Ich finde nicht, dass eine Wohnung immer blitzblank sein muss – egal in welchem Familienstatus man lebt. Als alleinerziehende Mama glaube ich besonders daran: Wenn ich mich zwischen Qualitätszeit mit meinem Kind und dem Abwasch entscheiden muss, gewinnt immer das gemeinsame Spielen, Reden oder Vorlesen.
Genauso ist es völlig okay, zwanzig Minuten zu schlafen, statt den Boden zu wischen – ich verstehe nicht, wer uns eingeredet hat, dass Sauberkeit wichtiger ist als unsere körperliche und mentale Gesundheit.
Gleichzeitig habe ich aber auch erfahren, dass ein aufgeräumtes Zuhause enorm zur mentalen Gesundheit beiträgt. Wenn ich nach Hause komme und ein sauberes, gemütliches Umfeld vorfinde, fühle ich mich viel ruhiger und ausgeglichener, als wenn überall Chaos herrscht. Deshalb habe ich einen Wochenputzplan entwickelt, der hilft, das Chaos zu verhindern und auch als Alleinerziehende machbar bleibt. Ich behaupte nicht, das Rad neu erfunden zu haben, aber vielleicht hilft meine Routine auch dir, deinen eigenen Weg zu finden.

Tägliche Aufgaben
Es gibt kleine Aufgaben, die nicht viel Zeit brauchen, aber wenn sie ausfallen, sammelt sich schnell Unordnung an. Deshalb habe ich eine bewährte Routine, die mir hilft, die Kontrolle zu behalten. Morgens stelle ich als Erstes das Wasser für den Tee auf und während es kocht, mache ich schnell das Bett und räume den Geschirrspüler aus.
Nach dem Frühstück müssen nur noch die Teller in die leere Maschine und die Arbeitsfläche kurz abgewischt werden, bevor der Tag richtig startet.
Abends räume ich die tagsüber angefallene Wäsche ein, wische Tisch und Arbeitsfläche ab und räume zumindest die Spielsachen aus dem Wohnzimmer weg. Bevor wir baden, starte ich den Geschirrspüler, sodass ich am nächsten Morgen nur noch ausräumen muss.
Wöchentliche Aufgaben
Die Wochenaufgaben verteile ich so, dass ich nie einen ganzen Tag mit Putzen verbringen muss.
Montags putze ich meistens das Bad und lasse gleichzeitig den Saugroboter in den anderen Räumen laufen.
Dienstags mache ich die Wäsche und mittwochs erledige ich meist den Großeinkauf. Donnerstags ist bei mir ein entspannterer Arbeitstag – als Freelancerin ist meine Zeit anders eingeteilt als bei den meisten, und dieser Tag ist für mich wie der Samstag für andere. Dann räume ich gründlich auf, kontrolliere den Kühlschrank, wische Staub und plane bewusst eine ungeliebte oder zeitintensive Aufgabe ein, wie den Backofen zu reinigen oder den Staubsauger von Haaren zu befreien.

Ausgelagerte Hilfen
Ehrlich gesagt könnte ich als alleinerziehende Mama nicht so organisiert bleiben, wenn ich nicht auf ein paar technische Helfer zurückgreifen könnte. Der Geschirrspüler ist eine riesige Erleichterung – der tägliche Abwasch dauert nur wenige Minuten. Der Saugroboter mit Wischfunktion spart mir jede Woche mehrere Stunden, und oft ist der Boden schon sauber, wenn ich nach Hause komme.
Wenn das Budget es zulässt, lohnt sich die Investition in solche Geräte wirklich, denn sie nehmen uns viel Last ab.
Junior-Aufräumer
Es war mir immer wichtig, dass meine Tochter altersgerecht im Haushalt mithelfen kann und das nicht als Last, sondern als Verantwortung sieht – eine Aufgabe, die wir für uns selbst und ein besseres, gemütlicheres Leben erledigen. Als sie klein war, half sie spielerisch mit, heute hat sie ernsthaftere Aufgaben: In ihrem Zimmer hält sie Ordnung, macht jeden Morgen ihr Bett und zieht beim Wäschewaschen mit etwas Hilfe ihre Bettwäsche ab und wieder frisch auf.
Das ist nicht nur eine Hilfe für mich, sondern auch eine tolle Lernchance für sie. Es macht sie stolz, Teil der gemeinsamen Ordnung zu sein.
Was, wenn es nicht klappt?
Grundsätzlich halte ich mich für gut darin, unser Zuhause sauber zu halten, aber das heißt nicht, dass bei uns immer alles perfekt ist, wenn jemand spontan vorbeikommt. Natürlich kommt es vor, dass der Plan durcheinandergerät. Wenn ich krank bin, meine Tochter krank ist, viel Arbeit ansteht oder ich einfach keine Energie habe, sieht man das auch bei uns zu Hause. Dann versuche ich zuerst, das anzunehmen und mir zu sagen, dass die Welt nicht untergeht und ich keine schlechte Mutter bin, nur weil der Abwasch mal liegen bleibt oder die Handtücher zwei Tage später gewaschen werden.
Wenn ich mich aus der Selbstkritik befreit habe, plane ich neu: Ich überlege, was wirklich erledigt werden muss und an welchem Tag ich es nachholen kann. Und wenn ich noch ein bisschen Kraft habe, mache ich eine ganz kleine Sache, zum Beispiel die Herdplatte abwischen, Tassen in den Geschirrspüler räumen oder das Sofa aufräumen. Oft fühlt es sich dann so an, als wäre ich dem Ziel, unser Zuhause wieder zu einem Ort zu machen, an dem ich mich wohlfühle, ein Stück nähergekommen. (Obwohl ich dir verrate: Es hängt nicht davon ab, ob die Tischplatte sauber ist oder der Wäschekorb voll.)











