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"Ich habe eine Bäckerei und bin ständig verschwitzt und mit Mehl bedeckt" – Welcher Beruf wird idealisiert, obwohl er gar nicht so schön ist?

Angela Fischer4 Min. Lesezeit
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"Ich habe eine Bäckerei und bin ständig verschwitzt und mit Mehl bedeckt" – Welcher Beruf wird idealisiert, obwohl er gar nicht so schön ist? — Hochzeit
In diesem Artikel

Es gibt Berufe, die die Gesellschaft zu sehr verklärt, obwohl sie in Wirklichkeit alles andere als erfreulich sind.

Influencer

Ich denke ständig darüber nach, was der nächste Post sein soll, meine Gedanken kreisen nur um den „Content“. Es fühlt sich an, als würde ich mein Leben von außen betrachten und kann die Momente kaum noch wirklich erleben, weil ich ständig überlege, ob ich das filmen oder fotografieren soll und ob es auf die Seite gehört. Ich muss den Sponsoren und meiner Community gerecht werden. Wenn etwas nicht gut ankommt, wenige Likes bekommt und böse Kommentare kommen, belastet mich das sehr. Dieses Leben ist so anstrengend, dass ich sogar vom Algorithmus träume.

Feuerwehrmann

Es gibt nur wenige Brände oder Katzen, die vom Baum gerettet werden müssen. Meistens rücken wir zu älteren, kranken Menschen aus, die sich ausgesperrt haben, gestürzt sind oder verstorben sind und wir müssen die Tür aufbrechen.

Teig kneten

Ich habe eine kleine Bäckerei. Viele stellen sich das so vor: hübsch in Schürze, mit charmant mehlbedecktem Gesicht, lächelnd gebe ich den Kunden Muffins und unterhalte mich nett mit ihnen. Tatsächlich fange ich um drei Uhr morgens an, hebe zwanzig Kilo schwere Mehlsäcke zwischen den heißen Öfen, mein Gesicht ist von einem klebrigen Schweiß-Mehl-Mix bedeckt, ich finde keine Zeit für eine Toilette und bin völlig erschöpft, wenn ich schließe.

Die Nähmaschine

So nenne ich mich scherzhaft, obwohl ich offiziell Tätowiererin bin. Man denkt, ich zaubere den ganzen Tag kreative Kunstwerke auf die Haut, aber mein Job sieht so aus: Ich stehe unter Stress, weil ich für jeden ein perfektes Werk rechtzeitig fertigstellen muss. Die Menschen sind oft unangenehm, ungeduldig und können kaum stillsitzen, trotzdem muss ich ihnen Tattoos stechen. Oft lassen sie sich so absurde Motive stechen, dass ich am liebsten weinen würde – aber ich mache es trotzdem.

Zwischen den Wolken

Seit ich ein kleines Mädchen bin, wollte ich Flugbegleiterin werden. Die schicke Uniform, das viele Reisen und die immer fröhlich lächelnden Stewardessen haben mich fasziniert. Doch aus meinem Traum wurde: Seit 15 Jahren schlafe ich kaum aus, habe keinen Ort, den ich Zuhause nenne, und bin praktisch eine Kellnerin im Flugzeug. Hier gibt es keine Reinigungskraft oder Security, also kümmere ich mich auch um Erbrechen und betrunkene, aggressive Passagiere.

Oh je, Designerin!

Als Ingenieurin bin ich nichts anderes als eine überqualifizierte Hausmeisterin und Wartungskraft.

Das Sofa

Ich bin Therapeutin, was leider nicht so aussieht wie in Filmen – dass der Patient auf dem Sofa liegt und ich im schicken Kostüm in einem elegant eingerichteten Raum frage, welche Gefühle in ihm aufwühlen. Ich höre täglich von schweren Traumata, die mich zwingen, mich auch mit meinen eigenen auseinanderzusetzen. Außerdem wurzeln die Probleme der meisten Patienten in Kapitalismus, gesellschaftlichen Herausforderungen und systemischer Unterdrückung – dagegen kann ich leider wenig ausrichten.

Das glückliche Ja

Als Hochzeitsplanerin bin ich nicht Jennifer Lopez aus "Möchte, dass du mich liebst", sondern ein überarbeiteter Nervenbündel, dessen Telefon morgens, nachts und am Wochenende klingelt. (Was ist überhaupt ein Wochenende?!) Ich lebe in ständigem Stress, damit Essen, Dekoration, Kleid, Band und Zeitplan passen. Meine Tage dauern über 12 Stunden, und kaum ist ein Projekt vorbei, steht das nächste an – Pause gibt es nicht.

Der Traum von Gebäuden

Ich bin Architektin. Ich habe viel gelernt und arbeite noch mehr, werde aber nicht angemessen bezahlt. Meine Kreativität ist in wenigen Jahren erloschen, weil sie mit Füßen getreten wurde. Meine Arbeit ist seelenraubend, und selbst wenn ich mal ein spannendes Projekt bekomme, dauert der Bau so lange, dass ich es kaum erlebe…

Lara Croft

Ich bin Archäologin, und wenn die Leute das hören, schauen sie fast neidisch mit feuchten Augen, wie toll mein Traumjob doch sei. Meine kleine Nichte erzählte stolz ihren Klassenkameraden, dass ich das mache, was Lara Croft tut. Die Realität ist leider viel ernüchternder: Als Ägyptologin entdecke ich keine Pyramiden, sondern nummeriere meist Scherben bei 45 Grad.

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