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Manchmal fällt es mir schwer, die einzige Mama im Freundeskreis zu sein

Barbara Weber3 Min. Lesezeit
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Manchmal fällt es mir schwer, die einzige Mama im Freundeskreis zu sein — Lebensstil

Als meine Tochter geboren wurde, hat sich vieles in meinem Leben verändert. Mein Zeitplan, mein Schlaf, meine Prioritäten – praktisch alles. Doch meine Freundschaften blieben bestehen. Ich habe immer noch dieselben Freundinnen, mit denen ich vor Jahren in neue Städte gezogen bin, mit denen ich die Uni-Zeit, Trennungen und Job-Dilemmas durchgesprochen habe.

Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Ich bin die Einzige von ihnen, die ein Kind hat.

Meine Freundinnen sind liebevoll, unterstützend und mögen meine Tochter wirklich sehr. Wenn wir uns treffen, fragen sie nach ihr, spielen mit ihr, und ich fühle mich nie, als wäre sie im Weg. Trotzdem gibt es eine seltsame, manchmal schwer zu beschreibende Distanz. Nicht, weil wir uns weniger mögen – sondern weil ein zentraler Teil unseres Lebens ganz anders geworden ist.

Mutterschaft bringt viele Fragen mit sich, die man nur mit den engsten Vertrauten wirklich ehrlich besprechen würde. Kleine Sorgen, große Ängste, Unsicherheiten. Ist es normal, so müde zu sein? Fühlen sich andere Mütter manchmal auch komplett verloren? Wie handeln andere Mütter in bestimmten Situationen?

Das sind die Gespräche, bei denen uns die gemeinsame Erfahrung fehlt.

Klar, ich kann darüber sprechen. Meine Freundinnen hören zu und nehmen ernst, was ich sage. Aber es gibt einen Unterschied zwischen aufmerksamem Zuhören und dem genauen Verstehen, weil man es selbst erlebt hat. Manchmal fehlt dieses halbe Wort, das entsteht, wenn zwei Menschen in der gleichen Situation sind.

Es gibt auch eine andere Seite, die mich manchmal mit Schuldgefühlen zurücklässt: Spontaneität.

Früher reichte eine Nachricht: „Wollen wir heute Abend was trinken?“ Und schon waren wir unterwegs. Heute klappt das selten so. Das Kind hat Schlafenszeit, wir stehen früh auf, und oft muss die Betreuung organisiert werden.

Ich kann mich nicht an jedem Abend freimachen, auch wenn ich dringend ein langes Gespräch bräuchte – oder wenn eine Freundin es nötig hätte.

Dann habe ich manchmal das Gefühl, die kompliziertere Freundin zu sein.

Natürlich sagen meine Freundinnen das nie. Im Gegenteil, oft passen sie sich an: Sie planen Treffen früher, kommen zu uns oder akzeptieren, wenn ich mal absagen muss. Trotzdem bleibt das Schuldgefühl manchmal.

Mama schiebt mit einer Freundin den Kinderwagen

Und trotzdem steckt in all dem etwas sehr Wertvolles.

Durch meine Freundinnen habe ich einen Raum in meinem Leben bewahrt, der nicht nur um Mutterschaft kreist. Wenn ich mit ihnen rede, geht es um Arbeit, Bücher, Filme, Reisepläne oder ganz alltägliche, scheinbar unbedeutende Dinge. Manchmal tut es richtig gut, wenn nicht jedes Gespräch um die Eingewöhnung in der Schule dreht.

Das erinnert mich daran, dass Mutterschaft ein wichtiger Teil meines Lebens ist – aber nicht der einzige.

Ich habe auch gelernt, dass Freundschaften sich nicht immer genau gleich bleiben wie früher. Sie passen sich manchmal an die Lebensumstände an. Treffen werden seltener, Gespräche laufen in einem anderen Rhythmus, und oft braucht alles mehr Planung.

Aber dadurch werden sie nicht weniger echt.

Im Gegenteil, vielleicht werden sie sogar bewusster. Sie verlangen mehr Aufmerksamkeit und Flexibilität von beiden Seiten. Manchmal muss ich akzeptieren, dass meine Freundinnen die Herausforderungen der Mutterschaft nicht immer verstehen. Und manchmal müssen sie akzeptieren, dass ich nicht bei jedem spontanen Treffen dabei sein kann.

Was hilft, ist Offenheit und Ehrlichkeit. Wenn wir sagen können, warum etwas schwer ist oder was wir brauchen, lassen sich viele Missverständnisse vermeiden.

Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis: Freundschaften funktionieren nicht, weil unser Leben in allen Details gleich ist. Sie funktionieren, weil wir bereit sind, den unterschiedlichen Lebenssituationen Raum zu geben.

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