Bien Logo

„Ich kann nichts zurücklegen, lebe von Monat zu Monat – und bin daran zerbrochen." Wann ist deine innere Flamme erloschen?

Szőke Angéla4 Min. Lesezeit
Teilen:
„Ich kann nichts zurücklegen, lebe von Monat zu Monat – und bin daran zerbrochen." Wann ist deine innere Flamme erloschen? — Lebensstil
In diesem Artikel

Es gibt Momente im Leben, die einen für immer verändern. Kein Drama, kein großes Finale – nur eine stille Erschöpfung, die sich irgendwann festsetzt. Diese zehn Menschen wissen noch genau, wann ihre innere Flamme erlosch. Manche haben sich davon erholt. Manche nicht.

Die Wechseljahre

Mit 50 traf mich die Menopause wie ein Schlag. Ich habe alles versucht – Sport, Hormone, Medikamente – aber irgendwann habe ich aufgehört zu kämpfen, weil nichts half. Meine Haare wurden stumpf und fielen büschelweise aus, meine einst weiche Haut wurde pergamentartig. Mit der Zeit erkannte ich mich im Spiegel kaum noch wieder. Das Äußerliche war dabei nur ein kleiner Teil des Ganzen. Irgendwann habe ich die Flamme einfach ausgehen lassen und meine Jugend losgelassen.

Der Verlust des Partners

Mit 60 verlor ich das Interesse am Leben – an dem Tag, als meine Frau starb. Sie ist für immer 57 Jahre alt geblieben, strahlend und voller Lebensfreude. Ich hingegen bin zerbrochen. Die Kraft, mich wieder aufzurappeln, habe ich nie gefunden. Seitdem sie nicht mehr da ist, motiviert mich nichts mehr. Ich warte nur noch darauf, ihr folgen zu können.

Der Schlag ins Gesicht

Mit 34 habe ich zwei Jahre meines Lebens für eine Stelle geopfert, die mein absoluter Traumjob gewesen wäre. Zwei Jahre, in denen mein Leben nur aus Arbeit bestand, in denen ich auf vieles verzichtet habe. Am Ende wurde nicht ich ausgewählt, sondern der Schützling des Chefs. In diesem Moment habe ich begriffen, dass das Leben ungerecht ist. Seitdem kann ich mich für nichts mehr so begeistern wie früher.

Vor dem Altar

Mit 27 Jahren – zwei Tage vor der Hochzeit – teilte mir mein Verlobter mit, er sei in eine andere verliebt. In mir zerbrach etwas, das sich nie wieder zusammenfügen ließ. Seitdem fällt es mir schwer, Männern zu vertrauen. Für eine Beziehung fühle ich mich nicht mehr fähig.

Der größte Verlust

Ich war 29, als mein kleiner Sohn plötzlich an einer Krankheit starb – mit gerade einmal vier Jahren. Seitdem ist die Welt, die einmal so bunt war, grau geworden.

Die Schulden

Mit 30 habe ich einen Wohnungskredit aufgenommen. Ich hatte einen sicheren Job, die Konditionen waren gut – es schien die richtige Entscheidung. Dann kam die Krise. Die Raten stiegen, ich konnte sie nicht mehr bedienen, und die Bank pfändete die Wohnung. Das war der Moment, in dem meine Flamme erlosch. Heute lebe ich zur Miete, die Hälfte meines Gehalts geht für das Wohnen drauf. Ich kann nichts zurücklegen, lebe von Monat zu Monat – und bin daran innerlich zerbrochen.

Verlassen werden

Nach einer schlechten Ehe und mehreren gescheiterten Beziehungen lernte ich mit 45 Jahren Zsolt kennen. Er war wie Wasser für eine verdorrte Blume – ich blühte wieder auf. So glücklich war ich nie zuvor. Ich war überzeugt, dass all der Schmerz vorher einen Sinn hatte, weil er mich zu ihm geführt hatte. Zwei Jahre lang war es wie ein Wunder. Dann stand er vor mir und sagte, für ihn sei es das gewesen – er wolle weiterziehen. In diesem Moment ist alles in mir zusammengebrochen. Das ist sieben Jahre her. Ich bin immer noch nicht darüber hinweg.

Der Vater

Ich war 18, als mein Vater – den ich mehr liebte als irgendjemanden auf der Welt – meine Mutter verließ. Er gründete eine neue Familie, bekam zwei Kinder – und meldete sich nie wieder.

Zu viele Enttäuschungen

Mit 17 hatte ich noch Träume. Ich wollte Kampfpilot werden – aber meine Augen waren nicht gut genug. Dann wollte ich Arzt werden – aber beim Anblick von Blut wurde mir schwarz vor Augen. Rockstar? Kein musikalisches Talent. Programmierer? Auch dafür fehlte mir jede Begabung. Mit 20 habe ich alles losgelassen. Ich wusste, dass mein Leben gewöhnlich werden würde – wie das eines jeden Durchschnittsmenschen. Und so ist es gekommen.

Welche Flamme?

Was für eine „Flamme"? In mir hat nie eine gebrannt. Ich habe mein ganzes Leben lang nur versucht, irgendwie durchzukommen. Von einem inneren Feuer habe ich nie etwas gespürt.

Passende Artikel

„Ich habe vergeben – aber es war ein Fehler": Was einen guten von einem schlechten Betrüger unterscheidet — Lebensstil

„Ich habe vergeben – aber es war ein Fehler": Was einen guten von einem schlechten Betrüger unterscheidet

Wenn dein Partner eine Grenze überschreitet, hängt alles von seinem nächsten Schritt ab. Echte Geschichten darüber, wann Vergeben sinnvoll ist – und wann nicht.

Szőke Angéla
„Wir haben jeden Tag geredet – trotzdem hat er nicht mich gewählt" — Lebensstil

„Wir haben jeden Tag geredet – trotzdem hat er nicht mich gewählt"

Manche der schmerzhaftesten Trennungen entstehen aus Beziehungen, die nie einen Namen bekamen. Eine ehrliche Geschichte über Nähe ohne Verbindlichkeit.

Szőke Angéla
„Damals fühlte es sich nicht wie Ausnutzen an" – die bittere Wahrheit über Fast-Beziehungen — Lebensstil

„Damals fühlte es sich nicht wie Ausnutzen an" – die bittere Wahrheit über Fast-Beziehungen

Fast-Beziehungen wecken intensive Gefühle, die selten erwidert werden. Vier Frauen erzählen, wie sie erkannten, dass sie mehr als emotionale Krümel verdienen.

Szőke Angéla
„Meine Freundschaft oder mein Kind?“ – Wenn die beste Freundin keine Kinder mag — Familie

„Meine Freundschaft oder mein Kind?“ – Wenn die beste Freundin keine Kinder mag

Drei Leserinnen erzählen, wie sich die Beziehung zu ihrer besten Freundin veränderte, als plötzlich ein Kind zwischen ihnen stand – ehrlich und ungeschönt.

Schuster Borka
„Kurz vor Schluss wollte sie plötzlich eine andere Farbe" – Beauty-Profis erzählen ihre Horror-Storys — Lebensstil

„Kurz vor Schluss wollte sie plötzlich eine andere Farbe" – Beauty-Profis erzählen ihre Horror-Storys

Drei Beauty-Profis erzählen ihre denkwürdigsten – und schrägsten – Erlebnisse mit Kundinnen. Zwischen roten Nägeln, Wunderhaar und einer sehr schwierigen Braut.

Schuster Borka
Wenn du im Traum ein zweites Leben führst – Psychologen sagen, das ist kein Zufall — Gesundheit

Wenn du im Traum ein zweites Leben führst – Psychologen sagen, das ist kein Zufall

Kehrst du im Schlaf immer wieder in dieselbe Welt zurück? Laut Psychologen ist das kein Zufall – und verrät oft mehr über dich, als du denkst.

Farkas Margaréta