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Mein Name bin ich: Woran ich auch bei einer Hochzeit nichts ändern würde

Elisabeth Müller5 Min. Lesezeit
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Mein Name bin ich: Woran ich auch bei einer Hochzeit nichts ändern würde — Beziehung
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Ein Thema beschäftigt mich immer wieder und gerade in letzter Zeit umso intensiver: mein Name. Genauer gesagt, ich bin die Person, die ich mit meinem Namen bin – und daran würde ich auch bei einer Hochzeit nichts ändern.

Das ist keine große, prinzipielle Rebellion, sondern eine leise Gewissheit in mir. Ich weiß, dass viele heute noch seltsam schauen, wenn eine Frau den Namen ihres Mannes nicht annimmt. Für mich geht es dabei nicht um Distanz, sondern um Selbstbestimmung.

Vor einigen Jahrzehnten war das noch keine Entscheidung

Früher wurde jede Frau automatisch zum „-in“, egal ob ihr der Klang gefiel oder sie sich damit identifizierte. Für mich klang das immer so, als würde man sagen: von Szabó, von Varga, von István… als würde die Frau durch die Ehe zum Besitz des Mannes. Nicht aus Bosheit, sondern aus der Denkweise einer anderen Zeit.

Heute leben wir glücklicherweise in einer anderen Welt. Wir können wählen: unseren eigenen Namen behalten, den des Partners annehmen oder sogar einen gemeinsamen Doppelnamen tragen. Diese Freiheit empfinde ich als sehr befreiend.

Ich habe viel darüber nachgedacht, woher mein Widerstand kommt

Unsere Haltung zur Ehe schwankte immer wieder, doch nach all der gemeinsamen Zeit kann ich sicher sagen: Es liegt nicht an Zweifeln. Im Gegenteil, es fühlt sich an, als respektierten wir so auch die freie Entscheidung des anderen.

Es gab Zeiten, da waren wir sicher, dass wir diesen ganzen Aufwand nicht brauchen. Dann kamen Lebenssituationen – bei der Kinderplanung, bei Behördengängen –, in denen das Thema doch aufkam. Rechtlich wäre vieles als Ehepaar einfacher, das will ich nicht leugnen.

Doch jedes Mal, wenn es hieß „Also jetzt wirklich?“, hatten wir das Gefühl, die Ehe wäre eher praktisch – und eine zusätzliche Ausgabe, die wir lieber für Reisen ausgeben würden. Das war so ernüchternd, dass wir es immer wieder verworfen haben.

Unsere Beziehung hängt nicht von einer Unterschrift ab. Wir waren immer offen dafür, wenn es dem anderen wichtig ist – denn unser gemeinsames Glück steht an erster Stelle. Aber das Papier selbst fügt nichts hinzu zu dem, was wir schon fühlen.

Eines weiß ich aber ganz sicher: Wenn wir heiraten, werde ich meinen eigenen Namen behalten.

Eine schöne Latina sitzt am Schreibtisch und unterschreibt Dokumente.

Keine Distanzierung, sondern Identität

Lange fiel es mir schwer zu erklären, warum ich das so stark fühle. Ich habe kein Problem mit der Familie meines Mannes, im Gegenteil! Ich liebe meine Schwiegermutter und meinen Schwiegervater von Herzen, ich respektiere sie und sehe sie wirklich als meine zweiten Eltern. Seit fast zwei Jahrzehnten sind sie ein wichtiger Teil meines Lebens, und ich bin unendlich dankbar für sie.

Es geht also nicht um den Nachnamen oder seine Herkunft. Ich habe einfach das Gefühl, dass dieser Weg nicht meine Geschichte ist. Schön und respektvoll, ein Teil von mir, aber nicht mein Ganzes. Mein eigener Name trägt etwas von dem in sich, was ich immer war, und ich möchte nicht, dass das hinter einem anderen Namen verblasst.

Als unsere Tochter geboren wurde und den Nachnamen ihres Vaters bekam, habe ich viel darüber nachgedacht. Ich fragte mich, ob ich dadurch diejenige bin, die in der Familie heraussticht – doch dann wurde mir klar: Das stört mich gar nicht. Der Name passt perfekt zu ihr, er harmoniert, klingt natürlich, rhythmisch und einprägsam.

Mir kam auch in den Sinn, dass ich vielleicht deshalb so an meinem Namen hänge, weil ich seit meiner Jugend damit schreibe und mein Buch unter diesem Namen veröffentlicht wurde. Das zählt sicher, aber ich hatte das Gefühl, dass noch etwas in meiner Selbstanalyse fehlt.

Eine besondere Bestätigung aus der Welt der Zahlen

Kürzlich habe ich das Thema auch aus numerologischer Sicht betrachtet. Numerologie ist keine Wahrsagerei, sondern ein Spiegel zur Selbstkenntnis, der mit den Energien von Zahlen und Buchstaben arbeitet. Als ich die Schwingung meines aktuellen Namens berechnete, war ich erstaunt, wie sehr sie mit meinem Leben, meinen Zielen, meiner Berufung und meinen Werten übereinstimmt.

Aus Neugierde schaute ich dann, was passieren würde, wenn ich den Namen meines Partners annehmen würde – entweder nur seinen oder unseren gemeinsamen Doppelnamen. Das Ergebnis war nicht dasselbe wie jetzt, aber überraschenderweise brachten beide Varianten genau dieselbe Energie und dieselbe Zahl hervor. Nicht negativ, sondern anders – eine Person, die laut Analyse nicht ich bin und auch nach der Ehe nicht sein möchte.

Da wurde mir klar: Ich bleibe nicht bei meinem Namen, um mich abzugrenzen, sondern weil ich so ganz ich selbst bleiben kann.

Gleichberechtigung, Wahl, Freiheit

Hierzulande ist es noch nicht sehr verbreitet, aber ich finde es wunderschön, dass immer mehr Männer nach der Hochzeit den Nachnamen ihrer Frau annehmen (oder ähnlich). Für mich ist das ein starkes Zeichen von Gleichberechtigung – es geht nicht darum, wer zu wem gehört, sondern darum, dass eine neue Familie mit gemeinsamem Namen und gemeinsamer Entscheidung entsteht.

Natürlich glaube ich nicht, dass alle so handeln müssen, und ich finde auch nicht, dass es Pflicht ist, den Mädchennamen zu behalten. Aber es tut gut zu sehen, dass es heute nicht nur einen Weg gibt. Wir dürfen unsere eigene Geschichte schreiben – auf dem Papier und im Leben. Denn in den schönsten Beziehungen können wir wirklich zusammengehören, wenn wir dabei wir selbst bleiben.

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