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Mit 37 will ich nicht mehr erfolgreich sein – sondern zufrieden

Schuster Borka4 Min. Lesezeit
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Mit 37 will ich nicht mehr erfolgreich sein – sondern zufrieden — Lebensstil
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Meinungsartikel: Schuszter Borka

Hätte man mich vor zehn Jahren gefragt, was ich mir vom Leben wünsche, hätte ich vermutlich geantwortet: Ich will erfolgreich sein. Damals hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was das bedeutet. Eine gute Position, immer mehr Verantwortung, finanzielle Sicherheit.

Eine Karriere, bei der andere anerkennend nicken. Ein Leben, das von außen betrachtet signalisiert: Bei dir läuft alles bestens.

Lange dachte ich, dieser Weg sei eine gerade Linie. Man muss arbeiten, sich weiterentwickeln, etwas leisten – und irgendwann kommt man an dem Punkt an, an dem man zufrieden ist. Doch die Jahre brachten mir keine gerade Linie, sondern eine ganz andere Erfahrung.

Denn je mehr Punkte ich von meiner imaginären Liste abhaken konnte, desto mehr blieb das Gefühl der Zufriedenheit immer einen Schritt vor mir.

Mit 37 habe ich endlich verstanden: Erfolg und Zufriedenheit sind nicht dasselbe

Den Begriff von Erfolg bekommen wir größtenteils von außen. Schon als Kinder sammeln wir all die Botschaften, die uns vermitteln, was die Gesellschaft für wertvoll hält: welchen Job wir haben, wie viel wir verdienen, wie viel Verantwortung wir tragen, in welchem Haus wir leben, auf welche Schule unser Kind geht, wie viele Menschen uns für wichtig oder talentiert halten.

Die Maßstäbe für Erfolg sind fast immer vergleichbar. Es gibt immer jemanden, der eine höhere Position hat, mehr verdient, an einem schöneren Ort lebt. Genau deshalb ist Erfolg so eine seltsame Sache. Ein Ziel zu erreichen ist leicht – aber wirklich dort anzukommen, ist schwer. Kaum sind wir da, tauchen schon neue Meilensteine vor uns auf.

Irgendwann ertappte auch ich mich dabei, wie ich ständig nur auf die nächste Stufe schaute. Was kommt noch? Woran sollte ich noch arbeiten? Was müsste ich noch erreichen? Und dabei stellte ich mir immer seltener eine viel wichtigere Frage.

Macht mich das Leben, das ich aufbaue, wirklich glücklich?

Nicht so, wie es von außen aussieht. Sondern so, wie es sich von innen anfühlt. Ich glaube, irgendwo in der zweiten Hälfte meiner Dreißiger habe ich wirklich zu begreifen begonnen, dass Zufriedenheit aus einer ganz anderen Quelle kommt. Nicht daraus, was andere über mich denken. Sondern daraus, wie sehr ich mit mir selbst im Einklang bin.

Ob ich eine Arbeit mache, die ich wirklich mag. Natürlich nicht jeden Tag, nicht in jeder Minute – aber insgesamt. Starte ich mit einem guten Gefühl in die Woche, oder zieht sich mein Magen schon beim Gedanken an den Montagmorgen zusammen?

Mir wurde klar, dass mir mindestens genauso wichtig ist, ob ich mit Menschen zusammenarbeite, die ich respektiere. Mit Menschen, die Zusammenarbeit nicht als ständigen Wettkampf begreifen. Ob ich Beziehungen pflege, die mich aufladen statt auslaugen. Und ob mir noch Zeit für die Dinge bleibt, die mir wichtig sind.

Diese Aspekte lassen sich in einem Lebenslauf oder auf einem LinkedIn-Profil viel schwerer zeigen. Vielleicht sprechen wir gerade deshalb weniger über sie. Dabei empfinde ich sie heute als weitaus prägender als jedes äußere Statussymbol.

Mit 37 interessiert es mich nicht mehr besonders, wie erfolgreich andere mein Leben finden. Viel mehr interessiert mich, wie ich mich selbst darin fühle. Man kann immer mehr verdienen, mehr Verantwortung übernehmen, noch ein Projekt annehmen.

Zufriedenheit aber wartet nicht an der nächsten Station. Sie ist hier, in genau den Momenten, in denen ich spüre: Mein Leben ist im Einklang mit dem, wer ich wirklich bin. Und das ist mir heute wichtiger als jedes äußere Ergebnis.

Was ist der Unterschied zwischen Erfolg und Zufriedenheit?

Erfolg orientiert sich an äußeren, vergleichbaren Maßstäben wie Position, Gehalt oder Verantwortung. Zufriedenheit entsteht von innen und hängt davon ab, wie sehr das eigene Leben mit dem übereinstimmt, wer man wirklich ist.

Warum fühlt sich Erfolg oft leer an?

Weil kaum ist ein Ziel erreicht, schon neue Meilensteine auftauchen. So bleibt das Gefühl der Zufriedenheit ständig einen Schritt voraus, während man immer nur auf die nächste Stufe schaut.

Woran erkenne ich, ob ich wirklich zufrieden bin?

An ehrlichen Fragen an sich selbst: Mache ich eine Arbeit, die ich mag? Arbeite ich mit Menschen, die ich respektiere? Laden mich meine Beziehungen auf statt sie mich auslaugen? Bleibt mir Zeit für das, was mir wichtig ist?

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