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Festivals ab 35: Was ich aus eigener Erfahrung gelernt habe – und nie wieder vergesse

Barbara Weber4 Min. Lesezeit
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Festivals ab 35: Was ich aus eigener Erfahrung gelernt habe – und nie wieder vergesse — Freizeit
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Ich habe genug Festivals hinter mir, um eines mit Sicherheit sagen zu können: Mit 35 plus feiert man einfach anders als mit 20. Und weißt du was? Ich würde es nicht mehr tauschen wollen.

Früher habe ich es problemlos durchgezogen: fünf Nächte in einem billigen Zelt, drei Stunden Schlaf, Ernährung aus lauwarmen Bier und Chips – und trotzdem irgendwie um 14 Uhr wieder vor der nächsten Bühne aufgetaucht. Heute interessiert es mich herzlich wenig, ob ich als „hardcore" gelte. Die Freiheit und das Lebensgefühl, das Festivals bieten, will ich trotzdem nicht missen. Nur der Komfort spielt jetzt eine deutlich größere Rolle.

Ich habe in den letzten Jahren Lehrgeld bezahlt: Sonnenstich, wundgeriebene Oberschenkel, die falschen Schuhe, ein sinnlos überpackter Rucksack und einmal nächtliche Panik, weil mein Handy leer war und ich mein Zelt nicht mehr gefunden habe. Aus all dem ist meine persönliche Überlebensliste entstanden – Tipps, die dafür sorgen, dass ein Festival ein echtes Erlebnis bleibt und kein Martyrium wird.

Nicht das coolste Outfit einpacken – das bequemste

Das lernt man wirklich erst mit der Zeit. Auf einem Festival kommen locker 10 bis 15 Kilometer pro Tag zusammen – durch Laufen, Tanzen, Schlendern. Was drückt, reibt, rutscht oder einfach zu heiß ist, wird man nach ein paar Stunden zutiefst hassen.

Meine wichtigsten Regeln: Ich nehme ausschließlich bereits eingetragene, bequeme Schuhe mit. Ich packe überwiegend Kleidung aus Naturmaterialien ein, habe abends immer ein dünnes Longsleeve dabei und bringe lieber mehrere leichte Outfits mit als ein einziges „ganz besonderes" Stück. Ein paar gut kombinierbare Extras – ein buntes Tuch, ein Mesh-Top oder etwas Körperglitzer – reichen völlig aus, um auch ein bequemes Outfit zum Hingucker zu machen.

Und ja: Radlerhose oder Anti-Scheuer-Creme ist bei Sommertemperaturen buchstäblich ein Lebensretter. Wer das unterschätzt, hat noch nie 30.000 Schritte bei 40 Grad gemacht.

Guter Schlaf ist kein Luxus

Mit 25 dachte ich, Schlafen sei optional. Heute weiß ich: Die Qualität des Festivalerlebnisses hängt zu etwa 70 Prozent davon ab, wie gut man sich erholen kann.

Meine absolute Grundausstattung: Ohrstöpsel, Schlafmaske, eine ordentliche Isomatte, ein kleiner Batterie-Ventilator und eine extra Decke für die frühen Morgenstunden.

Bei mehrtägigen Festivals zahle ich inzwischen gerne etwas mehr für einen Schattenplatz oder eine ruhigere Campingzone. Der Unterschied ist enorm: Wenn man morgens um acht nicht im eigenen Zelt schmort und ausgeruhter aufwacht als man eingeschlafen ist, ändert das alles.

Wasser ist wichtiger, als du denkst

Diesen Tipp hat jeder schon gehört – und trotzdem ignorieren ihn erschreckend viele. Hitze, Alkohol, Schlafmangel und stundenlange Bewegung entziehen dem Körper brutal viel Flüssigkeit.

Deshalb nehme ich immer eine große Trinkflasche mit und packe Elektrolytpulver oder Brausetabletten ein, damit ich wirklich hydratisiert bleibe – nicht nur oberflächlich.

Und auch wenn das Festivalessen verlockend ist: Nach mehreren Tagen ist dein Körper dankbar, wenn du nicht ausschließlich von Pommes und Energy Drinks lebst. Ich habe immer Müsliriegel und Nüsse dabei. Äpfel halten sich übrigens auch ein paar Tage gut im Zelt – am besten aufgehängt, damit keine Ameisen drangehen.

Das Festivalgelände vorher checken

Das ist etwas, das ich mit 20 nie gemacht habe – heute aber immer. Bevor ich aufbreche, schaue ich mir an, wo die Duschen sind, wie weit der Campingplatz von den Bühnen entfernt liegt, was das Wetter macht und welche Gegenstände erlaubt sind.

Reddit, Facebook-Gruppen und TikTok-Videos helfen dabei enorm. Von früheren Festivalbesuchern erfährt man oft mehr als auf der offiziellen Website – und vor allem die ehrlicheren Dinge.

Das Notfall-Päckchen, das du nie vermissen willst

Bei mir ist da immer Folgendes drin: Pflaster, Schmerzmittel, Feuchttücher, Händedesinfektionsmittel, Mini-Sonnencreme, Papiertaschentücher, Deo.

Klingt unspektakulär – aber in dem Moment, in dem man es braucht, ist es plötzlich das Wichtigste der Welt.

Du musst nicht alles mitfeiern

Das ist wohl der größte Unterschied zwischen mir heute und mir mit 20. Früher hatte ich das Gefühl, bei jedem Programmpunkt dabei sein zu müssen, sonst verpasse ich etwas. Heute weiß ich: Ein Festival ist kein Leistungswettbewerb.

Manchmal ist der schönste Moment nicht der, wenn man um fünf Uhr morgens noch vor einer Bühne steht – sondern wenn man sich nachmittags mit einer Freundin in den Schatten setzt, etwas Gutes isst und einfach glücklich ist.

Und genau darum geht es letztlich. Nicht darum, zu beweisen, wie viel man aushält, sondern darum, für ein paar Tage ein bisschen freier zu sein. Für dieses Gefühl gehe ich auch diesen Sommer wieder auf ein Festival – und ich schließe nicht aus, das auch mit 40 noch zu tun.

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