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Ich dachte, ich könnte nie wieder Hundevideos sehen – doch es kam anders

Elisabeth Müller3 Min. Lesezeit
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Ich dachte, ich könnte nie wieder Hundevideos sehen – doch es kam anders — Familie

Lange glaubte ich, wenn der Abschied kommt, wird mein Schmerz so überwältigend sein, dass er alles überdeckt, was mir je Freude bereitet hat. Ich dachte, glückliche Hunde in meinem Social-Media-Feed oder im echten Leben würden für mich für immer tabu sein, weil die Leere alles überstrahlen würde.

Wenn wir jemanden verlieren, den wir lieben, versammeln sich unsere Unterstützer auf natürliche Weise um uns und hören geduldig zu.

Doch beim Verlust eines Haustiers spürt man oft eine stille Spannung von außen: „Ist es erlaubt, wegen eines Vierbeiners so gebrochen zu sein?“

Die Seele macht keinen Unterschied zwischen Arten, Verlust ist Verlust, und unser Schmerz ist in jeder Faser berechtigt und echt. Deshalb – und weil es mir egal war, was andere denken – erlaubte ich mir voll und ganz zusammenzubrechen. Ich wusste, die Liebe, die ich von ihm bekam, war keineswegs weniger wertvoll als jede menschliche Bindung, doch jetzt musste ich lernen, ohne ihn zu leben.

Frau umarmt ihren Hund

Das zu laute Schweigen

Trauer verläuft nicht geradlinig, sie gleicht eher einer unberechenbaren Achterbahn. Manchmal denkt man, man hat das Schlimmste überstanden, dann entdeckt man zufällig ein verlorenes Schnurrhaar neben dem Bett und stürzt zurück in die Tiefe. Man fühlt Wut auf den Tierarzt, Ärger über das Schicksal oder sich selbst, weil man ein Zeichen zu spät bemerkte – doch all diese Stürme gehören zum Heilungsprozess. Zwischen Verhandeln und Lethargie versuchen wir, das stille Schweigen zu verstehen, das im Haus und in unserem Herzen zurückbleibt. Akzeptanz bedeutet nicht Vergessen oder dass die Wunde verheilt ist, sondern dass neben dem Schmerz auch Dankbarkeit Platz findet.

Wenn ich abends komplett abschalten will, schaue ich oft kleine Tier- und Hundevideos vor dem Einschlafen. Doch als mein treuer Begleiter älter wurde, überkam mich oft der Gedanke: Was, wenn er nicht mehr bei mir ist? Ich war sicher, dass ab dann jede dieser Szenen nur noch bittere Tränen und unerträgliche Sehnsucht bringen würde.

Dann kam der Tag, vor dem jeder Tierhalter Angst hat, und meine Welt wurde tatsächlich dunkler. Die Leere, die ich spürte, war unbeschreiblich. Lange fühlte ich eine seltsame, tiefe Leere, die ich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich wahrnahm.

Hund bekommt Leckerli

Licht jenseits des Bildschirms

Vielleicht half auch meine Operation, dass ich in letzter Zeit vieles neu bewerten konnte. Da mich meine Krankheit wochenlang außer Gefecht setzte, erlebte ich meine Trauer anders. Nicht lange danach sah ich das erste Video – von genau derselben Hunderasse – und konnte es komplett anschauen. Und was mich noch mehr überraschte: ich fühlte keinen Schmerz. Ich beobachtete das typische Kopfneigen, den charakteristischen Gang. Ich spürte Wärme. Mir wurde klar, dass diese Videos mich nicht nur an den Verlust erinnern, sondern auch an das Wunder, das ich dank ihm erleben durfte.

Heilung bedeutet nicht Vergessen, sondern die Fähigkeit, sich wieder mit den kleinen Schönheiten des Lebens zu verbinden, ohne die gemeinsame Vergangenheit zu verraten. Auch wenn mein Begleiter nicht mehr da ist, lebt die reine, bedingungslose Liebe, die er verkörperte, weiter – in meiner Welt ganz bestimmt.

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