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Kein Grund zur Sorge: Darum frieren Frauen tatsächlich mehr

Elisabeth Müller3 Min. Lesezeit
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Kein Grund zur Sorge: Darum frieren Frauen tatsächlich mehr — Gesundheit
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Es ist also vielleicht gar nicht so überraschend, dass wir bei der Erklärung auf evolutionäre Gründe stoßen. Genau das hat auch die Fakultät für Zoologie der Universität Tel Aviv getan. Ihre Forschenden fanden heraus, warum Frauen Wärme bevorzugen und Männer eher kältere Umgebungen.

Die Wissenschaftler:innen stellten fest, dass es zwischen Männchen und Weibchen eine „eingebaute“ evolutionäre Differenz gibt. Genauer gesagt funktionieren ihre Wärmesensoren unterschiedlich, was vor allem mit Fortpflanzung und Fürsorge für den Nachwuchs zusammenhängt.

Untersucht wurde, wie sich dieses Phänomen bei Vögeln und Fledermäusen zeigt. Bereits frühere Beobachtungen zeigten, dass Fledermäuse außerhalb der Fortpflanzungszeit getrennt leben – die Geschlechter bevorzugen unterschiedliche Lebensräume. Du hast es sicher schon erraten: Die Männchen ziehen kühlere Gegenden vor.

Auch andere Studien bei Vögeln und Säugetieren bestätigen dieses Verhalten: Männchen suchen meist kühlere Plätze auf, während Weibchen mit ihrem Nachwuchs wärmere Zonen bevorzugen. Selbst bei Arten, die zusammenleben, legen Wissenschaftler:innen oft fest, dass Männchen eher im Schatten ruhen, Weibchen dagegen in der Sonne liegen. Dieses unterschiedliche Verhältnis zur Temperatur ist also in der Tierwelt weit verbreitet.

Warum gerade Fledermäuse und Vögel?

In den letzten Jahrzehnten beobachteten Forschende Tausende von Vögeln und Fledermäusen, um Antworten zu finden. Diese Tiere wurden bevorzugt, weil sie sehr beweglich sind und besonders Zugvögel viele spannende Verhaltensweisen zeigen. Man hoffte, dass ihre Beobachtungen die Erforschung der geschlechtsspezifischen Temperaturvorlieben erleichtern würden.

Was haben die Expert:innen herausgefunden?

Dr. Magory Cohen, eine der Hauptautor:innen der Studie, erklärt, dass das Wohl der Nachkommen im Mittelpunkt steht. Wenn die Evolution Männchen, die kältere Temperaturen besser vertragen, in kühlere Gebiete „drängt“ und Weibchen in wärmere Zonen, reduziert das den Konkurrenzkampf um Ressourcen. Außerdem schützt es die Nachkommen davor, von möglicherweise aggressiven Männchen gefährdet zu werden.

Und wie sieht es beim Menschen aus?

Der Unterschied in der Wärmewahrnehmung entstand nicht, damit wir uns mit unseren Partner:innen über die Klimaanlage streiten, sondern genau im Gegenteil: Er soll dafür sorgen, dass alle Ruhe und Frieden genießen können – und sich gelegentlich ohne großen Grund zurückziehen dürfen.“

Spannend ist, dass Forschende auch beim Menschen eine klare Verbindung zwischen dieser Trennung und verschiedenen sozialen Verhaltensweisen feststellen konnten. Zum Beispiel sind Frauen in gemeinsamen Räumen viel offener für physischen Kontakt mit anderen Frauen, während Männer eher Abstand halten – nicht nur mental, sondern auch körperlich. Und je näher wir jemandem sind, desto mehr helfen wir, Wärme zu erzeugen und zu halten.

„Weibchen und Männchen, Frauen und Männer haben unterschiedliche Wärmewahrnehmungsmechanismen, die sich im Laufe der Evolution entwickelt haben. Dieser Unterschied ähnelt den verschiedenen Schmerzgrenzen der Geschlechter und wird zusätzlich durch hormonelle Unterschiede beeinflusst“, fasst Dr. Levin zusammen.

Wenn ihr also das nächste Mal darüber diskutiert, wie hoch ihr die Heizung aufdreht oder bei welcher Temperatur die Klimaanlage laufen soll, kann es sinnvoller sein, sich eine kurze Auszeit zu gönnen, statt zu streiten – das empfehlen die Forschenden als langfristige Lösung.

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