Verschuldet
Als ich nach 25 Jahren endlich meinen Immobilienkredit abbezahlt hatte. Der Kredit lastete so lange wie eine dunkle Wolke über mir. Als ich die letzte Rate überwies, atmete ich tief durch. Ich wusste, dass mir niemand mehr mein Zuhause nehmen kann – das erfüllte mich mit großer Erleichterung.
Letzte Lösung
Als mein alkoholkranker, unerträglicher Vater endlich von uns ging. Ich weiß, das klingt hart, aber er hat das Leben unserer Familie jahrelang schwer gemacht. Meine Geschwister, meine Mutter und ich konnten endlich aufatmen, als es vorbei war.
Goldene Jahre
Als ich in Rente ging. Bis dahin sorgte ich mich ständig um die Arbeit, jetzt tue ich den ganzen Tag, worauf ich Lust habe. Manchmal bleibe ich einfach im Bett liegen, manchmal frühstücke ich Kuchen. Ich lebe allein, muss niemandem mehr gefallen – das ist pure Freiheit.

Fluchtweg
Als ich einen Job im Ausland bekam, der bedeutete, dass ich meinem Ex entkommen konnte. Er hatte auch drei Jahre nach der Trennung nicht verstanden, dass alles vorbei ist. Er wartete ständig vor meinem Haus, verfolgte mich, bombardierte mich mit Briefen und Geschenken. Ich bin dreimal umgezogen, aber er fand mich immer wieder. Die Polizei konnte nichts tun, sie sagten, ihre Hände seien gebunden.
Ich erzählte niemandem von meinem Auslandsjob – nicht einmal meiner Familie oder meinen engsten Freunden. Mit meiner Mutter und meiner besten Freundin telefoniere ich jede Woche, aber sie kennen nicht meine genaue Adresse.
Losgelassen
Als ich begriff, dass ich nicht von allen geliebt werden muss – und das auch gar nicht nötig ist.
Aus dem Nest geflogen
Als meine Kinder erwachsen wurden, auszogen, einen Job fanden und für sich selbst sorgten. In diesem Moment wusste ich, ich kann aufhören, mir Sorgen zu machen – sie werden auch ohne mich überleben.

Geselliges Wesen
Nach 15 Jahren Alleinsein lernte ich mit 55 eine wunderbare Frau kennen, die zwei Jahre später „Ja“ sagte, als ich sie fragte. Seit wir zusammen sind, fühle ich mich angekommen und weiß, dass wir alles gemeinsam schaffen. Früher hatte ich Angst, allein alt zu werden – jetzt bin ich innerlich ruhig.
Befreit
Als ich zum Therapeuten ging und endlich glaubte, dass mein Vater nicht wegen mir weggezogen ist. Jahrelang hatte ich mir die Schuld für ihre Trennung gegeben und 20 Jahre mit diesem Schuldgefühl gelebt. Danach folgte eine neue Sorge: Der Mann, den ich ein Jahr nach unserem Kennenlernen heiratete, veränderte sich komplett. Er wurde streitsüchtig, eifersüchtig und verbal verletzend. Er schlug mich nicht, aber sperrte mich mehrmals ein, damit ich nicht „fremdgehen“ konnte.
Ich schaute keinen anderen Mann an, während ich mit ihm zusammen war, er nahm mir sogar mein Handy weg. Trotzdem war seine fixe Idee, dass ich ihn betrüge. Schließlich ließ ich mich scheiden und bekam mein Leben zurück – das war die zweite schwere Hürde, nach der ich Frieden fand.
Lunge oder Panik?
Ich erinnere mich genau an die Nacht, in der ich zum ersten Mal aufwachte und nach Luft rang. Mein Herz raste, ich bekam kaum Luft und dachte, es sei das Ende. Danach wurde es besser, doch ein ganzes Jahr lang litt ich unter diesen Atemnot-Anfällen. Ich war überzeugt, dass mit meiner Lunge etwas nicht stimmt, und hörte von einem Tag auf den anderen mit dem Rauchen auf. Ich lebte in ständiger Angst vor meiner „Lungenerkrankung“ und wartete auf den Tod – zum Arzt ging ich nicht.
Dann bekam ich eine Freundin, die nach einer Nacht, in der sie meinen Anfall miterlebte, sagte: Das ist keine Lungenerkrankung, sondern eine Panikstörung. Sie hatte Recht, und ich war so erleichtert, dass mich keine tödliche Krankheit quält, sondern „nur“ eine ganz normale Panikstörung!











