In ihrem Buch Dare to Lead fasst Brené Brown zusammen, was sie in jahrelanger Forschung, tausenden Interviews und intensiver Selbstreflexion darüber gelernt hat, wie wir zu Führungskräften werden, denen man mit Freude und Vertrauen folgt. Die folgenden sieben Lektionen helfen dir dabei, mutig, menschlich und authentisch zu führen.
1. Sei offen für Lernen und Entwicklung
Wahre Führungspersönlichkeiten überzeugen nicht dadurch, dass sie immer alle Antworten haben, sondern weil sie offen bleiben für Wachstum. Brené Brown betont, dass es bei erfolgreicher Führung nicht darum geht, immer Recht zu haben, sondern kontinuierlich zu lernen, sich zu verbessern und Dinge gut zu machen. Dafür braucht es Neugier und den Mut, auch aus Fehlern zu lernen.
2. Verletzlichkeit ist die Basis von Mut
Verletzlichkeit ist keine Schwäche, sondern die Quelle von Mut. Brown unterstreicht, dass das Zulassen von Verletzlichkeit echte Verbindungen schafft und Vertrauen wachsen lässt. Unser Mut ist nie größer als unsere Fähigkeit, verletzlich zu sein.

3. Nutze die Kraft der Empathie
Empathie ist mehr als Mitgefühl – es ist die bewusste Entscheidung, in schwierigen Momenten Verbindung zu anderen aufzubauen. Brown nennt fünf Schlüsselkompetenzen der Empathie:
- die Perspektive anderer verstehen,
- Urteile zurückstellen,
- Gefühle anderer wahrnehmen,
- Gefühle spiegeln,
- Achtsamkeit (Mindfulness)
Diese Fähigkeiten stärken Beziehungen und festigen dein Team.
4. Führungskräfte sollten mit sich selbst mitfühlend umgehen
Mit sich selbst mitfühlend zu sein heißt, so mit sich zu sprechen, wie man es mit einem lieben Menschen tun würde. Studien von Brown und Kristin Neff zeigen, dass Freundlichkeit sich selbst gegenüber, das Erkennen gemeinsamer menschlicher Erfahrungen und Achtsamkeit helfen, Perfektionismusfallen zu vermeiden und aus Fehlern zu lernen.

5. Glaub nicht automatisch alles, was du dir selbst erzählst
Wir erzählen uns oft Geschichten darüber, was andere von uns denken oder warum etwas passiert ist – auch wenn wir die ganze Wahrheit nicht kennen. Brown erklärt, dass diese Geschichten meist auf Ängsten und Unsicherheiten beruhen, nicht auf Fakten.
Darum ist es wichtig, unsere ersten Gedanken – die „schlechten ersten Entwürfe“ (Shitty First Drafts, SFD) – zu erkennen und sie bewusst zu hinterfragen. So können wir ruhiger und bewusster reagieren.
6. Der Unterschied zwischen Scham und Schuld
Scham ist eines der tiefsten menschlichen Gefühle, das uns von anderen trennt. Brown erklärt, dass Scham uns glauben lässt, nicht gut genug zu sein oder keine Liebe und Verbindung zu verdienen.
Schuld hingegen bedeutet, dass wir etwas falsch gemacht haben, aber keine schlechten Menschen sind. Führungskräfte sollten diesen Unterschied kennen, um ihr Team auf dem Weg des Wachstums zu unterstützen.

7. Führungskräfte sind Herr ihrer Gefühle
Zuletzt betont Brené Brown, dass Ruhe zu üben bedeutet, unsere Gedanken bewusst zu lenken und emotionale Reaktionen zu steuern. So reagieren wir nicht hektisch, sondern lösen Probleme bedacht und mit Mitgefühl.
Brown empfiehlt dafür die Box-Atmung: langsam 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden den Atem halten, 4 Sekunden ausatmen und dann 4 Sekunden warten, bevor der Zyklus von vorne beginnt. Das hilft, Ruhe zu finden und fokussierter zu bleiben.
Denke daran: Führung bedeutet nicht nur Entscheidungen treffen, sondern auch, wie wir mit uns selbst und anderen in herausfordernden Zeiten umgehen. Brené Browns Lehren erinnern uns daran, dass Mut, Neugier und Selbstbewusstsein unsere stärksten Kräfte sind – und dass wir als Führungskräfte authentisch, verletzlich und entschlossen sein sollten. So werden wir zu echten Vorbildern.











