Bürokratie gibt es in Italien auch, aber in Ungarn hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass man für alles ein eigenes Papier braucht und alles eine ganz genaue Ordnung hat.“

Seine erste echte Überraschung erlebte er bei einer simplen Wohnsitzanmeldung.

„Ich dachte, das geht schnell. Stattdessen brauchte ich mehr Schritte, mehr Ämter und mehr Dokumente, als ich erwartet hatte. Vielleicht lag es auch an meinen fehlenden Sprachkenntnissen, aber für mich wirkte das Ganze trotzdem viel komplizierter, als es sein müsste.“

Für Marco war aber nicht die Schwierigkeit selbst das eigentliche Problem, sondern dass der gesamte Ablauf für ihn nicht durchschaubar war. Er wusste nie, was der nächste Schritt sein würde oder wann was passieren sollte.

„Das Seltsamste war, dass alle das völlig normal fanden, während ich versuchte zu verstehen, warum was passiert. Dazu kam, dass die Sachbearbeiter kaum oder nur schlecht Englisch sprachen – das konnte ziemlich frustrierend sein.“

Heute erledigt er seine Angelegenheiten deutlich routinierter.

„Mittlerweile weiß ich ungefähr, was mich erwartet, wenn ich zu einem Amt muss. Aber am Anfang war das einer der größten Kulturschocks.“

Sophie (USA): „Das Frühstück ist nicht das, was ich erwartet hatte“

„Ich dachte, in Europa wäre jedes Frühstück etwas Leichtes. Dann empfing mich in Ungarn eine völlig andere Welt.“

Sophie lebt seit einem Jahr in Budapest, und die größte Überraschung war für sie nicht ein einzelnes Gericht, sondern die ganze Art, wie hier gegessen wird.

„Bei uns ist Frühstück meistens süß: Pancakes, Cerealien, irgendetwas Schnelles. Hier sehe ich dagegen ganz selbstverständlich Frühstücke mit Salami, Paprika und viel Brot.“

Der Unterschied war für sie nicht nur eine Frage des Geschmacks.

„Seltsam fand ich auch, wie ernst das Essen hier genommen wird. Man ‚schnappt sich‘ nicht einfach etwas, sondern setzt sich hin und isst wirklich.“

Laut Sophie hat das mit der Zeit sogar ihre eigenen Gewohnheiten verändert.

„Inzwischen frühstücke auch ich langsamer. Es ist fast so, als würde das dem Tag mehr Zeit schenken.“

Warum bekommen Kinder in Ungarn Mohn zu essen?

Mohn ist in der ungarischen Küche ein ganz alltägliches Lebensmittel und kommt zum Beispiel in Mohnnudeln vor – auch für Kinder. In dieser Form hat er nichts mit Opiaten zu tun.

Was hat einen italienischen Zuzügler an Ungarns Bürokratie überrascht?

Marco fand vor allem die vielen einzelnen Schritte, Ämter und Dokumente überraschend. Am schwierigsten war für ihn, dass der Ablauf schwer durchschaubar war und Sprachbarrieren die Sache zusätzlich erschwerten.

Wie unterscheidet sich das ungarische Frühstück?

Statt eines süßen, schnellen Frühstücks stieß Sophie in Ungarn auf deftige Varianten mit Salami, Paprika und Brot. Überrascht hat sie auch, wie viel Zeit und Bedeutung dem Essen beigemessen wird.

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