Eine neue Studie, veröffentlicht im Magazin Temperature, zeigt, dass heißes Baden nicht nur gut für die Seele und die körperliche Erholung ist, sondern auch ein paar Kalorien verbrennen kann. Etwa 140 Kalorien – das entspricht ungefähr einem halbstündigen Spaziergang. Verantwortlich dafür ist die Körperkerntemperatur und wie deren Veränderung den Stoffwechsel beeinflusst.
Wie lief die Studie ab?
Für die Untersuchung wurden 14 Männer gebeten, jeweils 60 Minuten Fahrrad zu fahren und 60 Minuten in einem heißen Bad zu sitzen. Ziel war es, die Körpertemperatur der Teilnehmer zu erhöhen und gleichzeitig zu beobachten, was im Körper passiert. Nach 60 Minuten wurden die verbrannten Kalorien erfasst, 24 Stunden später der Blutzuckerspiegel gemessen.
Zwar verbrannten die Teilnehmer beim Radfahren deutlich mehr Kalorien, doch auch die Zeit im heißen Bad war bemerkenswert: Allein im Sitzen wurden etwa 50 Kalorien pro Stunde verbrannt. Für eine so entspannte Aktivität klingt das richtig gut. Außerdem löste das Bad eine entzündungshemmende Reaktion im Körper aus, ähnlich wie bei sportlicher Betätigung.
Was bedeutet das für dich?
Abgesehen davon, dass heißes Baden beim Kalorienabbau helfen kann, bringt es viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Regelmäßige passive Wärmebehandlung – etwa durch heiße Bäder oder Saunagänge – kann chronische Entzündungen reduzieren. Diese spielen oft eine Rolle bei langfristigen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes.
Eine weitere Studie im The Journal of Physiology fand heraus, dass Menschen, die über acht Wochen regelmäßig heiß badeten, meist einen niedrigeren Blutdruck hatten. Verantwortlich dafür ist der während des Badens erhöhte Stickstoffmonoxid-Spiegel, der die Blutgefäße erweitert und so den Blutdruck senken kann.
Wichtig zu wissen: Beide Studien basieren auf kleinen Teilnehmerzahlen und kurzen Zeiträumen – und es wurden keine Frauen einbezogen. Deshalb braucht es weitere Forschung, um zu klären, ob die Ergebnisse auch für Frauen gelten. Ebenso sollte untersucht werden, wie unterschiedliche Lebensstile die Wirkung beeinflussen.

Regelmäßige Bewegung solltest du trotzdem nicht vernachlässigen
Egal, wie sich die Forschung weiterentwickelt: Wichtig ist, dass du vor allem auf deinen Körper hörst und das tust, was ihm aktuell am besten tut. Sicher ist, dass heißes Baden keinesfalls alle gesundheitlichen Vorteile von regelmäßiger Bewegung ersetzen kann. Aber wenn du das nächste Mal beim Baden deine Lieblingsserie schaust oder einfach nur Musik hörst und entspannst, kannst du sicher sein, dass du deine Zeit nicht verschwendest.
Ein heißes Bad tut deiner mentalen Gesundheit auf jeden Fall gut. Und angesichts der neuen Studien kannst du davon ausgehen, dass es auch deinem Körper guttut. Solange du dich im Wasser wohlfühlst, gibt es keinen Grund für schlechtes Gewissen. Manchmal braucht einfach jeder eine kleine Auszeit.











